Musical Boulevard

Kritiken

 

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2017


 

 

The Addams Family - Das Broadway Musical

Berlin, Admiralspalast - 17. Mai 2017

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Cusch Jung (Heinz Wäscher), Ballett der Musikalischen Komödie © Tom Schulze

 

 

HAPE KERKELINGS

KEIN PARDON

DAS MUSICAL

 

Premiere 06.05.2017

Musikalische Komödie Leipzig

 
 
Ein Musical von Thomas Hermanns (Text) und Achim Hagemann (Musik) mit zusätzlichen Songs von Thomas Zaufke nach einem Originaldrehbuch von Angelo Colagrossi, Achim Hagemann und Hape Kerkeling | Arrangements: Heribert Feckler,
Orchesterversion: Damian Omansen
 
 
Zum Stück
„Jeden Samstagabend feiert Familie Schlönzke mit Schnittchen und Käffchen auf dem Sofa ihrer Ruhrpott- Idylle den Beginn der geliebten Samstagabendshow mit dem großen Heinz Wäscher als Moderator. Dieser ist das Idol des unscheinbaren und leicht übergewichtigen Sprosses der Familie Peter Schlönzke. Doch als er über ein Casting das wahre Gesicht Wäschers kennenlernt, platzt ihm vor laufender Kamera der Kragen. Der Programmdirektor ist begeistert und macht ihn kurzerhand zum Nachfolger des alternden Idols.
Das Musical von Hape Kerkeling ist eine selbstironische Satire auf die schillernde Bussi-Bussi- Gesellschaft des Showgeschäfts, in der Rock-Musical und großes Showorchester aufeinandertreffen.
Nach der Uraufführung im Capitol Theater Düsseldorf läuft das Musical nun erstmalig an der Musikalischen Komödie in einer Adaption für die Theaterbühne und großes Orchester.“[1]

 

 

 

Michael Raschle (Walter), Sabine Töpfer (Doris), Benjamin Sommerfeld (Peter Schlönzke), Andreas Rainer

(Bertram), Nora Lentner (Karin) © Kirsten Nijhof

 

 

 

Premiereneindrücke - Spaßbereit durch Witzischkeit?

Hape Kerkelings Film „Kein Pardon“ eine herrliche Statire auf die Fernsehwelt und den Fankult der 90-er wird durch Thomas Hermanns (Autor und Regisseur des Stückes) als adaptierte Musicalversion auf die Bühne der Musikalischen Komödie gebracht. Zusätzliche Songs (Thomas Zaufke), Balladen, Ensemble- und Shownummern werten bekannte Szenen und Texte positiv auf.
Hape`s Film ist Kult und der spaßbereite Fan erwartet bekannte Reißer wie den persönlichen Glücksmelodie auswerfenden Automaten „Bitte werfen Sie eine Münze ein“ oder die kaufanimierenden Werbeunterbrechungen „Batzen, nur für Hunde, nicht für Katzen“, aber auch Titel wie „Witzischkeit kennt keine Grenzen“ und „Das ganze Leben ist ein Quiz“.
Natürlich darf ein hessisch babbelnder Heinz Wäscher, wunderbar hektisch und popoklatschend dargeboten von Cusch Jung, welcher auch einen Travestieausflug in die Kleider der Uschi Blum unternimmt, nicht fehlen. Cusch Jung versteht sich in einer Bandbreite an Emotionen von cholerisch über schwärmerisch verliebt bis gelangweilt anteilnahmslos. Perfekt!
 
 

Cusch Jung (Heinz Wäscher) © Kirsten Nijhof
 
 
Wer zum Lachen nicht in den Keller geht, wird Peter Schlönzke (Benjamin Sommerfeld), in der MuKo im Jahre 2017 wesentlich verschlankter als seine Filmvorlage von 93, lieben. Die ersten Lacher, bereits nach wenigen Minuten „Hmhmhm hmhm hm hm hm“ und PENG und schon summen meine Sitznachbarn mit! Spätestens als man durch die eingerahmte Bühne, welche einen alten Röhrenbildfernseher darstellt (Bühnenbild: Hans Kudlich) ins Schlönzkesche Wohnzimmer schaut, die Eurovisonshymne erklingen hört, werden Erinnerungen an die eigene Kindheit wach, als man noch die Samstagabende gemeinsam mit der gesamten Familie vor der Glotze schmachtend, bei Fassbrause, Rotkäppchensekt und belegten Bemmchen zelebrierte. Showtreppe und Showballet, bunt, schillernd und Tanzbein schwingend, überzeugend das Ballett der Musikalischen Komödie. Clever inszeniert, den Theaterzuschauer zum Fernsehzuschauer zu machen, denn sind wir nicht alle ein bisschen Schlönzke?
Und mal ehrlich, hat nicht jeder seinen eigenen Heinz Wäscher, den sie / er anhimmelt(e) und verehrt(e)? Vielleicht wäre es das ein oder andre Mal, auf dem Weg zum Erwachsenwerden von Nöten gewesen, auch in ein lustiges Glückshasenkostüm zu schlüpfen, um hinter den bunt schillernden schönen Schein der Mediengaukelei blicken zu können.
Die SängerInnen und DarstellerInnen transportieren am Premierenabend perfekt ihre Spielbereitschaft und die Freude am Spaß mit dem Spaß. ANGELA MEHLING zeigte eine ganz andere Seite ihres Könnens - ihr komödiantisches Talent. Sie wird zur autoritären Mutter der kleinen Bettina mit gewagter Sangesneigung „Mein Vati hat drei grunzende Schweine“. Das Publikum ist begeistert, Rufe wie „Sing kleine Bettina, sing“ erklingen. MICHAEL RASCHLE als Walter detailverliebt und klatschanimierend. Dank seiner aufopfernden Klatschanimation, welche wirklich ein echtes Aufzeichnungsgefühl vermittelt, wird man wohl jede Fernsehaufzeichnung in Zukunft anders wahrnehmen. SABINE TÖPFER gibt die zweifelnde, hysterische Doris, diese Hysterie ist noch steigerbar, das kann sie. NORA LENTNER als Karin, immer und überall Kaffeereichend bereit, ein Wirbelwind. Auch die Damen und Herren des Chores der Musikalischen Komödie sind, ob in kleineren Rollen oder als Chor, mit voller Sangeskraft und Spaß in das Stück integriert und begeistern mit ihren Stimmen.
 
 

Ballett und Ensemble der Musikalischen Komödie © Kirsten Nijhof
 
 
Wer ganz genau hinschaut, hört auch die leisen Botschaften trotz Humors heraus. Nachdenkliche Szenen großartig musikalisch umgesetzt. „Ein Heinz wie wir“. Ja auch Vorbilder haben Ecken und Kanten! Aus Sicht des Fernsehzuschauers (Hilde Schlönzke - IRIS SCHUMACHER, Hilma Schlönzke - ANNE-KATHRIN FISCHER, Irmgard - ANGELA MEHLING oder des Produzententeams (Doris - SABINE TÖPFER, Bertram - ANDREAS RAINER, Walter - MICHAEL RASCHLE), auf welcher Seite stehst Du? Anbetung oder Wahnsinn? Choreografisch (NATALIE HOLTOM) hervorragend, durch tänzerische Verdopplung umgesetzt. Durch viele, viele tanzende Papp-Heinze und auch durch unterschiedliche optische Darstellungen (Größe / Gewicht) wird erschreckend klar: Jeder kann ein Heinz sein!
Der Theaterzuschauer ist mitten im Geschehen von Peter Schlönzkes Karriere, vom Schnittchenschmierer, zum hoppelnden Glückshasen, zum Fersehshowmoderator. Vom schnellen, zufallsbeladenen Aufstieg zum tiefen Fall. Voll mit verliebt, vergötternden Momenten bis zur bitteren Selbsterkenntnis. An seiner Seite die Ulla (JULIA WALDMAYER), eine selbstbewusste Frau, die bei Peter die richtigen Klingelknöpfe drückt. Im Duett „ Mach den Klingelton“ rockt sie mit ihm die Bühne, starker Zwischenapplaus.
BENJAMIN SOMMERFELD zeigt seine enorme Wandlungsfähigkeit in Stimme und körperlichem Ausdruck, seine schlaksige Körperhaltung, gesenkte Schultern, schüchterner Blick, im ersten Akt möchte man ihn einfach nur knuddeln. Darauffolgend zeigt er spielend im zweiten Akt ein perfektes Spiegelbild der Gesellschaft „Erfolg macht schnell arrogant und abgehoben“. In der Familie lebt Peter nur noch als Pappaufsteller, er selbst hat keine Zeit mehr für sie. Schattenseite der Stars, ewige Autogrammbereitschaft, Ausschlachten der Privatsphäre im Privatfernsehen werden sichtbar.
Fazit: Bist du Heinz oder Peter, jeder ist von jetzt auf gleich auswechselbar! Glaube nicht immer dem schönen Schein! Hinterfrage dein eigenes Fernsehverhalten! Gehe lieber ins Theater z. B. in die Muko, denn „ Witzischkeit kennt keine Grenzen“ und Schmunzeleinheiten sind mit „Kein Pardon – Das Musical“ vorprogrammiert. Lassen Sie sich überraschen von dem neuen Ende, welches extra für das Stück geschrieben wurde!

Ach und Denken Sie dran: „Nur den ganzen Batzen“ !

 

 

Text: Sabine Finger

 

 

Benjamin Sommerfeld (Peter Schlönzke) © Kirsten Nijhof
 
 
Musikalische Leitung STEFAN KLINGELE
Inszenierung THOMAS HERMANNS
Choreografie NATALIE HOLTOM
Bühne HANS KUDLICH
Kostüme MARIO REICHLIN
Choreinstudierung MATHIAS DRECHSLER
 
BESETZUNG
Hilde Schlönzke IRIS SCHUMACHER (a.G.) | Hilma Schlönzke ANNE-KATHRIN FISCHER | Ulla JULIA WALDMAYER (a.G.) | Doris SABINE TÖPFER | Karin NORA LENTNER | Bettinas Mutter/ Irmgard ANGELA MEHLING | Peter Schlönzke BENJAMIN SOMMERFELD (a.G.) | Uschi Blum / Heinz Wäscher CUSCH JUNG | Hermann Schlönzke HANS-GEORG PACHMANN (a.G.) | Bertram ANDREAS RAINER | Walter MICHAEL RASCHLE | Frau MIchowski MARTINA WUGK-KRATZ / Aufnahmeleiter GEORG FÜHRER / Frau Becker (Jodlerin) ANTONIA SCHNEIDER / Nonne CHRISTA PAARSCH / Goldfischmann SAMUEL HOPPE / Betina MATHILDDA WERNER / Operettentenor UWE KRONBERG / Indianer ROLAND OTTO
CHOR, BALLETT UND ORCHESTER DER MUSIKALISCHEN KOMÖDIE
Aufführungen 12./13./14./19./20./21./30. Mai , 02./03./14./15. Juni
 
 

Iris Schumacher (Hilde Schlönzke), Hans-Georg Pachmann (Hermann Schlönzke), Anne-Kathrin Fischer
(Hilma Schlönzke), Benjamin Sommerfeld (Peter Schlönzke) © Tom Schulze

 

 

 

[1] Pressemitteilung der Oper Leipzig vom 02.05.2017

 


 

 

„Die Brücken am Fluss“ - Das Broadway Musical

(Stadthalle Chemnitz)

 

 

Denn Liebe ist immer besser...“

August 1965 – Der Fotograf Robert Kincaid, 52 Jahre alt, hat die Welt gesehen. Noch immer zieht er unstet durch die Lande auf der Suche nach ungewöhnlichen Motiven. Er ist allein und einsam und hofft irgendwann einmal irgendwo anzukommen. Im Auftrag des „National Geographic“ ist er im Madison County unterwegs um die überdachten Brücken zu fotografieren. Auf der Suche nach der „Roseman Bridge“ begegnet er der Farmersfrau Francesca „Frannie“ Johnson. Nach landläufigen Maßstäben glücklich verheiratet, kann sie doch nicht von Ihren Jugendträumen lassen. Robert und Francesca sind mutig genug, sich auf eine große, wunderbare aber aussichtslose Liebe einzulassen. Weltberühmt wurde der Roman von Robert James Waller durch die Verfilmung mit Clint Eastwood und Meryl Streep.

Das Ensemble
 
 
Schon beim Betreten des kleinen Saales der Stadthalle Chemnitz kann man einen Blick auf das liebevolle und sehr stimmige Bühnenbild (Christian Alexander Müller) werfen. Die hohen Holzwände strahlen Wärme und Geborgenheit aus. Der Duft nach frischem Holz entführt in die Natur und man glaubt, man stände wirklich am Fuße der „Roseman Bridge“. Schlichte Möbel, ein Tisch mit 4 Stühlen und eine kleine Küchenzeile bilden die zentrale Szene, welche mit wenigen Handgriffen zur „Roseman Bridge“ wird. An einer Bühnenseite lassen ein gemütlicher Sessel, ein Hocker und ein kleines Schränkchen das Wohnzimmer von Marge und Charly entstehen. Mit wenig Aufwand wird die andere Bühnenseite schnell zu einem Pub. In Verbindung mit der stimmungsangepassten Beleuchtung entsteht eine heimelige Atmosphäre.
 
Anders als im Film erzählt das Musical die Geschichte von Robert und Francesca chronologisch. Francesca (Maike Switzer) sitzt in Ihrer Küche und erinnert sich, wie sie nach Amerika kam. Es erklingt als Auftakt der Titel „Ein Zuhaus“. Die Kompositionen von Jason Robert Brown machen dieses Stück zu einem ganz besonderen Hörgenuss. Keiner vertont Gefühle so gut wie er und bedient sich dabei mehrerer Stilrichtungen von Klassisch bis Blues. Die deutschen Texte aus der Feder von Wolfgang Adenberg unterstreichen die eingängigen Melodien.Unter der musikalischen Leitung von Andreas Pabst spielt das kleine Orchester die vielschichtige Musik harmonisch und fehlerfrei. Heiner Marx am Ton sorgt für ein optimales Klangerlebnis.
 
Christian Alexander Müller beweist mit seiner Regie ein sehr gutes Gespür für das Stück und die Darsteller. Wie in einem Film lässt er verschiedene Zeitebenen parallel erscheinen und erzeugt damit starke Bilder. So etwa als Frannie und Robert in der Küche sitzen und sie ihm über das Leben in Iowa berichtet – während sie erzählt, „setzt“ sich ihr Ehemann Bud zu Ihnen und es erklingt „Du bist nicht allein“, nach und nach erscheinen alle anderen Ensemblemitglieder und stimmen mit ein. Parallelwelten entstehen auch in der Szene im einem kleinen Café in Des Moines als Frannie über ihre Jugendliebe Paolo spricht - wieder erscheint Paolo in der Szene – so kann man in die Gefühlswelt von Francesca eintauchen. Auch kleinere Details aus der Romanvorlage werden beachtet – z.B. klatschen alle die Fliegengittertür zu, Robert nicht. Lebendigkeit und die Atmosphäre einer Kleinstadt werden erzeugt, indem an den Tischen in den Pubs oder im Café viele kleine Nebenschauplätze geschaffen werden, wodurch das gesamte Ensemble immer eingebunden ist.

Maike Switzer und Christian Alexander Müller
 
 
 
Maike Switzer stellt die Rolle der Francesca Johnson perfekt dar – eine Meisterleistung gesanglich und schauspielerisch! Jede Szene, jedes Gefühl spielt und singt Maike Switzer so authentisch, dass man glaubt, sie hätte alles wirklich erlebt – es ist ihre Geschichte. Wunderbar harmoniert sie mit Christian Alexander Müller, welcher in der Rolle des Robert Kincaid zu erleben ist. Es scheint, als wäre ihm die Rolle auf den Leib geschrieben. Hervorragend stellt er das Erleben Roberts dar – der Francesca anfangs unbeholfen gegenüber steht, sich dann mehr und mehr von ihr angezogen fühlt, bis er ihr seine Liebe gesteht und sie bittet, mit ihm zu gehen. Am Ende muss er dennoch erkennen, dass diese Liebe keine Zukunft hat und respektiert Francescas Entscheidung. Mit seinem warmen Timbre und der gekonnten Intonation unterstreicht er Roberts Gefühlswelt.
 
Francescas Mann Richard „Bud“ Johnson wird eindrucksvoll von Udo Eickelmann dargestellt. Ein Farmer, der nicht in der Lage ist, große Gefühle zu zeigen, der dennoch seine Frau liebt und weiß, dass sie auf der Farm nicht wirklich glücklich ist. Gern würde er ihr ein anderes Leben bieten. Gezeichnet von den ständigen Auseinandersetzungen mit den pubertierenden Kindern vergisst er sich fast selbst und prügelt auf Michael (Andreas Bongard) ein, der mal wieder nicht gehorchen will. Das Entsetzen über sich selbst steht ihm ins Gesicht geschrieben.
 
 

Udo Eickelmann
 
 
 
Angelina Biermann (Carolyn) und Andreas Bongard überzeugen als die Johnson-Kinder. Die ständigen Streitereien und Ihre Aufmüpfigkeit vor allem gegenüber dem Vater stellen beide gekonnt dar.
 
Für die komischen Momente sorgen Cornelia Drese und Steffen Friedrich als Ehepaar Marge und Charly. Marge, gut ausgerüstet mit einem Feldstecher um ja nichts zu verpassen, Charly immer bemüht, die Neugierde seiner Frau zu dämpfen, sorgen für den einen oder anderen Lacher im Publikum. Erscheint Marge zunächst wie eine Klatschtante vom Dorf, erweist sie sich doch als wahrhafte Freundin und bringt der Familie Essen, als Francesca vor lauter Kummer den Einkauf vergessen hat.
 

Steffen Friedrich und Cornelia Drese
 
 
 
Mit leider nur einem Titel („Ne andre Welt“) ist Roberta Valentini als Roberts Exfrau Marian zu erleben. Auch Ihr Auftritt ist ein Rückblick, in dem sie über ihre Zeit mit Robert singt, den sie sehr geliebt, aber dennoch nie wirklich verstanden hat. Ein kurzer, aber sehr intensiver Auftritt.
 
Unterstrichen werden die Charaktere von authentischen Kostümen und Accessoires, für die Stephan Stanisic ein gutes Händchen beweist.
 
Nadine Wagner und Christian Alexander Müller haben dieses Abenteuer gewagt. Viele Monate wurde gearbeitet, um dieses wunderbare Musical auf eine Bühne nach Chemnitz zu bringen. Es hat sich gelohnt! Ein großes Kompliment an Heartmade Productions, die gesamte Cast und alle Beteiligten für diese berührende und emotionale Inszenierung. So muss Theater sein!

 

 

 

 

Text: Sylvia Baierl

Fotos : Jörg Singer

 


 

FALCO - DAS MUSICAL

11.04.2017, Oper Leipzig

 

Hintergrund zur Entstehung

Der Superstar rockt wieder! Zum 60. Geburtstag der Popikone feiert ein neues Falco-Musical Welturaufführung und geht ab Januar 2017 erstmals auf große Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Im Februar 2017 wäre Falco 60 Jahre alt geworden. Viel zu früh wurde er vor fast 20 Jahren bei einem tragischen Autounfall in der Dominikanischen Republik aus dem Leben gerissen. 2004 errichtete seine Mutter Maria Hölzel, dem Wunsch ihres Sohnes entsprechend, gemeinsam mit Falco-Freund Ronald Seunig die Falco Privatstiftung. Aufgabe der Stiftung ist es, den künstlerischen Nachlass des einzigartigen und weltbekannten Pop-Musikers aus Österreich zu wahren. Zudem stellte die Stiftung bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 die Versorgung Maria Hölzels sicher, die nach mehreren Schlaganfällen umfänglicher Pflege bedurfte.

Seither widmet sich die Stiftung vermehrt der Förderung musikalischer Talente, so zum Beispiel durch den im Jahr 2016 erstmals ausgetragenen Schulwettbewerb "Helden von Heute - Falco goes School".

Die Falco Privatstiftung freut sich, dass der Passauer Produzent Oliver Forster Falco zu seinem 60. Geburtstag ein ganz besonderes Denkmal setzt. "FALCO - Das Musical" überzeugte bereits vom ersten Konzept an als Hommage an Hans Hölzel. Die Unterstützung dieser respektvollen Verbeugung vor Falco ist der Stiftung ein besonderes Anliegen und eine große Freude.[1]

 

Eindrücke des Abends

Eine Leinwand, zwei fünfstufige Treppen, so das Bühnenbild. Falco spricht in Originaleinblendungen zum Publikum. Die erste Szene beginnt mit zwei weiblichen Personen, die vor den Trümmern eines Autowracks (Einspielung per Stream) sitzen. Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen diskutieren wer oder was IHN umgebracht hat. War es sein innerer Wunsch nach Normalität oder die Sucht nach der Erfüllung ständiger Versuchungen?

Im Stück wird in einer knapp 2 stündigen Zeitreise in die Rückblende eingeladen. Falcos Manager (Sebastian Achilles, glaubhaftes Spiel des besorgten und später väterlichen Freundes) erzählt seine Wahrnehmung in Bezug auf Falcos bizarre Sonderheiten. Sequenzweise werden Stationen aus seinem Wirken und Schaffen gezeigt, thematisch begleitet von seinem Nr. 1 Hit in den USA, Drogensucht bis hin zum nie ganz aufgeklärten Unfalltod in der Dominikanischen Republik.

Falcos teils extrovertiertes, aufgesetztes Überlegenheitsverhalten und seine menschliche, innere Zerrissenheit werden besonders gut durch die Begleitung zweier Phantasiefiguren inszeniert. Der Regisseur Peter Rein stellt Falco "Jeanny" und "Ana Conda“, 2 Charaktere zur Seite, welche als Engel und Teufel, Gut und Böse, ihn zum normalen, bürgerlichen Leben oder der ewig lockenden Verführung durch Erfolg, Macht und Absturz, durch das Stück und die Texte begleiten.

Mit "Jeanny“ in weiß (Reinheit und Hoffnung) und "Ana Conda“ in schwarz/rot (Sünde und Todessehnsucht) gekleidet, setzt die Kostümierung nochmal visuelle Gedankenreize für das Publikum.

Die Songs werden von TänzerInnen des Ensembles begleitet. Bei Choreografien wie „Tanz Mephisto“ und „Jeanny“ wird die Zerrissenheit in Falcos Wesen sehr stark bildhaft greifbar.

 

Stefan Wessel legt seinen Falco mit zurück gegeltem Haar und dunkler Sonnenbrille, stimmlich und optisch perfekt in Mimik und Gestik, begleitet von einer fünfköpfigen Band, originalgetreu an. Dem Publikum gefällt dies, besonders in den Zugaben holt der Schauspieler seine Zuhörer emotional mehrfach ab. Standing Ovation und begeistertes, rhythmisches Klatschen.

Falco hätte dieser Hype um seine Person sicher gefallen. Ob Johannes „Hans“ Hölzel damit einverstanden gewesen wäre, werden wir nicht erfahren. Denn wie das Stück ausgeht, hat das Schicksal ja bereits vorgeschrieben, es ist traurige Geschichte, mit welcher der Austria Sänger in die Popgeschichte eingegangen ist.

"Falco – Das Musical" bietet eine gute Mischung aus großer multimedialer Inszenierung, tänzerischen Darbietungen und Interpretationen bekannter Songs des Popidols. Für echte Falco Fans ein unterhaltsamer Abend mit Songs wie z. B. „Der Kommissar", „Ganz Wien“, „Rock Me Amadeus" „Jeanny“ und „Out oft he Dark“. Mitsingen und Erinnerungen an die 80er werden wach!

 

Cast

Falco               Stefan Wessel

Manager           Sebastian Archilles

Ana Conda       Victoria Müller

Jeanny             Nike Tiecke

 

Tänzerinnen

Livia Delgagdo, Julia Fechter, Elgantina Turku, Maria Moncheva, Felzia Roth

 

Tänzer

Rudolf Giglberger, Paul Hilgedieck, Carl Richardson

 

Band

E Gitarre           Valentin Bröder

Saxophon        Florian Fuss

Bass                Fabian Holoubek

Schlagzeug      Florian Koch

Keybord           Max Tschida

 

Weitere Tourtermine: http://www.falcomusical.com/tourdaten

 

 

 

S. Finger



[1] http://www.falcomusical.com/

 

 


 

 

„Scherbe(l)n bringen Glück“

Uli Scherbel

Solokonzerte 08.04. und 09.04.2017, Kronach

 

Und er tut es erneut- und gleich doppelt. Begleitet wird er auch dieses Mal von der fabelhaften Pavel Sandorf Big Band, unter der Leitung von Pavel Sandorf.

 

Uli verscherbelt Glücksmomente – nein, er verschenkt sie und das aus vollem Herzen, mit einem immer strahlenden Lächeln auf den Lippen.

 

Sein erstes Konzert, im Oktober 2016 war bereits nach wenigen Stunden ausverkauft und so folgte, aus der anfänglichen Idee, in Mutters Küche zu Hause in Rothenkirchen, ein zweites und drittes Solo Konzert. Der gebürtige Oberfranke hatte einen Zeitungsartikel gelesen, welcher aussagte, dass die Franken auf Platz 5 des aktuellen Glücksbarometers seien. Da ist doch noch Luft nach oben, da muss doch was zu machen sein, so dachte er. Ja, an beiden Tagen, im ausverkauften Kreiskulturraum, konnte man in glücksselige Gesichter blicken. Seitdem steigt und steigt das Barometer.

 

 

 

Der Musical-Star versteht es mit Stimme, Tanz und Bühnenpräsenz sein Publikum in den Bann zu ziehen. Glücksmotivierend, mal mit lauten, mal mit leisen Tönen, entertaint er sein Publikum gekonnt durch den 3-stündigen Abend. Seine Heimatverbundenheit ist zu spüren und so kann man kleine Nervositätsstolperer dem „Grinsekasterl“, wie er sich selbst nennt, nicht übel nehmen. Persönliche Erinnerungen aus den Stationen seines Lebensweges, vom Krankenpfleger zum Sänger und Schauspieler, gepaart mit fränkischer Mundart, bettet er mit seinem Charme in das Programm ein.

 

 

 

Seine 4 Männermoves (Manuel Neuer wippen, das klassische Luftgitarrensolo, die Dieter Bohlen Faust und der Howie) mit denen er das männliche Publikum überzeugen möchte, sorgten auch 2017 wieder für mächtig Begeisterung bei der Damenwelt. So sah man die ein oder andere Frau in der Pause ihren Mann murmelnd in die Hüften stupsen „Probier` den doch mal aus“.

 

 

 

Besonders beindruckend ist seine Wandlungsfähigkeit, in der er sich von einer Minute auf die andere in unterschiedliche Rollen einfühlen kann. Sei es in den aufbruchswilligen Dr. Jekyll („Dies ist die Stunde“), einen alternden Stepptänzer („Mr. Bojangle“) oder einen französisch akzentuiert sprechenden Kerzenleuchter (Sei hier Gast“), jeder Figur haucht er glaubhaft, fühlbares Leben ein.

 

 

 

Fängt Uli an zu singen, zu swingen oder zu steppen ist man in dem Moment glücklich, dass er die Blutdruckmanschetten, die Spritzen und den Krankenhausflur eingetauscht und  „Die Bretter die, die Welt bedeuten“ für sich erobert hat. Seinen früheren Beruf vergisst er dennoch nicht. So setzte er sich auch dieses Jahr wieder für den Hospitzverein Kronach e.V. ein, wo die Spenden, die für seine unterschriebenen Plakate eingesammelt worden, hingeleitet werden.

 

 

 

Bis zum 03.09.2017 spielt das Udo Jürgens Musical „Ich war noch niemals in New York“, mit Uli in der Rolle des Freds Hoffmann noch in Hamburg. Da durften natürlich bei seinem Konzert auch ein paar Werke des großen Meisters nicht fehlen. Beim „Griechischen Wein“ und „Ehrenwerten Haus“ schunkelte und klatschte der ganze Saal. Toleranz für gleichgeschlechtliche Beziehungen, ein wichtiges Thema und eigentlich Selbstverständlichkeit im 21. Jhd., stellte Uli seine Frage offen, Gedankenanregend dem Kronacher Publikum: „Gibt es hier auch ein ehrenwertes Haus?“

 

 

 

 

Es war eine emotionale Achterbahn der Gefühle, dieser verscherbel(t)e Abend! Und sein Publikum gibt ihm Emotionen zurück, atemberaubende Stille von unten und Tränen der Rührung bei Titeln wie „So leb dein Leben“ und „Was wichtig ist“, Bravorufe und Standing Ovation als der letzte Vorhang fällt.

 

…und da ja nicht alle, wie es im Song hieß „….bis zum Frühstück“ bleiben konnten, gab es nach dem Konzert ein Meet und Greet, bei welchem sich Uli für jeden einzeln kurz Zeit nahm und es auf seinen Wunsch hin, Stärkungen mit seiner geliebten Leberkäsesemmel gab.

 

Wie lange hält das Barometer hoch? Dürfen wir bald auf neue „Glückliche Momente“ hoffen?

 

 

Text und Fotos: Sabine Finger

 

 

 

 

 


 

Shylock!

Theater Pforzheim - 8. April 2017

 

 

 


 

 

„Am schönen blauen Nil“ mit Muko-Tours

 „Prinzessin Nofretete“- Musikalische Komödie Leipzig

 

 

Schon vor den Türen der Musikalischen Komödie Leipzig beginnt an diesem Premierenabend die Reise nach Ägypten zu „Prinzessin Nofretete“.
 
Begrüßt werden die „Mitreisenden“ von Inge und Erika – zwei Kameldamen aus dem Wildpark Leipzig. Auch das Foyer ist dem Anlass entsprechend dekoriert – da stehen Skulpturen die ans alte Ägypten erinnern und, damit man auch nicht zu spät zur Exkursion erscheint, eine große Bahnhofsuhr. Alles ist Bestens für diese Reise vorbereitet – eine besondere Reise, denn Nico Dostals Operette „Prinzessin Nofretete“ war verschollen und wird nach 80 Jahren endlich wieder aufgeführt. Endlich, das trifft es – dieses Stück ist amüsant, kurzweilig und unterhaltsam – die Musik im Stile der 20er und 30er Jahre lebhaft.
 
Noch eine Besonderheit, während der Vorstellung darf fotografiert werden, dazu wurde ein großer Fotoapparat angebracht – leuchtet er auf – darf geknipst werden.
 
Operndirektorin Franziska Severin (Regie) und Ihr Team greifen die Anfänge des Pauschaltourismus auf und nehmen uns mit auf die Expeditionsreise in ein ägyptisches Museum mit Ausgrabungsstätte des Lord J.Callagan (Patrick Rohbeck). Pollie Miller (Nora Lentner) unsere Reiseleiterin trifft dort ihre alte Liebe Totty Tottenham (Andreas Rainer) – dieser aber soll Claudia Callagan (Lilli Wünscher) heiraten – so hat es der Familienrat, angeführt von Tante Quendolin Tottenham (Angela Mehling), beschlossen. Claudia, Lord Callagans Tochter, ist davon nicht begeistert, denn sie hat sich in Dr. Eklind (Radoslaw Rydlewski) verliebt.
 
Als Lord Callagan die Verlobung bekannt geben will, macht die Entdeckung der Grabkammer einer Prinzessin Nofretete die Runde. Claudia bittet ihren Vater, das Schicksal der Nofretete über ihr eigenes Liebesschicksal entscheiden zu lassen. Und so steigen Lord Callagan und der Hellseher Abu Asam (Michael Raschle) in die Grabkammer, um die Geschichte der Prinzessin zu entdecken ...
 
Die wundervollen Kostüme (Sven Bindseil) und eine faszinierende Bühne (Frank Schmutzler) sind Grundlage für diese wunderbare Inszenierung. Man fühlt sich, als wäre man mitten drin. Auch der Theatersaal ist mit einbezogen, 2 große Banner – liebevoll in 3 Monaten von Hand gemalt – hängen am Balkon und 2 übermannshohe Statuen rahmen rechts und links die Bühne ein.
 
Die Cast leistet großartiges. Da es keinerlei Klangbeispiele gibt, war eigenes Erschaffen der Rollen angesagt – was vorzüglich gelang.
 
Lilli Wünscher, gleich in 3 Rollen zu sehen (Claudia, Nofretete und Fatamorgana), schafft es, jede einzelne Figur brillant zu spielen und zu singen – eine Darstellerin - 3 verschiedene Frauen – wunderbar!
 
Patrick Rohbeck schien voll in seinem Element als Vater Lord J. Callagan und Pharao Rhampsinit. Die Lacher auf seiner Seite hatte Andreas Rainer als schüchterner Totty Tottenham und Prinz Thototpe.
 
Eine ganz liebreizende Reiseleiterin und Palastdame zeichnet Nora Lendner als Pollie Miller / Teje.
 

 
Die Intrigantin, Tante Quendolin Tottenham, wurde wunderbar dargestellt von Angela Mehling.
Aber auch Radoslaw Rydlewski (Dr. Hjalmar Eklind / Amar) – stimmlich etwas schwach aber mit starkem Schauspiel und Michael Raschle (Abu Assam / Assamabu) überzeugen in Ihren Rollen.
Das Ballett, mit hervorragenden Choreographien von Mirko Mahr, war phantastisch und erhielt besonders viel Applaus.
 
 

 
Insgesamt war es ein sehr lohnenswerter Theaterabend - die Musikalische Komödie hat weder Kosten noch Mühen gescheut und wurde vom Publikum mit tosendem Applaus dafür belohnt.
 
 
Text: Sylvia Baierl
Fotos: Kirsten Nijhof

 

 


 

 

Monte Python's Spamalot am Salzburger Landestheater

 

Musical von Eric Idle und John Du Prez, liebevoll gefleddert aus dem Spielfilm »Die Ritter der Kokosnuss« / In Kooperation mit Musik & Theater Saar

 

Premiere: 18.09.2016
Besuchte Vorstellung: 27.03.2017
 
 
 

Elliott Carlton Hines und Uwe Kröger © Anna-Maria Löffelberger
 
 
»Spamalot« parodiert mit frechem Witz die Legende von König Artus und den Rittern der Tafelrunde auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Mit Unterstützung durch die Fee aus dem See erlebt die kleine Ritterarmee die verrücktesten Abenteuer: Sie begegnen dem schwarzen Ritter und dem grausamen Kaninchen, die Burg Camelot sieht aus wie ein Nachtclub aus einem wahr gewordenen Männertraum und Ritter Lancelot entpuppt sich als leidenschaft-licher Tänzer à la Copacabana. Selbstverständlich gibt es auch eine Liebesgeschichte – und die Kunstform Musical wird mit viel Herz auf die Schippe genommen.
Die britische Komikergruppe Monty Python wurde durch ihren unvergleichlich-schrägen schwarzen Humor, die Fernsehserie »Monty Python’s Flying Circus« und ihre Filme »Das Leben des Brian« und »Der Sinn des Lebens« weltberühmt. »Spamalot« vermengt Motive aus dem eigenen Spielfilm »Die Ritter der Kokosnuss« mit Songs wie »Always Look on the Bright Side of Life« der Monty Pythons.
 
 

Sascha Oskar Weis und Marc Seitz © Anna-Maria Löffelberger
 
 
Die Rolle des König Artus spielt Uwe Kröger mit viel Witz und Humor. Er vermag es auch, durch überzeugendes Spiel die tiefe Depression und Trauer über seine vermeintliche Einsamkeit zu vermitteln und das Publikum so zwischen Mitgefühl und Situationskomik hin und her zu reißen. Seine tiefe Stimme verleiht König Artus in den scheinbar stillen Momenten besonders viel Gefühl.
Die Rolle der Fee aus dem See wurde an diesem Abend von Franziska Becker übernommen. Auch sie kann mit viel Humor und kräftiger Stimme überzeugen und es gelingt ihr, sowohl die elfenhafte Fee selbst als auch die leicht hysterische Darstellerin der Fee aus dem See gekonnt zu verkörpern.
In den weiteren Rollen sind Marc Seitz (u.a. Sir Robin), Sascha Oskar Weis (u.a. Sir Lancelot), Elliott Carlton Hines (Patsy) und Julian Looman (u.a. Sir Dennis Galahad) zu erleben - sie alle haben augenscheinlich Spaß an dieser turbulenten Show und verkörpern ihre unterschiedlichen Rollen mit starken Stimmen und großem komödiantischem Talent.
 
 

Uwe Kröger © Anna-Maria Löffelberger
 
 
Das abwechslungsreiche Bühnenbild von Court Watson und die schrillen Kostüme von Conny Lüders fügen sich ebenso wie die Choreografie von Kim Duddy perfekt in die Geschichte ein und unterstreichen die Handlung. Als besonders gekonnter Schachzug wurde das Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Stefan Müller in das Bühnenbild integriert. Die Bespielung der vordere Seiten-Logen sorgt zudem für Abwechslung und die Verbindung von Teilen der Bühne mit den Logen schafft eine besondere Nähe zum Publikum, welche durch eine spätere Einbeziehung des Zuschauerraumes durch das Ensemble noch verstärkt wird.
 

Ensemble © Anna-Maria Löffelberger
 
 
Durch die gekonnte Inszenierung von Andreas Gergen ist es gelungen, das österreichische Publikum für den schwarzen englischen Humor zu begeistern und die Lachmuskeln der Zuschauer aufs Äußerste zu strapazieren. Und so ist es nicht verwunderlich, dass am Ende der komplette Saal steht und alle zusammen "Always Look on the Bright Side of Life" singen.
Spamalot verspricht einen skurrilen Abend im Theater mit sehr viel Spaß!
Eine Zusatzvorstellung gibt es noch am 12.06.2017 sowie eine kurze Spielzeit in Merzig (Saarland) vom 16.08. bis 03.09.2017.
 
 
B.L.
 

Musical-Ensemble und Marc Seitz © Anna-Maria Löffelberger
 

 

 

Ghost - Landestheater Linz

 

 

„Sam und Molly sind frisch verliebt und haben gerade ein neues Apartment bezogen. Doch eines Abends geschieht das Unfassbare: Sam wird bei einem Überfall erschossen. Während Molly um ihn trauert, wandert Sam als guter Geist umher und findet heraus, dass auch Molly in Lebensgefahr schwebt. Doch als Geist kann er weder von den Lebenden gesehen werden, noch in das Geschehen eingreifen … – 1990 begeisterte der Film eine ganze Generation. Seit 2011 erobert die Musicaladaption die Bühnen der Welt.“ - Mit dieser Stückinformation lockt das Landestheater Linz seine Zuschauer in die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals „GHOST – Nachricht von Sam“.

 

 

 

Zur ausverkauften Premiere am 18.März 2017 waren auch Verantwortliche des Konzerns Stage Entertainment und des Theater des Westens angereist. Diese bringen die Linzer Inszenierung Ende des Jahres nämlich nach Berlin. Überzeugen konnte die Produktion nicht nur mit einer großartigen Besetzung, sondern auch mit einem nahezu perfekt abgestimmten Mix aus Gefühl, Komik und Magie. Mit einem sehr klug zusammen gestelltem Licht- und Soundkonzept konnte das Publikum oftmals ins Staunen versetzt werden. Der laufende Wechsel zwischen dem Dies- und dem Jenseits sorgte für einen mehr als ausreichenden Spannungsbogen um in keinster Weise Langeweile aufkommen zu lassen.

 

 

 

Riccardo Greco, als Sam, kann nicht nur mit seinem gefühlvollen Gesang, sondern auch durch sein herausstechendes Schauspiel vollends überzeugen und wird von einer hinreißenden Anais Lueken (Molly) auf seinem Weg begleitet. Sie lässt jeden Zuschauer an ihrer Trauer und ihrer Zerrissenheit von Glauben und Nicht-Glauben teilhaben. Mit ihrer wunderbar erfrischenden Art und einer herzhaft passenden Situationskomik sorgt Ana Milva Gomes als Oda Mae Brown für die meisten Lacher des Abends. Ebenso Peter Lewys Preston kann als fieser Freund und Geschäftspartner Carl überzeugen, obwohl er nicht gerade für Sympathien aufgrund seiner Rolle hoffen darf. Selbst kleinere Rollen wie der U-Bahn-Geist (Gernot Romic) oder der Krankenhaus-Geist (Rob Pelzer) sind wie das restliche Ensemble treffend besetzt. Die Choreographien wirken durchwegs stimmig und solide in die Inszenierung eingearbeitet.

 

 

 

Mit dieser Produktion ist dem Landestheater Linz ein sicherlich erfolgreicher Musical-Hit gelungen, der nun auch über Österreichs Grenzen hinaus für Furore sorgen könnte.
 
 
M.K.

 

 

 

 

 


 

 

DIE BESTE ALLER MÖGLICHEN WELTEN

Candide

Komische Oper von Leonard Bernstein

Theater Pforzheim

Premiere: 25.02.2017, besuchte Vorstellung: 02.03.2017

 

 

 

 

Johannes Strauß (Candide) und Chris Murray (Voltaire), von links  

(Foto: Sabine Haymann)

 

 

 

Für den jungen Candide ist die Welt noch in Ordnung. Er lebt behütet auf dem Schloss eines westfälischen Barons und seiner Gattin. Sein Leben wird maßgeblich von zwei Personen bestimmt: seiner Freundin Cunegonde und seinem Lehrer Dr. Pangloss. Sie ist die wunderschöne Tochter des Barons und der Baronin, wohingegen er als Universalgelehrter Latein, sämtliche Naturwissenschaften, Theologie und Philosophie gleichzeitig unterrichtet. Sein Credo: Die derzeitige Welt ist die beste aller möglichen. Doch gerät Candides kleine Welt aus den Fugen: Er wird aus dem Schloss geworfen, weil sein nicht standesgemäßes Verhältnis mit Cunegonde auffliegt. Für ihn beginnt eine abenteuerliche Reise, in deren Verlauf er Kriege sowie Naturkatastrophen überlebt und jenseits des Atlantiks ein magisches Zauberland entdeckt: El Dorado. [1]

 

 

 Leonard Bernstein's „Candide“ wurde 1956 uraufgeführt und basiert auf dem Roman “Candide oder der Optimismus“ von 1759, in dem der französische Philosoph Voltaire die kirchlichen und staatlichen Autoritäten seiner Zeit verspottet.

“Candide“ ist neben der “West Side Story“ das bekannteste Werk von Bernstein und seine wohl kühnste Schöpfung für das Musiktheater. Seine Musik ist eine Mischung aus klassischer Operette, Musical und Komischer Oper.

Der gesellschaftspolitisch denkende Bernstein zeichnet mit seiner Komischen Oper ein satirisches Bild seiner Zeit, inspiriert von der Voltaire's beißender gesellschaftskritischer Ironie.

 

In Pforzheim erleben wir die Neufassung von 1974 mit dem Libretto von Hugh Wheeler und zusätzlichen Gesangstexten von Stephen Sondheim, John Latouche, Lillian Hellman, Dorothy Parker und Leonard Bernstein.

 

Für die Rolle des Erzählers Voltaire konnte Pforzheims Publikumsliebling Chris Murray gewonnen werden, welcher es - hier mit französischem Akzent - gekonnt versteht, die verschiedensten Schauplätze mit einem roten Faden zu verbinden. Gleichzeitig verkörpert er auch noch die Rollen von Candides Lehrer Dr. Pangloss (der Optimist), den alten, holländischen Philosophen Martin (der Pessimist) und den treuen, südamerikanischen Begleiter Cacambo. Es gelingt ihm, alle vier so unterschiedlichen Rollen überzeugend und sehr individuell – sogar mit unterschiedlichen Stimmen - darzustellen und er verdient sich damit großen Applaus.

Als den einfach gestrickten Held Candide, dem Dr. Pangloss versucht, die Leibnizsche Theorie der “besten aller Welten“ näherzubringen, ist Johannes Strauß zu erleben und Elisandra Melián als seine große Liebe Cunegonde.

 

“Candide“ ist eine verrückte, verworrene Reise durch die Welt, in der die Theorie des Optimismus ad absurdum geführt wird.

 

 

 

 

Chris Murray (Dr. Pangloss und Johannes Strauß (Candide), von links   (Foto: Sabine Haymann)

 

 

 

Candide

Komische Oper von Leonard Bernstein

 

Scottish Opera Version

Gesangsnummern auf Englisch, Dialoge auf Deutsch

 

Musik von Leonard Bernstein

Text nach Voltaires Erzählung von Hugh Wheeler

Gesangstexte von Richard Wilbur

mit zusätzlichen Gesangstexten von Stephen Sondheim, John Latouche, Lillian Hellman, Dorothy Parker und Leonard Bernstein

Orchestration von Lenonard Bernstein und Hershy Kay

Zusätzliche Orchestration von John Mauceri

Deutsch von Stephan Kopf, Zelma und Michael Millard

 

Besetzung:

 

Voltaire/Pangloss/Martin/Cacambo — Chris Murray

Candide — Johannes Strauß

Cunegonde — Elisandra Melián (6./ 19./ 25.5.: Isabell Schmitt a.G.)

Maximilian/Captain/2. Offizier/Don Issachar — Paul Jadach

Old Lady/Baronin/James — Anna Agathonos

Paquette/1. Offizier — Danielle Rohr

Gouverneur/Vanderdendur/Ragotski/Baron/Erzbischof — Kwonsoo Jeon

Hermann Augustus/2. Inquisitor/Croupier — Cornelius Burger

Zar Iwan/3. Inquisitor — Aleksandar Stefanoski

Charles Edward/1. Inquisitor/Senor/Mann aus Lissabon/Spitzel/Franziskaner — Max Friedrich Schäffer

Sultan Achmet/Senor — Karel Pajer

 

Chor des Theaters Pforzheim

Mitglieder des Ballettensembles

Badische Philharmonie Pforzheim

 

Inszenierung — Magdalena Fuchsberger

Musikalische Leitung — Mino Marani

Bühne — Dirk Steffen Göpfert

Kostüme — Kathrin Hegedüsch

Choreografie — Guido Markowitz

 

Dauer: ca. 3h 10 Min, Pause nach ca. 1h 35 Min

 

 

 

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[1] Pressetext des Theater Pforzheim

 

 

 

 

 

 

 

 


 

DER RING - Unplugged -

Frank Nimsgern, Zodwa Selele, Chris Murray

 

Am 18. Februar 2017 lud die ACT CENTER AKADEMIE für Musical NÜRNBERG zu einem exklusiven intimen unplugged Theaterkonzert ein.
Den Rahmen dieses Konzerts bildete ein Rock Musical Workshop am Beispiel der RockOper „Der RING“, welcher an diesem Wochenende mit den beiden Hauptdarstellern Zodwa Selele und Chris Murray sowie dem Komponisten Frank Nimsgern stattfand. Die ACT CENTER AKADEMIE ist eine Ausbildungsstätte und Talentschmiede für Bühnennachwuchs und Weiterentwicklungs-Möglichkeit für Profis. Während der Ausbildung zum Musical-Darsteller in Voll- oder Teilzeit genießen die Schüler regelmäßige Workshops mit den renommiertesten Künstlern ihres Bereiches.

 

 

 

Frank Nimsgern, Chris Murray, Zodwa Selele // Foto: Tom Schrade (www.schrade-kunst.de)

 

 


Die Zuschauer erlebten bei diesem besonderen Konzert einen abwechslungsreichen Mix von Songs aus „Der RING“ sowie anderen Rock- und Pop-Musicals, wie zum Beispiel „Jekyll & Hyde“ sowie dem hoch gelobten und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Broadway-Hit „Hamilton“.

 

Zodwa Selele überzeugte an diesem Abend mit ihrer rockigen Stimme, obwohl sie unter einer fieberhafter Erkrankung litt. Sie bezauberte unter anderem auch mit Songs aus “Der König der Löwen”, “Sister Act” und “Pocahontas” sowie gemeinsam mit Chris Murray sehr gefühlvoll bei “Sind die Sterne gegen uns” aus “Aida”.


Chris Murray zog die Zuschauer zum Beispiel mit “Unstillbare Gier” aus “Tanz der Vampire” in seinen Bann und interpretierte dramatisch und einmalig stimmgewaltig “Gethsemane” aus “Jesus Christ Superstar”.

Außerdem schlüpfte er, der sonst eigentlich den Zwerg “Alberich” in “DER RING” verkörpert, an diesem Abend auch einmal in die Rolle von Gott “Wotan” und verzauberte das Publikum gemeinsam mit Zodwa Selele (“Brunhild”) mit dem wunderschönen Duett “Lass uns Erinnerung sein”.

 

 

 

Frank Nimsgern, Chris Murray // Foto: Tom Schrade (www.schrade-kunst.de)

 



Unterstützt wurden die Beiden von Frank Nimsgern an Piano und Gitarre sowie verschiedenen Playbacks, zum Beispiel Stimmen „des Rings“ – man hörte, wie der Ring auf verführerische Art Alberich zu sich ruft.

Im zweiten Teil überraschten zwei Special Guests die Zuschauer mit ihren Auftritten -  Kathy Krause (“SnoWhite”) und Roberta Valentini (“Elisabeth”).

 

Eine besonders interessante Note erhielt das Konzert durch kleine informative Interviews zwischen Chris Murray und Frank Nimsgern. Durch die persönliche Anwesenheit des Komponisten von “DER RING” konnten die Zuschauer intime Einblicke in die Entstehung eines Musicals gewinnen. So erzählte Frank Nimsgern, wie er eigentlich ein anderes Musical hätte scheiben sollen und ihm bei einem Blick über den Rhein stattdessen die Idee zu “DER RING” kam, einer Neudeutung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen”. Und es wurden viele interessante Hintergrundinformationen zum Musical “DER RING” verraten. Zum Beispiel sollte der Zwerg “Alberich”  eine schwache Seite erhalten, weshalb er sich nach Frankenstein-Manier „Siegfried“ aus Erde und Stahl erschafft, da er zu schwach ist, den Ring allein zurück zu erobern. Außerdem gab es einen kleinen Exkurs in die 12 Leitmotive von Richard Wagner, welche von Frank Nimsgern gekonnt in das Musical integriert wurden.

 

 

 

Frank Nimsgern, Zodwa Selele // Foto: Tom Schrade (www.schrade-kunst.de)

 

 


Einen glanzvollen Schlusspunkt des Konzertes setzten Zodwa Selele und Chris Murray mit “Can You See The Light”, einem Song, den Frank Nimsgern für die Show “Elements” geschrieben hatte und welcher jahrelang in Las Vegas als Titelmelodie von Siegfried und Roy zu hören war.

Die nicht enden wollenden stehenden Ovationen bewiesen, dass dieses einmalige Konzert beim Publikum sehr gut ankam und eine Wiederholung in jedem Fall wünschenswert wäre. Ein großer Dank gebührt hier auch der ACT CENTER AKADEMIE unter der Leitung von Luna Mittig für die perfekte Organisation dieses besonderen Erlebnisses.

 

 

B.L.

 


 

CHRIS MURRAY in Concert

11. Februar 2017 - OnStage Braunschweig

 

 

 


 

 

 

Jekyll & Hyde

 

Großes Haus in Stralsund – 13. Januar 2017

Großes Haus in Greifswald – 5. Februar 2017

 

Musical nach der Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson

 

Nach den großartigen Open Air Aufführungen im Sommer 2016 ist Frank Wildhorn’s Musical „Jekyll & Hyde“ in der Inszenierung von Horst Kupich nun erfolgreich in den Theatern Vorpommerns angekommen.

 

Das Dämonische auf der einen Seite und das engelsgleich Gute auf der anderen – das macht die Natur eines jeden Menschen aus. Doch in welchem Verhältnis stehen sie? In welchem Maße üben sie Einfluss aus? Dies möchte der gesellschaftlich hochgeachtete und vermögende Londoner Arzt Dr. Henry Jekyll anhand eines Experiments erforschen. Er ist überzeugt davon, ein Mittel gefunden zu haben, das das Gute vom Bösen im Menschen trennen kann.

Da der Vorstand des Krankenhauses, in dem Dr. Jekyll praktiziert, dessen Antrag auf ein menschliches Versuchskaninchen entschieden ablehnt, erklärt er sich selbst heimlich zum Probanden. Die Folgen sind schrecklich und angsteinflößend: Er verwandelt sich in Mr. Hyde und als Edward Hyde tötet er die Mitglieder des Krankenhausvorstandes. Dann bedroht er die Hure Lucy, mit deren Schicksal Dr. Jekyll zuvor Mitleid gehabt hatte. Dr. Jekyll müsste Einhalt gebieten! Doch lässt sich das Experiment so einfach abbrechen?

Die Faszination, die von dieser Geschichte ausgeht, ist seit dem Erscheinen der Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ des schottischen Dichters Robert Stevenson im Jahr 1886 ungebrochen. Als eine der berühmtesten Ausformungen des Doppelgängermotivs in der Weltliteratur diente der Stoff als Vorlage für knapp 30 Verfilmungen; gut 100 Jahre nach der Veröffentlichung schuf Frank Wildhorn daraus ein Musical mit klanggewaltigen Pop-Rock-Songs und düsteren Balladen, die auf einzigartige Weise die Ambivalenz der Persönlichkeit der Hauptfigur unterstreichen.

 

 

 

copyright: Vincent Leifer

 

 

 

In der Greifswalder Premiere war erneut Chris Murray in der Titelrolle zu erleben. Einmal mehr konnte er hier sein erstklassiges Können unter Beweis stellen und in dieser schweren Doppelrolle beeindrucken.

Auch die weiteren Rollen, wie in der Sommerproduktion besetzt mit Solisten und Mitgliedern des Opernchores des Theaters Vorpommern, rundeten das Gesamterlebnis für das Publikum gekonnt ab.

 

Besonders lobenswert ist der Einsatz des Philharmonischen Orchesters Vorpommern, welches das Gesamterlebnis für das Publikum unterstützt. Leider scheint es um die Akustik des Großen Hauses in Greifswald nicht zum Besten zu stehen oder es wäre hier eine Feinabstimmung seitens der Tontechnik erforderlich, da Dialoge gelegentlich leider etwas dumpf klangen.

 

Das Bühnenbild und die Kostüme von Christopher Melching gewinnen eindeutig durch die Verlagerung auf die kleinere Bühne eines abgeschlossenen Theatersaals. So wird dem Zuschauer ein viel tieferes Eindringen in die Geschichte und die Lebensumstände im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts ermöglicht. Das etwa 100 Jahre alte Theater bietet dem Musical einen stilvollen Rahmen.

 

Die stehenden Ovationen am Premierenabend bewiesen, dass diese Inszenierung im Theater genauso ein Erfolg beim Publikum ist wie Openair. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Möglichkeit hierzu gibt es noch an folgenden Terminen: 11.03. Greifswald, 30.04. und 17.05. Stralsund sowie zum letzten Mal am 24.05. in Greifswald.

 

 

 

 

copyright: Vincent Leifer

 

 


 

 

 

Foto © Kirsten Nijhof

 

 

LOVEMUSIK

 

Musical von Kurt Weill und Alfred Uhry

Deutsche Erstaufführung

 

„Wenn ich mich nach dir sehne, so denke ich am meisten an den Klang deiner Stimme, den ich wie eine Naturkraft, wie ein Element liebe.“

Dies schrieb Kurt Weill 1926 an Lotte Lenya. Seit dem 21.01.2017 kann man die besondere Liebe zwischen Kurt Weill und Karoline Wilhelmine Charlotte Blamauer (Lotte Lenya) an der Musikalischen Komödie Leipzig erleben. Basierend auf den Briefen welche sich beide schrieben inszeniert Regisseur Cush Jung die Geschichte von zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein können und doch unzertrennlich waren.

 

Berlin Grünheide 1924 – Lotte ist als Haushaltshilfe bei dem Dramatiker Georg Kaiser engagiert, der sich mit Weill wegen einer Oper treffen möchte. Lotte holt Weill mit einem Ruderboot vom Bahnhof ab. Weill, selbst eher schüchtern und gut-bürgerlich erzogen, ist fasziniert von dieser unkonventionellen, teils ungehobelten Person und verliebt sich schnell in Lotte. Bald heiraten sie und ziehen zusammen. Kurt Weill schreibt gemeinsam mit Bertolt Brecht die „Dreigroschenoper“ , in der Lotte die Hauptpartie sang und „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“, welche 1930 am Neuen Theater Leipzig (heute Opernhaus) Premiere hatte, bei der Lotte Lenya nicht auf der Bühne stand und den von der NSDAP provozierten Skandal im Publikum miterleben musste.

 

 

 

Anna Preckeler (Lotte Lenya) © Tom Schulze

 

 

 

Kurts erste Frau ist die Musik und Lotte fühlt sich vernachlässigt. Sie hat ständig Affären, aber ist Kurt gegenüber immer offen. Als die Bedrohung durch die Nationalsozialisten zu groß wird, beschließt Kurt Weill (jüdischer Kantorensohn) nach Paris zu gehen. Er überschreibt ihr sein Vermögen und beide lassen sich scheiden. Lotte geht eine Affäre mit dem Tenor Otto Pasetti ein – der sie aber um das Vermögen betrügt.

Lotte reist zu Kurtnach Paris, wo sie wieder ein Paar werden. 1935 wandern sie in die USA aus. Dort heiraten sie ein zweites Mal. Weill feiert einige Erfolge am Broadway, Lottes Erfolge als Schauspielerin lassen auf sich warten und sie ist unzufrieden. Nach dem Flop der Operette „The Firebrand of Florence“ zieht sich Lotte ganz von der Bühne zurück. 1950 gesteht Kurt, dass er seit 6 Jahren eine Beziehung in LA hat, dies trifft Lotte sehr. Trotzdem bleiben beide bis zum Tode Kurt Weills am 03.April 1950 zusammen.

„Ich war 24 Jahre mit ihm verheiratet, und bevor wir heirateten, lebten wir zwei Jahre miteinander, insgesamt also 26 Jahre. Als ich ihn sterben sehen musste, zweifelte ich, ob ich ihn jemals gekannt habe.“ Lotte Lenya 1979

 

Sehr realistisch erzählt Regisseur Cusch Jung in seiner Inszenierung die Geschichte des Ehepaares Lenya-Weill. Mit wenig Requisiten und der Hilfe von 3 Videowänden als Kulisse entstehen auf der Bühne der MuKo u.a. der Peetzsee in Grünheide, das ärmliche Zimmer Kurt Weills in Berlin, die Villa der Weills in New York aber auch der Strand von Santa Monica. Wundervolle, zeitgemäße Kostüme (Silke Wey) unterstützen die Szenerie.

 

 

Hans-Georg Pachmann (Kurt Weill) © Kirsten Nijhof

 

 

 

Ein Geniestreich gelingt Cush Jung mit der hervorragenden Cast.

Anna Preckeler agiert als Lotte Lenya großartig, ohne die 1981 verstorbenen Künstlerin einfach nur zu kopieren. Sie gibt der Figur einen eigenen Charakter und eine eigene Stimme – und trotzdem erkennt man die Lenya.     Hans-Georg Pachmann zeigt einen feingeistigen, intelligenten, verletzlichen und zutiefst menschlichen Kurt Weill. 

Als geldgierigen und doch recht unsympathischen Bertolt Brecht erleben wir Cush Jung – sehr überzeugend. Michael Raschle als George Davis sowie Jeffery Krueger, Angela Mehling, Mirjam Neururer und Anna Evans in vielen kleinen Rollen hauchen dem Stück den nötigen Charakter ein und spannen den Bogen über eine Zeit von fast 30 Jahren.  

 

Unterstrichen von der Musik des Meisters selbst ist „ LoveMusik“ an der Musikalischen Komödie Leipzig unbedingt sehenswert!

                                                                                                                                 Sylvia Baierl

 

 

 

 



2016

 

Januar-April Mai-August September-Oktober November-Dezember

 

X

Chris Murray - Musical Christmas - Disney Edition

17. Dezember 2016 - Pforzheim
 

Am vergangenen Samstag verzauberte Chris Murray mit seiner „Musical Christmas – Disney Edition“ das Publikum in Pforzheim. Als Gast konnte er an diesem Abend Zodwa Selele begrüßen, die man u.a. aus dem Musical „Sister Act“ kennt. Begleitet wurden sie von Philipp Polzin am Piano.


Die drei präsentierten eine gelungene Mischung aus Weihnachts-, Disney- und Musicalsongs, mal lustig, mal ruhig und gefühlvoll, aufgelockert von kleinen Anekdoten und Weihnachtsgeschichten, teilweise sogar in Mundart.


Chris Murray hätte das Podium des Theater Pforzheim locker doppelt füllen können – das Konzert war bereits innerhalb von 3 Tagen ausverkauft gewesen. Und diese überwältigende Nachfrage war mehr als berechtigt.
Chris Murray überzeugte mit fantastischer Stimme sowie Witz und Charme, während Zodwa Selele ihn perfekt ergänzte mit ihrer glockenklaren Stimme und zauberhaften Art.


So konnten die Zuschauer mit purer Lust auf Weihnachten den Heimweg antreten.
Pforzheim hofft bereits jetzt auf eine Wiederholung im kommenden Jahr!

 

 

B.L.

 

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Weihnachtszauber

 

Das Weihnachtskonzert mit den Musicalstars

Kerstin Ibald, Roberta Valentini, Sabrina Weckerlin, Volkan Baydar, Christian Alexander Müller

präsentiert von

Heartmade Productions

 

17.12.2016, 19:00 Uhr - die großen Türen der St. Markuskirche in Chemnitz öffnen sich. Nadine Wagner und Christian Alexander Müller von Heartmade Productions begrüßen das Publikum am Eingang persönlich. Schnell füllt sich die festlich geschmückte Kirche.

 

20:00 Uhr – endlich geht es los und Nikolai Orloff am Flügel spielt die ersten weihnachtlichen Takte. Mit „O holy Night“ eröffnen die Solisten Christian Alexander Müller, Kerstin Ibald, Sabrina Weckerlin, Roberta Valentini und Volkan Baydar das Weihnachtskonzert und zaubern sofort eine anheimelnde Atmosphäre. Zur wunderbaren Dekoration kommt nun noch stimmungsvolles Lichtdesign.

 

 

 

Jeder der Solisten stellt eines seiner Lieblingsweihnachtslieder vor. Es erklingen ganz neue und auch bekannte Songs in englischer, deutscher, türkischer und italienischer Sprache. Ein besonderes Highlight sind erste Ausschnitte aus dem Musical „Die Brücken am Fluss“, welches am 28.04.2016 in der Chemnitzer Stadthalle Premiere haben wird.

Die tollen Stimmen, die natürliche und warmherzige Ausstrahlung der Künstler und das sorgfältig und wunderbar ausgewählte Programm machen diesen Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis.

 

Dieser Abend, war es eine gefühlvolle und warmherzige Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest, welcher am 24.12. 2016 um 20:00Uhr bei „Sachsen Fernsehen“ noch einmal zu erleben ist.

 

                                                                                                                      Sylvia Baierl

 

 

 

 

 

 

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A Musical Christmas

 

13.12.2016, Leipzig Kongresshalle

 

Große Musicalhits und die schönsten Weihnachtslieder der Welt

Die vorweihnachtliche Gala mit internationaler Starbesetzung live in Deutschland!

 

„Nach dem überragenden Erfolg der MUSICAL CHRISTMAS-Tournee 2015 und der WORLD OF MUSICALS-Tournee 2016 präsentieren die internationalen Künstler im Dezember 2016 erneut eine zweieinhalbstündige Gala voller Glanzpunkte.

Im ersten Teil der Show werden große und emotionale Musical-Hits aus „Evita“, „Elisabeth“, „Cats“, „Phantom der Oper“ u.v.a. zu hören sein. Im zweiten Teil präsentieren Bühne und Künstler sich dann weihnachtlich. In einer zauberhaften Winter-Weihnachts-Kulisse erklingen die schönsten Weihnachtslieder der Welt: „Jingle Bells“, „O Du Fröhliche“, „White Christmas“, „Stille Nacht“, „Feliz Navidad“, „Oh Tannenbaum“ und viele mehr. Mit einer wunderbaren Songauswahl stimmen die Künstler/innen ihr Publikum auf die „schönste Zeit des Jahres“ ein.

Das exklusiv für diese Tournee zusammengestellte Ensemble, bestehend aus Starsolisten/innen mit jahrelanger Erfahrung an vielen internationalen Bühnen (New York, London, Wien u.v.m.), wird auch bei dieser Show selbstverständlich komplett live singen!“

 

 

Die Wahrnehmungen unsere Mitarbeiter:

Ein Abend voller bekannter Momente von großen Musicalhits und weihnachtlich, klingenden Verzauberungen.

Im ersten Teil, stimmlich mal mehr, mal weniger auf Person und Rolle angepasst, dennoch mit viel Hingabe dargeboten, führten uns die Künstler des Ensembles durch den Abend. Die Choreographie war streckenweise sehr stereotyp bzw. glich dem modernen Rumgehopse der Boybands aus den 90er Jahren. Gut, man wollte eben allen Darstellern eine Plattform im Background geben. Doch muss man so experimentell sein und alle großen Solo-Stücke zu Ensemble-Nummern machen? Das lies leicht den Eindruck aufkommen: „Können sie nicht alleine singen oder ließ man sie nicht?“

Ob das Experiment gelungen ist, 4 Valjean's gleichzeitig zusammen auf der Bühne singen zu lassen, wohlbemerkt in unterschiedlichen Kostümen, wobei eins dem Marius, eins dem jungen Javert und eins …(konnten wir nicht definieren) glich? Wir denken noch drüber nach!

Die Thenardier‘s, wie am Abend hier dargeboten, als lesbisches Paar zu besetzen, ist ein Schritt in Richtung Öffnung der Rollenverteilung. Klassisch oder nicht, zumindest waren wir leicht verwirrt, begrüßen dies aber.

Nach der Pause hatten wir uns vom Zauber der Weihnacht anstecken lassen und wurden musikalisch mit deutschen und engl. Weihnachtsliedern in friedliche Stimmung versetzt und somit wie versprochen in die schönste Zeit des Jahres entlassen.                                                                                          S.F

 

 

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Chris Murray Musical Christmas - Disney Edition

27. November 2016 - wilde Oscar, Berlin

 

Chris Murray, einer der renommiertesten Musicaldarsteller im deutschsprachigen Raum, ist in diesem Jahr wieder mit Musical Christmas auf Deutschland-Tour - diesmal mit einer Disney Edition. Begleitet wird er erneut von Philipp Polzin am Piano. Am vergangenen Sonntag fand in Berlin das zweite von insgesamt 8 Konzerten statt. Special Guest in Berlin war Birge Funke, bekannt aus Musicals wie „Disneys Der Glöckner von Notre Dame“ und „Mozart“.

 

Das Konzert bot einen perfekten Mix aus Disney-, Musical- und Weihnachtsliedern, aufgelockert durch Weihnachtsgeschichten und lustige Anekdoten.

 

 

Chris Murray

 

 

Chris Murray sorge für wundervolle, gefühlvolle Momente, u.a. mit dem Song „Steig hinab kleiner Mann“ aus dem Rock-Musical „Der Ring“ von Frank Nimsgern oder „Sternenstaub“ aus „Einstein – Das Musical“ von Stephan Kanyar. Ein weiterer Special Guest war „Olaf“, der Schneemann aus „Frozen“, mit dem Chris Murray ein lustiges Duett sang („Im Sommer“). Mit seiner unverwechselbaren Stimme gelang es Chris Murray immer wieder, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Die Begeisterung des Publikums war deutlich zu spüren, zu sehen und zu hören.

 

 

 

Chris Murray mit "Olaf"

 

 

Birge Funke bezauberte die Zuschauer mit Witz und Charme, so zum Beispiel mit dem zauberhaft gesungenen „Märchen schreibt die Zeit“ aus „Disneys Die Schöne und das Biest“. Ein Renner (wie schon im vergangenen Jahr) war „Grandma got run over by a reindeer“ - mit einer sehr lustig vorgetragenen deutschen Übersetzung der Geschichte über die „überfahrene Oma“ durch die beiden Solisten.

 

 

 

 

Birge Funke

 

 

Im zweiten Akt wurden die Zuschauer zum Mitmachen animiert und dank des auf dem Programm abgedruckten Textes sang das komplette Publikum „It's a small World“. Zur Belohnung gab es kurz darauf Weihnachtsgebäck zu naschen, begleitet von der Aufforderung „Iss sie doch“.

 

Dass das nahezu ausverkaufte Konzert ein voller Erfolg war, lässt sich unschwer daran erkennen, dass das Publikum mit nicht enden wollendem Applaus mehrere Zugaben einforderte und auch die Schlange bei der anschließenden Autogrammstunde endlos erschien.

 

 

 

 

Philipp Polzin

 

 

Chris Murray ist noch bis zum 18. Dezember mit Musical Christmas in ganz Deutschland zu erleben. Je nach Stadt wird er von wechselnden Gästen unterstützt, so zum Beispiel Zodwa Selele („Sister Act“, „Der Ring“) in Hof und Pforzheim.

 

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich auf jeden Fall noch Tickets für eines der folgenden Konzerte besorgen, zum Beispiel in Dortmund (6.12.), Stralsund (9.12.), Weißenfels (11.12.) oder Saarbrücken(18.12.).

 

 

Fotos & Text: Bettina Lehmann

 

 

 


Weitere Fotos findet ihr in unserem facebook-Album!

 

 

 

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Das ROLLEN TAUSCH Konzert

 

 

Die Premiere des „Rollen Tausch-Konzerts“ präsentierte Heartmade Productions letzten Sonntag, 13.11.2016, im Chemnitzer Kabarett. Immer wenn Heartmade zu einem Konzert einlädt weiß man, dass wird was Besonderes.
 
Kerstin Ibald und Christian Alexander Müller sangen Lieder aus Oper, Operette und Musical und tauschten dabei die Geschlechterrolle – was zu lustigen, spannenden und berührenden Momenten führte.
So sahen wir Kerstin Ibald in der Rolle des „Tod“ aus dem Musical „Elisabeth“ - aus selbigen erlebten wir Christian Alexander Müller in der Titelrolle. Neben vielen anderen Melodien erklangen Titel aus „La Bohéme“, „Das weiße Rössl“, „Sweeny Todd“, Lieder von Frank Wildhorn und Steven Sondheim, gespickt mit wunderbaren Moderationen. Begleitet wurden die Sänger am Piano von Nikolai Orloff.

 

 

 

 

Foto: Susanne Desch

 

 

 

Wer also die Chance nutzen möchte am 24.02.2017 um 20 Uhr gibt es dieses phantastische Konzert noch einmal zu erleben – wieder im Chemnitzer Kabarett .
 
Sylvia Baierl

 

 

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Jubel, Trubel, "Traurigkeit "

 

THE ADDAMS FAMILY – Das Sensations-Musical vom Broadway

 

Österreich-Premiere: 2. November 2016, MQ Wien / Besuchte Vorstellung: 9. November 2016

 

The Addams Family von Andrew Lippa, Marshall Brickman & Rick Elice

Mit Uwe Kröger & Edda Petri

Regie: Andreas Gergen, Choreographie: Danny Costello

 

Die Addams Family steigt wieder aus der Gruft! Die bizarre und wundervoll teuflische Familie, deren Familien-Motto: „Sic gorgiamus allos subjectatos nunc!“ lautet, was ungefähr „Wir verspeisen mit Vorliebe diejenigen, die uns zu bezwingen versuchen!“ bedeutet, erwacht zu neuem Leben! Das Musical von Andrew Lippa lies bereits das Publikum am Broadway Tränen lachen. Nach der deutschsprachigen Uraufführung 2014 war es nun zum ersten Mal in Österreich zu sehen.

 

Die höchst liebenswerte Ansammlung von Exzentrikern lebt in der verfallenen Villa mitten im Central Park – und dort spukt es ganz gewaltig! Familienoberhäupter sind die elegant-unterkühlte (und offenbar un-tote) Morticia und ihr Gatte, der ihr in Liebe ergebene heißblütige Gomez. Gomez erlebt den Albtraum eines jeden Vaters: seine 18-jährige Tochter Wednesday (2. Vorname: Friday, früheres Lieblingsspielzeug war die geköpfte Puppe der Marie Antoinette), selbsternannte “Prinzessin der Finsternis“, hat sich verliebt! Aber ihr Auserwählter, Lucas Beineke, stammt allerdings aus einer völlig „normalen“ Familie. Wednesday vertraut sich ihrem Vater an und beschwört ihn, der strengen Mutter nur ja nichts davon zu sagen. Ein Geheimnis vor Morticia? – Für Gomez schier unerträglich! Die Situation droht also zu eskalieren, als Familie Beineke ihren Antrittsbesuch bei den Addams und ihrer zukünftigen Schwiegertochter ankündigt und so nehmen die Dinge beim gemeinsamen Dinner ihren chaotisch- gruseligen Verlauf.

Die Musicalkomödie mit Musik und Songtexten von Andrew Lippa und dem Buch von Marshall Brickman und Rick Elis erlebte ihre erfolgreiche Broadway Premiere im Jahre 2010. Die Charaktere basieren auf den legendären Cartoons von Charles Addams. Die auch in Deutschland sehr beliebte Fernsehserie und diverse Kinoverfilmungen machen die sympathischen Grufties seit Jahrzehnten und Generationen zu Kultfiguren.

 

 

 

(c) Rolf Ruppenthal

 

 

Die bizarre Grusel-Kultsippe wird von namhaften Musicalstars verkörpert, allen voran Uwe Kröger als Familienoberhaupt Gomez Alonzo Lupold Addams und Edda Petri in der Rolle von Morticia A. Addams. Die beiden geben das Elternpaar mit viel Witz und Selbstironie. Uwe Kröger zeigt dabei überzeugend den Konflikt eines treusorgenden Familienvaters, der seiner über alles geliebten Ehefrau Morticia vollkommen ergeben ist und gleichzeitig seiner „zauberhaften“ und zum ersten Mal verliebten Tochter Wednesday (dargestellt von der wunderbaren Hanna Kastner) keinen Wunsch abschlagen kann.

 

Dieses Musical in der Inszenierung von Andreas Gergen ist ein Riesenvergnügen für die ganze Familie und so lustig, dass kein Auge trocken bleibt.

 

 

THE ADDAMS FAMILY kommt nach Berlin!

Am 17. Mai 2017 feiert das Broadway-Musical seine Berlin-Premiere mit Uwe Kröger als Gomez Addams und Edda Petri in der Rolle von Morticia Addams. Die Spielzeit geht nur bis zum 21. Mai 2017. Diese Musical-Sensation sollte sich Niemand entgehen lassen. Hingehen und mitlachen!

 

 

 

 

(c) Rolf Ruppenthal

 


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Der Ring

Musical von Frank Nimsgern und Daniel Call

Premiere: 29. Oktober 2016 am Theater Hof

 Alter Mythos im modernen Gewand

 

Die Geschichte vom Ring des Nibelungen ist allgemein bekannt durch den Opernzyklus von Richard Wagner. Sie bildet die Grundlage zahlreicher Interpretationen verschiedenster Art und es gibt Meinungen, dass auch Tolkien Teile der Handlung des Herrn der Ringe direkt von Richard Wagner übernommen hat.

Hier erleben wir nun den leicht abgewandelten germanischen Helden-Mythos in Form eines Rock-Musicals. Und dadurch erhält er eine ganz neue Faszination.
Uraufgeführt wurde das Stück im Jahre 2007 am Theater Bonn. In Hof dürfen wir nun eine neue, überarbeitete Fassung in der Regie von Reinhardt Friese erleben.

Musik und Konzept des Symphonic Rock Musical stammen von Frank Nimsgern, welcher auch die Musikalische Leitung innehat.
Die Süddeutsche Zeitung hat Frank Nimsgern als „den herausragenden deutschen Musical-Komponisten“ bezeichnet. Seine Werke wurden u.a. am Berliner Friedrichstadtpalast uraufgeführt, seine Kompositionen zum Beispiel für Bühnenshows von Siegfried & Roy in Las Vegas verwendet. 1999 erhielt Frank Nimsgern den deutschen Fernsehpreis der ARD.

Das Bühnenbild von Herbert Buckmiller und die Kostüme von Annette Mahlendorf schaffen die perfekte Illusion. Besonders hervorzuheben ist der Drache, der durch das Ballett zum Leben erweckt wird.

Handlung

 

 

 

 

Chris Murray (Alberich), Cornelia Löhr (Rheinamazone Lust), Jessica Kessler (Rheinamazone Zärtlichkeit), Georgia M. Reh (Rheinamazone Schmerz)
Foto: H. Dietz Fotodesign, Hof

 

 


Ein alter Mythos, neu und heutig erzählt: Die Götter geben den Menschen Gold, um sie zu prüfen und pflanzen damit die Habgier in ihre Herzen. Angesichts der Kriege, die aus Neid und Hass entstehen, entziehen die Götter den Menschen die Schätze und versenken sie in den Tiefen des Rheins, bewacht von himmlischen Töchtern. Doch es gelingt dem Zwerg Alberich, die Rheintöchter zu überlisten und in den Besitz des Rheingolds mitsamt des sagenhaften Rings der Macht zu gelangen. Er begründet eine Schreckensherrschaft in Nibelheim, was wiederum Wotan, den Göttervater, auf den Plan ruft. Denn der braucht den Schatz, um die Riesen auszuzahlen, die gerade seinen Altersruhesitz Walhall fertig gebaut haben. Wotan nimmt dem Zwerg den Ring ab, doch Alberich baut in seiner Schmiede einen Edelmenschen aus Eisen und Stahl: Siegfried. Der soll ihm den Ring zurückbringen…

Als Alberich erleben wir Chris Murray. Er zeigt in dieser Rolle nahezu die komplette Bandbreite seines Könnens. Mal rockt er kraftvoll, um die “Macht“ zu demonstrieren, welche ihm der Ring verleiht, dann wieder ermutigt er mit leisen, besänftigenten Tönen sein “Kind“, ohne Angst für ihn in den Kampf zu ziehen. Ihm gelingt hervorragend die Gratwanderung zwischen dem bedeutungslosen Zwerg, über den die Götter lachen, dem zeitweisen Herrscher (dank des magischen Rings und einer Tarnkappe) sowie dem stolzen Schöpfer des Helden Siegfried.
Christian Venzke gelingt es, Wotan mit der nötigen Würde eines Gottes sowie klarer und kraftvoller Stimme zu interpretieren.

 

 

 

 

Georgia M. Reh (Feuergeist), Cornelia Löhr (Feuergeist), Christopher Brose (Siegfried), Jessica Kessler (Feuergeist), unten: Chris Murray (Alberich)
Foto: H. Dietz Fotodesign, Hof

 

 


Zodwa Selele spielt Wotan's Lieblingstochter Brunnhild mit Liebreiz und wunderschöner Stimme. Besonders zauberhaft wirkt sie im Duett ... mit Christopher Brose, welcher als Alberichs Schöpfung Siegfried eine Augenweide ist mit seinem gestählten, silbernen Körper.
In den Rollen der Rheinamazoni überzeugen Jessica Kessler (Zärtlichkeit), Cornelia Löhr (Lust) und Georgia M. Reh (Schmerz).

Der Ring besteht aus wunderschönen Melodien und wird von der Liveband kraftvoll interpretiert.

Das Theater Hof gilt längst als Geheimtipp im Musicalsektor - schon allein aufgrund der Qualität seiner Stücke und kann bereits mehrere Welturaufführungen vorweisen. Dadurch zieht es nicht nur regionales Publikum an.

Eine Reise zum “Ring“ lohnt sich in jedem Fall - für dieses Highlight in Starbesetzung ist kein Weg zu weit.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde bereits eine Zusatzvorstellung für den 28.12.2016 angesetzt und es bleibt zu hoffen, dass weitere folgen und wir das Stück vielleicht auch in der nächsten Spielzeit wieder sehen.

 

B.L.

 

 

 

 

Cornelia Löhr (Rheinamazone Lust), Jessica Kessler (Rheinamazone Zärtlichkeit), Georgia M. Reh (Rheinamazone Schmerz), Christian Venzke (Wotan), Zodwa Selele (Brunhild) und Ensemble
Foto: H. Dietz Fotodesign, Hof

 

 

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Amazing Grace


Chormusical nach einer wahren Geschichte von Tore W. Aas und Andreas Malessa


Leitung: Eva von der Heyde

29.10.2016
Lutherkirche Leipzig

 

Mit Liebe im Sinn und Gott im Herzen gegen die Dämonen Hass, Angst und Gleichgültigkeit

Die Leipziger Lutherkirche öffnete am 29.10.2016 ihren Altarraum und bot somit dem Chormusical „ Amazing Grace“ wieder eine Bühne, um die Botschaft von menschlicher Liebe und göttlicher Gnade in die Welt hinaustragen zu können. Der Gospelchor der Thomaskirche Leipzig „Open Up Wide“ in dem mehr als 80 Laien und Profis unter der Leitung von Eva von der Heyde singen, studierte das Stück ein und brachte es zum zweiten Male vor vollbesetzten Kirchenbänken zur Aufführung. Als Charity-Partner von "Brot für die Welt" sangen sie für einen guten Zweck. Das zum Gospelmedley gesammelte Geld unterstützt die Stiftung "Happy Home“. An diesem Abend konnten knapp 1000,- Euro an das Kinderheim "Happy Homes" in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch übergeben werden.


Die mit viel Herzblut dargebotenen Leistungen der Solisten / Solistinnen überzeugten gesanglich und schauspielerisch vollstens, getragen wurden sie vom effektvollen stimmlichen Einsatz des Chores. Wer mit dem Herzen zu fühlen vermag, dem wurden an diesem Abend Emotionen geboten, die auf allen Sinneskanälen zu empfinden waren. Gänsehautfaktor auf hohen Niveau! Noch so kleine Details wie Gemeinsames Rudern und plötzlich nieselnder Regen gaben dem Publikum die Illusion, ein Teil des Ganzen und mitten in der Szene zu sein.


Nicht unerwähnt bleiben darf dabei der voll enthusiastische und körperliche Einsatz der Dirigentin (Eva von der Heyde). Sieht man ihr beim Dirigieren zu, so muss man einfach glücklich lächeln, so eine Aura strahlt sie aus. Eine Frau - Geboren um zu Dirigieren!

 

Gedanken nach dem Stück
Auf welchem Weg bin ich? Und ist es der Richtige? Wird auch mir vergeben, wenn ich noch abbiege?
Hass, Angst und Gleichgültigkeit sind keine guten Wegbegleiter!
Lass dich nicht von diesen Dämonen verführen, leiten und lenken!
Vertrau deinem Gefühl, der Liebe in dir, der Kraft des Glaubens und die Hoffnung auf eine friedvolle Welt wird nicht sterben!

 

Sabine Finger

 

 

 

 

Foto: Stefan Hoyer

 

 

 

Handlung
„Amazing Grace“ (deutsch: wunderbare Gnade) handelt von der bewegenden Läuterungs- und Liebesgeschichte eines Sklavenkapitäns und Menschenschinders aus dem 18. Jahrhundert. John Newton – Heimkind, zur Marine zwangsrekrutiert, Desertion – gerät, einem Sklaven gleich, in die Mühlen des Menschenhandels und wird selbst Sklavenhändler in Westafrika. In einem Sturm erlebt er seine Hinwendung zu Gott. Er schreibt ein kritisches Buch über Kolonialismus und Sklavenhandel, heiratet seine Jugendliebe Polly, wird Pfarrer und beginnt zusammen mit dem Politiker William Wilberforce den Kampf wider die Sklaverei. Die Verfasser des Musical, der norwegische Gospelspezialist Tore W. Aas (Komposition) und der deutsche Musikjournalist Andreas Malessa (Libretto), erzählen von Newtons Wandlung in mitreißenden Gospels und berührenden Balladen.

 

Historie:
Der 1725 in London geborene Newton ist insbesondere in Großbritannien als Wegbereiter des postkolonialen Zeitalters eine historisch bedeutsame Figur. Bekannt ist er außerdem als Schöpfer geistlicher Lieder und Hymnen. Viele Engländer und Amerikaner können seinen Song „Amazing Grace“ mitsingen. Als ihn US-Präsident Obama bei einer Trauerfeier anstimmte, gingen die Bilder um die Welt. Newton starb 1807, wenige Monate nachdem der Sklavenhandel im British Empire verboten wurde.Die Autoren Tore W. Ass und Andreas Malessa setzen diesem großen Mann ein musikalisches Denkmal. Sie richten den Blick aber auch auf den Menschenhandel unserer Zeit.

Solisten: Felix Haiduk (John Newton), Beatrice Kirchner (Polly), Louise Riechert (kleiner John), Michaela Walter (Mutter, Leadsänger 1), Thomas Franke (Leadsänger2), Alexander Quickenstedt (Hass), Heike May (Angst), Sandra Offergeld (Gleichgültigkeit), Gunnar Warnecke (Swanwick/Wilberforce), Tim Petrusch (Sklavenhändler/Notar), Judith Kretzschmar (Erzählerin), Statisten: Angela Jost, Marion Schulze
Band: Holger Hildebrandt (Leitung, Piano), Torsten Fehlberg (Gitarre) Uwe Thomas (E Bass), Florian Hoffmann (Percussion), Jörn Kleinbrahm (Saxophon, Klarinette), Rena Pietzsch (Querflöte)
Gesamtleitung: Eva von der Heyde

 

 

 

 

Musical Boulevard traf die Darsteller Felix Haiduk (John Newton) und Sandra Offergeld (Gleichgültigkeit) nach der Vorstellung sichtlich glücklich und zufrieden an
(Foto: Satu Panzer)

 

 

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© Dieter Wuschanski / Die Theater Chemnitz gGmbH

 

 

 

 

 

Das Scharlachrote Siegel – The Scarlet Pimpernel

 

FrankWildhorn / Nan Knighton

deutsche Texte – Wolfgang Adenberg

 

Die eiskalte Lady steht endlich in Sachsen

 

 

 

© Dieter Wuschanski / Die Theater Chemnitz gGmbH

 

 

 

 

Madame Guillotine – keine Frau für eine Nacht, sondern eine für einen kurzen tödlich Augenblick – seit Samstag steht sie am Opernhaus Chemnitz.

Wir befinden uns in der Zeit zwischen 1789 und 1799 – in Frankreich tobt die Revolution. Robespierre und Gefolgsmann Chauvelin lassen die Köpfe französischer Aristokraten rollen.

Der junge englische Adlige, Sir Percy Blakeney, hat mit seinen Freunden einen Geheimbund gegründet. Wagemutig und mit viel List retten sie die Opfer vor der Klinge der blutigen Madame und hinterlassen jedes Mal  das Siegel mit der scharlachroten Blume (Pimpernelle). Ganz Paris und London fragt sich „Wer ist der Scarlet Pimpernel“?

Percy der gerade die französische Schauspielerin Marquerite St. Just geheiratet hat, muss jedoch noch vor der Hochzeitsnacht erfahren, dass wichtige Informationen zu Chauvelin durchgedrungen sind. War es Marquerite?

Was Percy nicht weiß, sie war einst die Geliebte von Chauvelin und wird nun von ihm erpresst... Er hält ihren Bruder gefangen und droht, ihn töten zu lassen, wenn sie nicht kooperiert.

Mit Mut, einem guten Plan, der Hilfe seiner Freunde und einem Wachskopf von Madame Tussaud kann Percy die Angelegenheit zum Guten wenden.

 

 

 

© Dieter Wuschanski / Die Theater Chemnitz gGmbH

 

 

 

 

In der Rolle der Sir Percy Blakeney ist Veit Schäfermeister zu erleben. Er hat diese Rolle bereits am Theater Bielefeld verkörpert und überzeugt auf ganzer Linie. Seine Soli werden alle mit Szenenapplaus bedacht und auch sein komödiantisches Talent kommt nicht zu kurz.

Auch Stefanie Köhm glänzt als Marquerite St. Just schauspielerisch wie auch stimmlich von der ersten bis zur letzten Minute.

Weniger stimmlich auffallend, dafür mit brillantem Schauspiel Alexander Franzen als Chauvelin. Auch er war schon einmal in Bielefeld in dieser Rolle zu sehen.

Thomas Klotz erstmals in der Rolle des Armand St. Just zu erleben, füllte diese mit warmer Stimme und sehr gutem Schauspiel aus.

Die Freunde dargestellt von Frank Bahrenberg (Dewhurst), Phillipp Dietrich (Ozzy), Johannes Brüssau (Elton), Thomas Mäthger (Farleigh), Christoph Apfelbeck (Hal) und Andreas Goebel (Ben) machen eine gute Figur und sorgen für einige Lacher. 

 

Frank Wildhorn, ein Garant für gefällige Melodien und raffinierte Partituren, schuf hier ein Meisterwerk, welches vom Orchester unter der Leitung von Jakob Brenner hervorragend umgesetzt wird.

Zeitgemäße Kostüme und opulente Bühnenbilder (Christof Cremer) lassen den Alltag vergessen.

Roland Hüve inszeniert einen amüsanten Musicalabend im Stile der Traumfabrik Hollywood, der nicht nur die bereits auf dem deutschen Markt bekannten Versionen zu Grunde legt, sondern auch Titel der Urversion („Ich kann Dich nicht vergessen“) nutzt.

Musikalisch und darstellerisch bleiben keine Wünsche offen und so lohnt sich eine Reise nach Chemnitz.

                                                                                                                                    Sylvia Baierl

 

 

 

© Dieter Wuschanski / Die Theater Chemnitz gGmbH

 


 

 

 

Pia Douwes als Norma Desmond, Oliver Arno als Joe Gillis

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

Sunset Boulevard

Theater Dortmund

 

Musical von Andrew Lloyd Webber
Nach dem Film von Billy Wilder
Deutsch von Michael Kunze

 

Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011

 

Sunset Boulevard erzählt die Geschichte der alternden Stummfilm-Diva Norma Desmond, die mit Hilfe des jungen Drehbuchautors Joe Gillis ihr Comeback verwirklichen will. Die exzentrische Diva lebt vollkommen isoliert von der Außenwelt mit ihrem Butler Max in einer luxuriösen Villa am berühmten Sunset Boulevard, wohin es den mittellosen Joe auf der Flucht vor seinen Gläubigern verschlägt. Norma bitte ihn (nachdrücklich), zu bleiben, um ihr Drehbuch zu überarbeiten und Joe gerät mit der Zeit immer tiefer in Normas Abhängigkeit. Gleichzeitig entwickelt sich eine Romanze zwischen Joe und Betty Schäfer, der Verlobten seines Freundes Artie Green. Die Tragödie nimmt ihren Lauf und die spannende Geschichte um Liebe, Verrat, Hingabe und Wahnsinn findet einen tödlichen Ausgang.

 

 

 

 

Oliver Arno als Joe Gillis, Pia Douwes als Norma Desmond

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

Die Regie von Gil Mehmert vermag es, das Publikum in die Glitzerwelt Hollywoods zu entführen und ihm gleichzeitig die Tragik eines „Lebens in der Vergangenheit“ näher zu bringen. Die zeitgetreuen Kostüme von Heike Meixner spiegeln ebenso alle Facetten des Stückes wieder - von den farbenfrohen Kleidern in den Filmstudios bis zu eleganten, dunklen Roben der Diva. Das Bühnenbild (ebenfalls von Heike Meixner) ist dagegen etwas gewöhnungsbedürftig. Es besteht einheitlich aus einer Schrägbühne und wird nur durch wenige bewegliche Kulissen ergänzt. Das Prunkstück des Bühnenbilds ist natürlich die Treppe zum ersten Stock der Villa, die in Ermangelung weiterer Sitzgelegenheiten durchaus auch mal als Liegefläche fungieren muss.

 

 

 

 

Oliver Arno als Joe Gillis, Wietske van Tongeren als Betty Schäfer

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

In der Rolle der faszinierenden Norma Desmond brilliert die international gefeierte Pia Douwes. Am Premierenabend wurde bereits ihr erster Auftrag mit donnerndem Applaus honoriert. Im Verlauf des Abends bewies sie mit überragender Stimme und unglaublich authentischem Schauspiel, dass die Vorschusslorbeeren in ihrem Fall absolut gerechtfertigt waren. An ihrer Seite verkörpert Oliver Arno absolut überzeugend und mit angenehmer Stimme den jungen Drehbuchautor, der zwischen seiner Jugend und den Verlockungen Hollywoods, welche Ruhm und Geld versprechen, hin- und hergerissen ist. Betty Schäfer ist in der ganzen unwirklichen, harten Hollywood-Maschinerie mit ihrer Natürlichkeit ein kleiner Lichtblick und wird durch Wietske van Tongeren auf eine entsprechend unschuldige und erfrischende Art dargestellt. Ihre klare, bezaubernde Stimme unterstreicht diesen Eindruck noch. Als Max von Mayerling ist Ks. Hannes Brock zu erleben. Ihm gelingt es, die Bedeutung seiner Rolle herauszustellen, obwohl er sich vorwiegend im Hintergrund hält, und mit dem einen oder anderen Geheimnis zu überraschen. Obwohl er nur wenig Gesang hat, gelingt es ihm mit diesem, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

 

 

 

 

Oliver Arno als Joe Gillis, Ks. Hannes Brock als May von Mayerling

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

Besonders erfreulich ist der Einsatz der Dortmunder Philharmoniker, welche dem Stück unter der Leitung von Ingo Martin Stadtmüller den letzten Schliff geben und das Erlebnis für das Publikum abrunden.

Die minutenlangen stehenden Ovationen am Premierenabend beweisen, diese Inszenierung kommt beim Publikum an. Ein Besuch ist für Musical-Fans genauso zu empfehlen, wie für Musical-Neulinge. Möglichkeit hierzu gibt es noch bis zum 22. Januar 2017.

 

 

B.L.

 

 

 

 

Pia Douwes als Norma Desmond

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

 

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Foto: S. Finger

 

 

"Scherbe(l)n bringen Glück"

 

Ein musikalischer Abend mit Uli Scherbel

und der Pavel Sandorf Big Band

Samstag, 01.10.2016, Kreiskulturraum Kronach

 

Diese Füße müssen tanzen! Der Swing liegt ihm im Blut, mit Steppschuhen scheint er geboren zu sein und Entertainer-Qualitäten hat er auch. „Ein Glück kommt selten allein“, er rief und alle, alle kamen. In seiner Geburtsstadt Kronach gab der oberfränkische Tänzer, Sänger und Schauspieler Uli Scherbel, der auch schon 2016 bei den Faustfestspielen auf der Festung Rosenberg als Mephisto brillierte, sein erstes Solokonzert im ausverkauften, neu renovierten Kreiskulturraum. Klassiker, Welthits, Musicalsongs und eine Auswahl seiner Lieblingslieder (von Frederick Loewe über Udo Jürgens bis Frank Sinatra) wurden begleitet von der Pavel Sandorf Big Band, welche sich hervorragend auf Evergreens, Jazz- und Swing versteht.

 

In den heute allzu hektischen Zeiten von Facebook, Pokémon, Twitter und Co konnte Scherbel seine Gäste für den Genuss des Glücks im Augenblick, gleich dreifach in seinen Bann ziehen. Verbal mit einfühlsamen Texten und Tönen, begleitend mit privaten Erinnerungen aus seinem Lebensweg. Dabei kommt die Interpretation der Lieder, wie z.B. „Dies ist die Stunde“, „So leb dein Leben“, „Was wichtig ist“ genauso emotional und ausdrucksstark an, wie das swingend, jazzige „Singing in the rain“, „Mister Bojangels“ oder „Minnie the Mooncher“, um nur eine Auswahl der sehr gut zusammengestellten Songliste zu nennen. Akustisch: mit flotter Steppsohle, treffsicheren Tönen und fränkischer Mundart. Optisch, als Sonnyboy, der auch nach einem 3-stündigen Konzert den Hüftschwung noch mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen darbietet.

 

Ein rundum glücklich gelungener Abend, welcher vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.

 

 

 

Foto: S. Finger

 

 

 

Wie er im Konzert verkündete, brauchten gar nicht alle Plakate als Werbung aufgehängt zu werden, da dies bereits nach 3 Tagen ausverkauft war. Wohin damit? Scherbel erklärte sich spontan zur Signatur der Plakate in einer anschließenden Autogrammstunde bereit, mit der Bitte um Spenden für den Hospizverein Kronach e. V. Eine sehr starke und schöne, menschliche Geste, deren Aufruf viele folgten.

 

Sieht Kronach den Sohn seiner Stadt wieder? Als Mephisto wohl leider nicht so schnell, aber spätestens bei seinem Zusatzkonzert „Scherbeln bringen Glück“ am 08.04.2017. Und um die Zeit bis dahin zu überbrücken, immer schön den „Manuel-Neuer-Männer-Move“ üben, sodass wir alle mit Uli gemeinsam glücklich Tanzen können.

                                                                                                                                                             Autorin: S. Finger

 

 

Tipp! Uli Scherbel ist 2016 in Bremen, Bregenz, Essen und Frankfurt noch in der Rolle des Fred Hofmann bei „Ich war noch niemals in New York“ zu erleben.

 

 

Foto: S. Finger

 

 

 


 

Christian Alexander Müller (Graf Dracula), Maximilian Mann (Jonathan Harker)

Foto: Heiko Sandelmann

 

 

 

Dracula

Stadttheater Bremerhaven

Premiere: 17. September 2016

 

 

 Musical von Frank Wildhorn

Buch und Songtexte von Don Black und Christopher Hampton

 

Angekommen im Jahre 2016 oder das Böse lauert immer und überall

 

Man geht ja mit einigen Erwartungen in einen Theaterabend. Ich zog mir also ein klassisch rot-schwarzes Kleid an und freute mich auf die Inszenierung am Stadttheater Bremerhaven.

 

Der Anwalt Jonathan Harker besucht Graf Dracula auf seinem Anwesen in Transsylvanien, um ihm einen neuen Besitz in London zu übereignen. Als Mina anruft, reißt Dracula Jonathan das Handy aus der Hand und sagt ihr kurz „Hallo“ .Von nun an scheint Dracula weniger Interesse an den Verträgen zu haben, viel mehr reizt ihn Jonathan und dessen Verlobte Mina. Als Jonathan wie hypnotisiert einschläft, fällt der Graf über ihn her und trinkt sein Blut.

Dracula kündigt sich seinem Gehilfen Renfield an, der ihn im Hause Harker, wo er als Barkeeper arbeitet, sehnlichst erwartet.

 

Unterdessen hat Mina Besuch von Ihrer durchgedrehten Freundin Lucy bekommen. Überfordert von 3 Heiratsanträgen entscheidet sie sich kurzerhand für Ihre Jugendliebe Arthur.

Auf den Titel „Wie wählt man aus“ wurde komplett verzichtet – es würde in die heutige Zeit auch nicht mehr passen.

 

 

 

Carolin Löffler (Lucy Westenra), Anna Preckeler (Mina)
Foto: Heiko Sandelmann
 

 

 

Dracula, der nun auch in London angekommen ist, schleicht sich ins Leben seiner Opfer – er lauert quasi an jeder Ecke. Lucy soll sein erstes Opfer in London sein - bereitwillig stellt sie sich ihm zur Verfügung. Mina spürt, dass da wer ist und schreit ihn an, zu gehen.

Auf der Verlobungsparty bricht Lucy zusammen. Jonathan und Mina erhoffen sich Hilfe von Professor van Helsing, welcher Experte auf dem Gebiet obskurer Krankheiten und Geisteserscheinungen ist. Über seine Diagnose „Vampirbiss“ können die Anwesenden nur Lachen. Lucy ruft Dracula und beide haben eine lustvolle Liebesnacht, nach der Lucy über Arthur herfallen will, was der Professor verhindern kann. Mit einer Spritze kann er Lucy betäuben. Sie stirbt und wird zur willigen Untertanin des Bösen.

 

Entgegen der Originalversion reist Dracula nicht zurück in seine Heimat, der gesamte zweite Akt findet in der Wohnung der Harkers statt. Hier stehen sich Dracula und seine Gegner mit Gewehren gegenüber – fast Alle erschießt Dracula – er lässt nur Professor van Helsing am Leben. Dieser hypnotisiert Mina (warum auch immer?) – worauf hin sie in völlige Verzweiflung verfällt.

 

Der vom Erfolg verwöhnte Dracula muss erkennen, dass er in Mina kein williges Opfer findet. Ihre Gegenwehr macht sie für ihn immer interessanter und sein Verlangen nach Ihr steigt. Erstmals empfindet er Liebe für eine Frau. Auch Mina kann sich Dracula letztendlich nicht erziehen und bittet Jonathan um die Auflösung der Verlobung. Jonathan reagiert typisch männlich und demoliert in seiner Verzweiflung das Mobiliar („Ich lasse sie frei“ statt „Frost an einem Sommertag“). Mina sieht keinen Ausweg mehr und nimmt Tabletten.

 

Keine Chance für die Liebe – Dracula zieht eine Spur der Verwüstung und es Todes hinter sich her und beginnt zu spät, an seinem Dasein zu zweifeln – er kann Mina nur noch im Sterben begleiten. Hat das Böse nun gesiegt oder fliegt die Kugel durch die Nacht?

 

 

 

 

Carolin Löffler (LucyWestenra), Christian Alexander Müller (Graf Dracula)
Foto: Heiko Sandelmann

 

 

 

Die Akteure

 Graf Dracula:  Christian Alexander Müller
 Mina Murray:  Anna Preckeler
 Jonathan Harker (Minas Verlobter):  Maximilian Mann
 Lucy Westenra:  Carolin Löffler
 Renfield:  Thomas Burger
 Professor van Helsing:  Tobias Haaks
 Dr. Jack Seward:  Vikrant Subramanian
 Arthur Holmwood (Lucys Verlobter):  Fin Holzwart
 Quincey Morris:  Róbert Tóth

 

 

 

 

 

 

Anna Preckeler (Mina), Christian Alexander Müller (Graf Dracula)

Foto: Heiko Sandelmann
 
 

 

Christian Alexander Müller zeichnet anfangs einen selbstverständigen, erfolgsverwöhnten Dracula, den Nichts erschüttert oder von seiner Bahn abbringt. Er nimmt sich, was er zum „Leben“ braucht. Sehr schön stellt er die Verzweiflung dar, als Dracula erkennt, dass sein Dasein fragwürdig ist, dass er diese eine Frau liebt und sein Leben für sie geben würde. Gesanglich für mich der beste Dracula, den ich je gehört habe.

 

Mina, dargestellt von Anna Preckeler, hatte für mich einen etwas undankbaren Job. Ihre Rolle austauschbar inszeniert – als verwöhnte Göre aus begütertem Hause und im hohen Grade selbstverliebt (über ihrem Bett hängt ein riesiges Bild von ihr). Der Zauber den Mina in anderen Produktionen hat - und den ich auch erwarte - fehlt völlig. Was also Dracula an ihr fesselt, kann ich nicht nachvollziehen. Dennoch macht Anna Preckeler das Beste daraus und spielt die Rolle, so wie sie angelegt, ist hervorragend. Gesanglich hat sie manchmal kleine Probleme – was bei der Aufregung einer Premiere schon mal vorkommen kann.

 

 

 

Anna Preckeler (Mina)
Foto: Heiko Sandelmann
 

 

 

Die einzig schlüssig inszenierte, und vom Original nicht zu weit weg inszenierte Rolle - Jonathan Harker, wird von Maximilian Mann glänzend dargestellt. Gesanglich einwandfrei und ohne Fehler, nimmt man ihm den Anwalt, den Verlobten und den Verlassenen fraglos ab.

 

Die Überraschung des Abends war für mich Renfield - eigentlich ja Patient in einer Nervenklinik - darf er hier an der Bar der Harkers dienen und fröhlich Cocktails mischen – welches er auch gleich mal für seine Spinnenzucht missbraucht. Dass Nervenärzte Hausbesuche machen, in Zeiten knapp bemessener Heilmittelrichtlinien, ist mir neu. Gut finde ich die Idee, dass er wie ein Psychopath die Opfer seines Meisters an einer Wand verewigt. Ein guter Diener seines Meisters bis zum Verrat, den er teuer bezahlen muss – Dracula zertritt ihn wie ein Insekt. Auch Thomas Burger kann in seiner Rolle durchweg überzeugen.

 

Carolin Löfflers Mezzosopran und diese Rolle waren für mich eine sehr spannende Mischung. Sie spielt eine Black Metal-liebende, durchgedrehte und hörige Lucy.

 

Insgesamt war die Cast sehr gut ausgesucht und durchweg überzeugend – was mich mit dem Abend auch versöhnt.

 

 

 

 

Tobias Haaks (Professor van Helsing), Christian Alexander Müller (Graf Dracula)
Foto: Heiko Sandelmann

 

 

 

 

Die Ausstattung

 

Die Drehbühne war einer der „Hauptakteure“ des Abends und raste in einigen Szenen so schnell, dass mir fast schwindlig wurde. Ich bewundere die Cast, dass sie in dem Tempo mit diversen Klettereinlagen über steile Treppen, Tresen, Sessel und Sofas unfallfrei durch den Abend gekommen sind.

Dass man die Bühne auf mehreren Ebenen bespielt, ist ein sehr positiv zu erwähnender Aspekt.

Die Kostüme und Requisiten – von Barbara Bloch - wurden passend zur Inszenierung und zum Jahr 2016 gewählt, mit einer Ausnahme - die Waffen stammen wohl eher aus früheren Jahrzehnten.

Der Ton (Hardy von Harten; Sara-Catherine Zemke) schwächelte zeitweise.

 

Fragen über Fragen

 

Grundsätzlich bin ich immer offen für moderne Ansichten und kreative Umsetzungen, aber das Stück sollte schon das Stück bleiben und ich als Zuschauer möchte verstehen, was da auf der Bühne passiert. Nach dem ersten Akt hatte ich 1000 Fragen im Kopf – mein Dracula ist nicht der Ihre. Mein Verständnis für die Charaktere ein vollständig anderes. Gut ich kenne das Musical aus diversen anderen Häusern – fast durchgehend klassisch inszeniert – meistens aber schlüssig.

Interessant ist es schon, was da in Bremerhaven geboten wird, eine völlig neuartig Sicht – und es fällt mir nicht leicht, die Meinige abzulegen und diesen neuen Dracula – der für mich kein Dracula im herkömmlichen Sinne mehr ist - zu verstehen.

Was will uns Regisseur Philipp Kochheim mit seiner Inszenierung sagen?

Angelehnt an die Psychothriller von David Lynch komme ich zu der Annahme, dass die Grundaussage wohl „das Böse lauert immer und überall“ sein könnte. Eben nicht nur auf einem anderen Kontinent, in einer anderen Stadt, nein auch bei mir zu Hause oder auch in mir selbst. Gibt es einen „Dracula“? Sind wir alle irgendwo „Dracula“? Es gibt Menschen, die uns tagtäglich Kraft schenken und dann gibt es die, die uns die Energie nur so aus dem Körper saugen.

Woher kommt die anfängliche Faszination, die Mina auf Dracula ausübt? Nur durch ein Wort am Handy? Ich kann verstehen, dass man von einer Stimme fasziniert ist – dennoch braucht es doch mehr, um Liebe zu empfinden – was sich erst spät im zweiten Akt erschließt.

Eine weitere Frage ist, wie passen Musik und Inszenierung zusammen? Die doch recht klassische Musik - hervorragend gespielt vom philharmonischen Orchester Bremerhaven, unter der Leitung von Hartmut Brüsch – und diese sehr moderne Regie (Regieassistenz von Sebastian Glathe) wirken auf mich unpassend. Ein Stück über einen sexsüchtigen Serienmörder und diese energiereiche wundervolle Musik - gegensätzlicher kann es nicht sein.

 

 

 

Christian Alexander Müller (Graf Dracula), Thomas Burger (Renfield)
Foto: Heiko Sandelmann
 
 

 

 

Fazit

Alles in allem ist das Stück sehr kurz gehalten und muss mit vielen Streichungen und Kürzungen auskommen – nicht mal eine Stunde dauert der erste Akt und der zweite nicht mal eine dreiviertel Stunde.

Trotzdem werde ich mir das Stück noch das eine oder andere Mal ansehen – mit dem Zweiten sieht man ja bekanntlich besser. Ich will auch keine Wertung abgeben - ob es nun gut oder schlecht ist, muss wohl jeder für sich selbst herausfinden. Aber mir ist der Wiedererkennungswert eines Stückes sehr wichtig.

 

                                                                                                                      Sylvia Baierl

 

 

 

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Jekyll & Hyde

Wiese am Hansa-Gymnasium, Stralsund

Premiere: 29. Juli 2016

Besuchte Vorstellung: 30. Juli 2016

 

 

Foto: Vincent Leifer

 

 

Am Freitag, den 29. Juli 2016 fand in Stralsund die zweite Premiere der Jekyll & Hyde Produktion des Theater Vorpommern statt.

Der größte Unterschied an diesem zweiten Spielort besteht in der für eine Sommer-Open-Air Aufführung geeigneteren Anfangszeit von 21 Uhr.

Plötzlich bekommt das Bühnenbild von Christopher Melching eine ganz andere Wirkung und auch die ausgefeilten Lichteffekte kommen endlich zum Tragen.

Die kunstvoll auf Leinwände gemalten Kulissen zeigen die Straßen Londons und können in kürzester Zeit sowohl in den Salon oder das Labor von Dr. Jekyll verwandelt werden, als auch beispielsweise in den Nachtclub „Zur Roten Ratte“. Dank der entsprechenden Beleuchtung wirkt das Labor direkt plastisch. Und besonders in der Szene der Konfrontation zwischen Jekyll und Hyde unterstützen die unterschiedlichen Beleuchtungen den Effekt der beiden Seelen in einer Person – wenn Hyde die Oberhand gewinnt, ist die komplette Szene in grausiges Grün getaucht.

 

 

Foto: Vincent Leifer

 

 

Dem durchweg guten Darstellerensemble ist es perfekt gelungen, das Publikum in die Geschichte zu entführen. Hervorzuheben ist hier in der besuchten Vorstellung auch wieder der Gaststar Chris Murray, welcher entscheidend zum Erfolg der Inszenierung beiträgt. Es spielt die Rolle des engagierten Doktors, welcher sein eigenes Leben riskiert, um seine Forschung voran zu treiben, mit viel Gefühl und verleiht dem teilweise etwas weltfremden Henry einige lustige Momente, vor allem im Zusammenspiel mit seiner Verlobten Lisa (Jardena Flückiger). Die Spannbreite seines Könnens zeigt Chris Murray vor allem bei seiner Verwandlung in Edward Hyde – er wird zu einem rücksichtslosen und getriebenen Monster und auch sein Gesang wandelt sich entsprechend von den leisen, gefühlvollen Tönen zur vollen Bandbreite seiner Stimme.

Vollkommen zu Recht feierte das Publikum die Leistung aller Beteiligten mit zahlreichem Szenen-Applaus und Standing Ovation am Schluss.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich unbedingt noch die Vorstellungen am 10. und 11. August (jeweils 21 Uhr) auf der Wiese am Hansa-Gymnasium in Stralsund anschauen.

 

 

B.L.

 

 

Foto: Vincent Leifer

 

 


 

Jekyll & Hyde

Museumshafen Greifswald

Premiere: 18. Juni 2016

 

 

 

 

 

Am vergangenen Samstag feierte das Musical „Jekyll & Hyde“ seine umjubelte Premiere auf der Bühne am Greifswalder Museumshafen.

 

Die Inszenierung des Theaters Vorpommern in der Regie von Horst Kupich eröffnete damit das „AHOI – Mein Hafenfestival 2016“.

 

Das Musical mit der Musik von Frank Wildhorn basiert auf der Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson.

Dr. Henry Jekyll hat ein Elixier gefunden, mit welchem er das Böse vom Guten im Menschen trennen will. In Ermangelung eines menschlichen Versuchsobjekts entscheidet er sich für einen Selbstversuch mit fatalen Folgen. Er verwandelt sich in den mörderischen Edward Hyde.

 

Für die Titelrolle des Dr. Jekyll/Mr. Hyde konnte der Gaststar Chris Murray gewonnen werden. Er überzeugte sowohl stimmlich als auch schauspielerisch und verdeutlichte den Kontrast zwischen den beiden Seiten ein- und desselben Menschen, den Kampf zwischen Gut und Böse – bis hin zum Höhepunkt des Stückes, der Konfrontation zwischen den beiden Seelen.

Die weiteren Rollen wurden mit Solisten und Mitgliedern des Opernchores des Theaters Vorpommern besetzt, welche ihre Figuren allesamt überzeugend verkörperten.

 

Die Kostüme von Christopher Melching fügen sich perfekt in das viktorianische Zeitalter ein.

 

Aufgrund der frühen Anfangszeit von 19 Uhr bei dieser Open-Air-Aufführung fand nahezu die komplette Vorstellung bei Tageslicht statt, wodurch leider jegliche Lichteffekte fehlten bzw. nicht zum Tragen kamen. Dies wird sich hoffentlich ändern, wenn die zweite Hälfte dieser Sommeraufführungen in Stralsund ab 21 Uhr stattfindet.

 

Ein Besuch (oder auch mehrere) ist auf jeden Fall empfehlenswert – bereits am kommenden Wochenende in Greifswald oder dann im Juli und August auf der Hansawiese in Stralsund.

 

 

 

 

B.L.

 

 

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Musical meets Pop
Pfingstgala, 16.05.2016, Tecklenburg


Lieder und Solokünstler des Abends:

Teil 1:
Stayin‘ Alive (alle)
Sünden der Väter (Roberta Valentini)
Don’t let me go (Dominik Hees)
Liebe stirbt nie (Milica Jovanovic)
Der Heiler (Kevin Tarte)
I can’t let go (Zodwa Selele)
Tragedy (Sascha Krebs)
Ich bin, was ich bin (Uwe Kröger)
Always starting over (Pia Douwes)
Totale Finsternis (Kevin Tarte / Roberta Valentini)
Edelweiss (Uwe Kröger / Milica Jovanovic)
High Enough (Pia Douwes / Sascha Krebs)
Wenn ich tanzen will (Uwe Kröger / Pia Douwes)
Night Fever (alle)

Teil 2:
Hello (Zodwa Selele mit ihrem Cousin)
All of me (Dominik Hees)
Calm after the storm (Sascha Krebs / Zodwa Selele)
Tell him (Roberta Valentini / Milica Jovanovic)
Wie schön du bist (Roberta Valentini)
Skyfall (Uwe Kröger)
Bonfire heart (Kevin Tarte)
What you get is what you see (Pia Douwes)
Beautiful Day (Dominik Hees)
Piece of my heart (alle vier Damen)
Atemlos (Milica Jovanovic)
Uptown Funk (Sascha Krebs)
Lass uns gehen (alle)

Zugabe:
Life is for living (alle)

 



Bei Ankunft am Open Air Gelände fiel sofort die Bühnendekoration auf. Diese war ein Teil vom Musical 3 Musketiere, welches in den nächsten Tagen dort gespielt werden sollte.
Nach nicht allzu langer Wartezeit kamen erst der 4-köpfige Chor und dann die 8-köpfige Band auf die Bühne. Es folgte der Opener mit der gesamten Cast. Danach stellte der Moderator (auch Mitinitiator der Pfingstgala) den Chor und die Solisten vor. Später wurde dann die Band von deren Leiter vorgestellt. Der erste Teil gefiel gut. Die Solisten waren allesamt gut drauf. Bei Uwe Kröger fiel auf, dass er als einziger die Bühne mit passenden Outfits zum Musicaltitel betrat. Die anderen waren normal, aber elegant gekleidet. Stimmlich konnte man bei keinem meckern, hervorheben sollte man im ersten Teil auf alle Fälle Milica Jovanovic. Als sie den Titel aus Phantom II gesungen hat, stand das ganze Publikum zum Applaudieren. Im Zweiten Teil ging es dann richtig ab, es wurde sehr rockig und tanzbar. Beim ersten Titel, gesungen von Zodwa Selele mit ihrem Cousin, gab es schon stehende Ovationen. Es ging die ganze Zeit so weiter. Es wurde mitgetanzt, geklatscht und geschunkelt. Die Leute hielt nichts mehr auf den Sitzen. Die Zugabe konnte sich auch sehen lassen, aber es hätten dort ruhig ein oder zwei Lieder mehr sein dürfen.
Der zweite Teil hat noch wesentlich besser gefallen. Ob man noch mal hingehen sollte… auf jeden Fall! Die Pfingstgala in Tecklenburg ist sehr empfehlenswert.
 


Anja Schneider

 

 

 


 X

Einstein – Das Musical
Premiere – 22. April 2016 – Theater Hof



Im Theater Hof fand am vergangen Freitag die Welturaufführung von „Einstein – Das Musical“ statt. Das Musical stammt aus der Feder von Stephan Kanyar und Maren Scheel. Stephan Kanyar kennt man bereits als Komponist erfolgreicher Musicals wie „Shylock!“ und „Casanova“. Inszeniert wurde die Uraufführung vom Hofer Intendanten Reinhard Friese.

Das Musical lädt dazu ein, sich dem Mysterium Albert Einstein anzunähern. Man erlebt, wie sich aus dem kleinen, wissbegierigen Albert ein junger, einzelgängerischer Forscher entwickelt und dieser später zum weisen alten Einstein reift. Das Stück wird aus der Sicht des Pathologen Dr. Thomas Harvey erzählt. Die Geschichte beginnt im Princeton des Jahres 1955, nachdem Dr. Harvey das Gehirn Einsteins eigenmächtig zu Forschungszwecken entnommen hat. Er versucht, mithilfe des Gehirns dem Genie auf den Grund zu gehen und taucht damit in die Welt von Einstein ein. Der Zuschauer erlebt so durch Dr. Harveys Augen die Stationen von Albert Einsteins Leben. Während man in den Erinnerungen von Einstein wandelt, lernt man auch seine Freunde und Weggefährten kennen, wie zum Beispiel Max Planck.

 

 

 

Léon van Leeuwenberg (Lehrer), Elias Himes (Albert Einstein als Kind), Florian Bänsch (Bürgermeister), Thilo Andersson (Dr. Thomas Stoltz Harvey) und Ensemble/ Foto: H. Dietz Fotografie, Hof

 



Die Dramaturgie des Musicals beruht gemäß der Relativitätstheorie auf der theoretischen Möglichkeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zur gleichen Zeit zu sehen. Dementsprechend erlebt man Albert Einstein auf der Bühne auch als Kind, jungen Mann und alten Mann. Leider ist dies nicht durchgängig gelungen umgesetzt, da die drei Alberts tatsächlich erst im Finale auf der Bühne aufeinandertreffen.

Das Darstellerensemble überzeugt mit Spielfreude und großartigen Stimmen. Die drei Albert Einsteins werden verkörpert von Elias Himes (Kind), Christopher Brose (jung) und Chris Murray (alt). Das Kind hat viel Witz und eine bezaubernde Stimme. Christopher Brose interpretiert den jungen Einstein überzeugend und Chris Murray schafft mit seiner stimmgewaltigen Umsetzung des alten Einstein einen grandiosen Schlusspunkt. Dr. Thomas Harvey wird souverän dargestellt von Thilo Andersson. In den weiteren Rollen erlebt man Christian Venzke als Maurice Solovine, Max Planck und den Vater Hermann Einstein, Léon van Leeuwenberg unter anderem als Walther Nernst und Pilipp Lenard, Florian Bänsch zum Beispiel als Conrad Habicht und Leó Szilárd sowie Julia Klemm als Einstein's erste Ehefrau Mileva und Susanna Mucha als Miss Marian.
 

 

 

 

 

Léon van Leeuwenberg (Walther Nernst), Christopher Brose (Albert Einstein als junger Mann), Christian Venzke (Max Planck) / Foto: H. Dietz Fotografie, Hof

 

 


Der Komponist nimmt den Zuschauer mit wunderschönen Melodien mit auf eine Reise durch das Leben von Albert Einstein. Besonders hervorzuheben sind folgende Lieder: „Türen in die Vergangenheit“ - Dr. Harvey besingt emotional seine Möglichkeit, mithilfe von Einstein's Gehirn „Die Antwort auf so viele Fragen“ zu finden, da „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, in einem Gehirn vereint“ sind. Mit der Parodie „Akademie Olympia“ zeigen der junge Einstein (Christopher Brose) und seine Physikerfreunde Solovine (Christian Venzke) und Habicht (Florian Bänsch) auf amüsante Weise die musikalische Vielfältigkeit des Stücks. Sehr berührend ist auch „Gott würfelt nicht“. Hier erkennt der junge Einstein (C. Brose), dass Gott „nichts dem Zufall überlässt“ und „alles einen vorbestimmten Sinn“ hat. Als Kontrastpunkt wiederum fungiert der Auftritt des alten Professor Einstein (Chris Murray), der mit „Schein und sein“ sehr komödiantisch beweist, „Schein und sein vertragen sich halt nicht“. Am Ende des Stücks wird Chris Murray dann jedoch mit „Sternenstaub“ wesentlich emotionaler, wenn der weise alte Einstein erkennt, „wir alle sind aus Sternenstaub gemacht“ und doch tragen wir „wie verblendet, ohne Sinn, ohne Verstand die Büchse der Pandora weit geöffnet in der Hand“.
 

 

 

 

 

Léon van Leeuwenberg (Maitre), Chris Murray (Albert Einstein als alter Mann), Florian Bänsch (Kellner) und Ensemble / Foto: H. Dietz Fotografie, Hof

 

 

 


Das Musical ist eine emotionale, melodische und spritzige Reise durch das Leben von Albert Einstein. Gerade in der heutigen Zeit gibt es in den Köpfen vieler Menschen noch Grenzen und gilt es immer wieder, neue Türen zu öffnen, um in die Zukunft zu gehen. Es stellt sich die Frage, hat die Menschheit etwas aus der Vergangenheit gelernt? Vielleicht schaffen wir dies durch die Ideen und Visionen von Albert Einstein.


"Einstein - Das Musical" ist auf jeden Fall sehr sehenswert. Aufgrund der leider sehr kurzen Spielzeit bis Anfang Juli ist es empfehlenswert, sich schnell Tickets für Hof zu sichern!


 

Heike Schmidt & Bettina Lehmann

 

 

 

 

 

Léon van Leeuwenberg (Maitre), Chris Murray (Albert Einstein als alter Mann), Florian Bänsch (Kellner) und Ensemble / Foto: H. Dietz Fotografie, Hof

 

 

 

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Dracula

 

Musik von Frank Wildhorn/

Buch und Gesangstext von Don Black und Christopher Hampton

 

Premiere, 16.04.2016

Musikalische Komödie Leipzig

 

 

Nach den Erfolgen von »Jekyll & Hyde« und »Der Graf von Monte Christo« gibt es jetzt

mit »Dracula« das dritte Wildhorn-Musical an der Musikalischen Komödie – in Szene gesetzt von demselben Team, das auch schon für die beiden anderen Produktionen verantwortlich zeichnete.

 

Handlung

»Dracula« ist atemberaubendes Horror-Musical und gefühlvoll-leidenschaftliche Romanze zugleich. Der amerikanische Komponist Frank Wildhorn, der seit seinem Erstlingswerk »Jekyll & Hyde« auch in Europa zu den großen Musicalkomponisten unserer Zeit zählt, hält sich eng an den berühmtesten Vampir-Roman der Welt, den der irische Schriftsteller Bram Stoker 1897 veröffentlichte. Auch im Musical wechseln die Schauplätze zwischen einem alten Schloss in den Karpaten und dem viktorianischen Ambiente Londons. Die spannende Handlung um den Grafen Dracula und den versierten Vampirjäger van Helsing zieht das Publikum immer wieder in ihren Bann: Auf der Suche nach frischem Blut verlässt Dracula nach hunderten von Jahren die Berge Transsylvaniens, um bald darauf in London Angst und Schrecken zu verbreiten, denn hier, in der Anonymität der großen Metropole, drohen die ahnungslosen Menschen seiner überwältigenden, aber tödlichen Verführungskunst zu verfallen wie einer Droge. Besonders auf junge Frauen übt der geheimnisvolle, einsame Mann eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Doch für die Eine, die er liebt, ist er bereit, seine Unsterblichkeit zu opfern. Die berührende Liebesgeschichte, die Dracula nicht nur als mordendes Monster zeigt, garantiert große Emotionen, großes Theater und große Melodien. Das Spektrum von Wildhorns Musik reicht von heutigem Pop über romantische Balladen bis zu mitreißenden Rock-Szenen.[1]

 

 

 

Jonathan Harker (Jeffery Krueger) & Mina Murray (Lisa Habermann)

Premiere 16.04.2016 Musikalische Komödie © Tom Schulze

 

 

 

 

Premiereneindrücke - Blutdurst in der MuKo

 

Hinter die Kulissen geschaut!

In einem Gespräch mit Ralf Düsterhöft, einem Technikmitarbeiter der Musikalischen Komödie erfuhren wir, wieviel –Drumherum- es bedarf, um einem Stück Stimmungen einzuhauchen.

„127 sind es an diesem Abend“, berichtet er stolz. Eine beachtliche Leistung, alles im richtigen Moment, auf Handzeichen zum Einsatz zu bringen, um z.B. wirkungsvoll, akustisch Tropfen für Tropfen Rotwein in ein Glas rieseln, den wabernden Nebel über Grabsteine streichen oder stimmungsvolles, blutrotes Licht auf blassen Gesichtern wirken zu lassen. Besonders beindruckt hat mich die Sache mit dem Sargdeckeltrick, von den Proben er erzählte.

Über den großzügigen und sinnvollen Einsatz von Videoprojektionen hingegen lässt sich m. M. n. diskutieren z. B. Großprojektionen der Köpfe von Elisabeta und Mina Szene: „Je länger ich lebe“.

 

 

 

Dracula (Andreas Wolfram) & Vampirinnen (Linda Rietdorff, Nedime Ince, Nathalie Parsa)

Premiere 16.04.2016 Musikalische Komödie © Tom Schulze

 

 

 

 

Zum Stück

Dracula, von Andreas Wolfram gegeben, gierig sein Verlangen, zerrissen seine Seele, optisch etwas an Onkel Fenster aus der Adams Family erinnernd, beißt sich lustvoll singend mit beeindruckenden, bluthinterlassenden Spuren durch die Szenen.

 

Cusch Jung (Regie und Choreografie) wollte, so seine Beschreibung aus der Werkstatt zum Musical, dem Publikum die wahren Beweggründe Draculas, warum dieser ausgerechnet Mina zu seiner neuen Geliebten auswählt, nahebringen. Dieses Anliegen zieht sich, sehr omnipräsent durch das Stück. Eine schriftliche Einführung, wie auch beim „Graf von Monte Christo“ wird gut gemeint, für nicht im Thema stehende Besucher, am Stückanfang auf den Vorhang projiziert. Leider zu kurz, um beim schnellen Zeilenwechsel inhaltlich mitzukommen.

 

Gänsehautmoment, Lisa Habermann`s ergreifend, geflehte Bitte „Lass mich dich nicht lieben“, von Sehnsüchten geplagt, nach Sicherheit aber auch liebend hingezogen zur dunklen Seite der Liebe, spielt und singt sie sich durch die Emotionen der Mina.

 

Anna Preckeler (Lucy) liefert zur Premiere die bravouröseste Leistung des Abends. Stimmlich brillant lebt sie ihre Lucy von leicht, verspielt, verliebt bis aufbegehrend, willenlos, untot.

 

Jeffery Krueger (Jonathan) seiner Rolle gewidmet grandios Willenlos und mit starken gesanglichen Momenten. So im Duett mit Mina („Whitby Bay“).

 

Fabian Egli`s (Van Helsing), jugendlich besetzt, aber stimmlich akzeptable. Besonders „Rosanne“ eindrucksvoll in Ausdruck und Schauspiel dargeboten. An dieser Stelle hätte eine Bildprojektion noch unterstützend im Leid wirken können.

„Zu Ende“, die starke Kampfszene, zwischen Jäger und Gejagten wurde dramaturgisch durch das Auftauchen vieler Dracula Köpfe unterlegt. Sollte dies bewusst clownesk wirken? Zu Van Helsings Verwirrung trug es bei. Aber sehen wir es ihm nach, Egli ist für beide Hauptrollen besetzt.

 

Renfield, diese Rolle weiblich mit Sabine Töpfer anzulegen, geht das? Frenetischer Zwischenapplause zeigte, dass der Publikumsliebling der Musikalischen Komödie ankam. Zur Premierenfeier behauptete Intendant Rose: „Wahnsinn ist keine Frage des Geschlechtes!“ Wie Recht er doch hat in den heutigen Zeiten!

 

Der Chor und das Ballett zeigten ihr Können zwar nur in kleinerer Präsenz, dennoch mit nicht minderem Herzblut.

 

Liebevolle Kleindarstellungen der Nebencharaktere Lucy`s Verehrer Arthur Holmwood, Dr. Seward, Quincey Morris (Rohbeck, Rydleweski, Milev) und der drei besonders bissig, blutdürstenden Vampirinnen (Rietdorff, Ince, Parsa) tragen dieses Stück hochgradig mit. Hier merkt man ganz stark, wie wichtig ein gut funktionierendes Zusammenspiel aller beteiligten Personen auf einer Bühne ist. Mit dem, zugegebenermaßen gewagten Einsatz eines Tenores (Radoslaw Rydleweski), der für den erkrankten Andreas Rainer kurzfristig eingesprungen ist, wurde eine gut Wahl getroffen. Schauen wir, ob man ihn demnächst öfter in einem Musial hört.

 

Zum Bühnenbild, ein großes Bett (wandelbar in weiss und schwarz), eine enge Gruft und sechs schwarze, über die ganze Höhe der Bühne gehende Schiebevorhänge und ganz, ganz viele Videoprojektionen. Trotz der Anmutung einer Low Budgets Produktion legt Karin Fritz viel Wert auf kleine Details, die die Szenen ausgestalten. Die Kostüme im Stil der 30er Jahre sind sehr anmutig zart und schön.

 

Spezial Effekts

Gleißendes Licht und laut, zuckende Blitze, aber auch leise Momente wie das Brummen der Stubenfliegen, die von Renfield verzehrt werden, transportieren wohligen Schauer und Gruseleffekte ins Publikum.

 

Christoph-Johannes Eichhorn studierte mit seinen Musikern Wildhorns Balladeske Verliebtheit ein. Begleitet von einer Band aus E- und Bassgitarren erklingt am Premierenabend, auch Dank der lohnenden Neuanschaffung einer Soundanlage, ein wunderbarer Klang bis in die letzten Reihen des Theatersaals.

 

 

 Prof. Abraham van Helsing (Fabian Egli)

Premiere 16.04.2016 Musikalische Komödie © Tom Schulze

 

 

 

 

 

Zusammenfasst

Vertrauen ist das Leitmotiv, was Cusch Jung in der Produktion seines Dracula`s verfolgt. Vertrauen in Liebe und Vertrauen auch in unbekannte Situationen. Lassen Sie sich darauf ein, achten Sie auf die kleinen Momente und die großen Stimmungen.

Kurzum „Lassen Sie sich anstecken vom Vampir-Mythos, der jetzt auch in MuKo herrscht“!

 

 

 

Musikalische Leitung                     Christoph-Johannes Eichhorn

Inszenierung / Choreografie          Cusch Jung

Bühne / Kostüme                             Karin Fritz

Video-Design                                   Karl-Heinz Christman

Choreinstudierung                          Mathias Drechsler

Dramaturgie                                     Marita Müller

 

 

Besetzung (Premiere)

Dracula                                             Andreas Wolfram

Mina Murray                                     Lisa Habermann

Lucy Westenra                                 Anna Preckeler

Jonathan Harker                              Jeffery Krueger

Prof. Abraham van Helsing           Fabian Egli

Renfield                                            Sabine Töpfer

Arthue Holmwood                           Patrick Rohbeck

Dr. Seward                                       Radoslaw Rydleweski

Quincey Morris                                Milko Milev

Vampirin 1                                        Linda Rietdorff

Vampirin 2                                        Nedime Ince

Vampirin 3                                        Nathalie Parsa

Kind                                                   Lena Finke

 

Chor, Ballett und Orchester der Musikalischen Komödie

 

 

Aufführungen

30. Apr. 2016 / 01. Mai 2016 / 07. Mai 2016 / 08. Mai 2016 / 13. Mai 2016 / 14. Mai 2016 / 15. Mai 2016 / 15. Jun. 2016 / 17. Jun. 2016 / 22. Okt. 2016 / 23. Okt. 2016 / 15. Nov. 2016 / 16. Nov. 2016 / 07. Feb. 2017 / 08. Feb. 2017

 

 

 

Sabine Finger

 


[1] http://www.oper-leipzig.de/de/programm/dracula/59846

 

 


 

 

 

Jesus Christ Superstar   /   Foto (c) Pamela Raith

 

 

 

Jesus Christ Superstar in der offiziellen Musical-Produktion von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice

Der Musical-Welterfolg mit Starbesetzung aus dem Londoner West End
 

Am 03.04.2016 fand in der Oper Leipzig die sächsische Premiere des Klassikers JCS von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice statt.

Bei dieser Tourneeproduktion führen der erfolgreiche britische Theaterproduzent Bill Kenwright und Bob Tomson Regie.

 

Uraufgeführt wurde das Rock_Musical Jesus Christ Superstar am 12. Oktober 1971 im Mark Hellinger Theater in New York City. Erzählt wird, zeitgemäß und aus einzigartiger Perspektive, die Geschichte der letzten sieben Tage im Leben Jesu.

Das erweiterbare Bühnenbild besteht aus massiven mit Relief verzierten Säulen und einer teilbaren Showtreppe. Im Hintergrund befindet sich ein riesiges Tor, welches je nach Beleuchtung mal schwarz und mal golden strahlt. Über der Szenerie schwebt eine überdimensionale Dornenkrone.

Die Kostüme erinnern an die römische Herrschaft in Jerusalem.

 

Jesus wird eindrucksvoll vom dem in der Rolle erfahrenen Glenn Carter dargestellt. Sein Gegenspieler Judas ist Tim Oxbrow – er bringt gekonnt die Zerrissenheit des Verräters auf die Bühne.

 

Stimmlich besonders herausragend Maria Magdalena und Simon – gespielt von Rebekah Lowings und Andy Barke. Ebenfalls überzeugend Carl Lindquist als Peter.

 

In dieser Produktion wird sehr gut verdeutlicht, dass Jesus am Ende halluziniert, als Judas, der sich zuvor selbst gerichtet hat, ihn mit dem Titelsong „Jesus Christ Superstar“ verspottet.

Ein grandioses Bühnenbild, wunderschöne Kostüme , eine moderne und trotzdem historische Inszenierung und gute Darsteller machen aus diesem Musical-Abend etwas besonderes.

 

Bettina Lehmann

Sylvia Baierl

 

 

Besetzung:
Jesus Christ – GLENN CARTER
Judas Iscariot – TIM OXBROW
Mary Magdalene – REBEKAH LOWINGS
Caiaphas – STEVE FORTUNE
King Herod – TOM GILLING
Pontius Pilate – CHRISTOPHER JACOBSEN
Annas – ALISTAIR LEE
Peter – CARL LINDQUIST
Simon Zealotes - ANDY BARKE
Andrew – CRAIG GOLDING
John ASHLEY – LUKE LLOYD
Thomas – RICHARD J HUNT
Matthew – SAM HALLION
James – MATT BLAKER
Thaddeus – MARC AKINFOLARIN
Nathaniel – CALLUM FITZGERALD
James the Just – MICHAEL WARD
Apostle Woman – MOLLY MCGUIRE
Apostle Woman – DANI ACORS
Apostle Woman – LIZZIE OTTLEY

 

 

 

 

Jesus Christ Superstar   /   Foto (c) Pamela Raith

 

 

 

 

Jesus Christ Superstar   /   Foto (c) Pamela Raith

 


 

 

 

 

Sophie Berner

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 

Der Kuss der Spinnenfrau

Stadttheater Gießen – 27.02.2016

 

Das Stadttheater Gießen zeigt seit Dezember 2014 „Der Kuss der Spinnenfrau“, ein Musical mit der Musik von John Kander und Texten von Fred Ebb, welches auf dem erfolgreichen, gleichnamigen Roman von Manuel Puig aus dem Jahr 1976 basiert. Inszeniert wird das Stück in Gießen von Intendantin Cathérine Miville, die hier bereits große Erfolge mit ihren Inszenierungen von „Der Besuch der Alten Dame“ und dem Kander & Ebb-Musical „Cabaret“ feierte.

 

Handlung

Der homosexuelle Schaufensterdekorateur Molina sitzt wegen angeblicher Unzucht mit Minderjährigen in einem südamerikanischen Gefängnis. Um dem von Folter und Demütigung geprägten Gefängnisalltag zu entfliehen, flüchtet sich Molina in eine opulente Phantasiewelt mit der verführerischen Filmdiva Aurora. Nur in einer Rolle gefällt sie ihm nicht, als Spinnenfrau – weil er sich vor ihrem tödlichen Kuss fürchtet. Da wirft man den marxistischen Revolutionär Valentin zu ihm in die Zelle. Am Anfang fällt es den so unterschiedlichen Männern schwer, sich miteinander zu arrangieren und die große Abneigung zwischen den Schicksalsgenossen ist zu spüren. Nach anfänglicher Verweigerung lässt Valentin sich doch auf Molinas Phantasiewelt ein und mit der Zeit entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Männern. Während Valentin immer wieder brutal gefoltert und verhört wird, bietet man Molina Hafterleichterungen an, wenn er im Gegenzug Valentin ausspioniert. Schließlich wird er frühzeitig frei gelassen, in der Hoffnung, die Gefängniswärter zu den Verbündeten Valentins zu führen.

 

Inszenierung

Ein riesiges blaues Spinnennetz dominiert die Bühne im dunklen Theater. Das Stück beginnt und wir befinden uns in einem schwarzen, kalten Gefängnistrakt. Gitterwände und eine kleine Zelle dominieren das Bild. Das Bühnenbild von Lukas Noll kann mit Hilfe gekonnter Lichteffekte von Kati Moritz einen perfekten Kontrast setzen zwischen dem tristen, grauen Gefängnisalltag und der farbenfrohen, fröhlichen Filmwelt in Molinas Phantasie. Spinnennetzartige, dunkle Hintergründe begleiten die Auftritte der Spinnenfrau. Die Kostüme von José-Manuel Vázquez setzen zusätzlich die graue Gefängniskleidung auf der einen Seite in Kontrast zu den aufwändigen, bunten Showkostümen auf der anderen Seite. Ein roter Schal ist Molinas Herausstellungsmerkmal und bringt ein wenig Farbe in den grauen Gefängnisalltag.

 

Die Lieder reichen von tragenden Chornummern wie „Hinter der Wand“, die irgendwie an „Les Miserables“ erinnern, über gefühlvolle Balladen, bis hin zu Ohrwürmern wie „Lied der Spinnenfrau“. Die Auftritte der Spinnenfrau werden zudem von einer beunruhigenden Musik begleitet.

 

Die drei Hauptrollen werden interpretiert von Sophie Berner als Spinnenfrau/Aurora, Andrea M. Pagani als Molina und Thomas Christ als Valentin. Aurora ist der Star in Molinas Phantasiewelt und gleichzeitig die bedrohliche Spinnenfrau. Sophie Berner spielt sowohl den glamourösen Star als auch die düstere, Tod bringende Spinnenfrau mit großer Stimme und außergewöhnlicher Ausstrahlung. Andrea M. Pagani gibt den leicht tuckigen Molina sehr sensibel und lässt ihn fast kindlich erscheinen, wenn er in Gedanken mit seiner kranken Mutter kommuniziert. Thomas Christ interpretiert den radikalen Revolutionär überzeugend und zeigt sehr glaubhaft, dass auch in der harten Schale eines terroristischen Verbindungsmannes ein gefühlvoller Mensch steckt. Die beiden Männer harmonieren sehr gut miteinander. Die Nebenrollen sind besetzt mit hauseigenen Schauspielern, Chormitgliedern und Tänzern, die ihre Rollen allesamt schauspielerisch und gesanglich gut verkörpern.

 

Diese mitreißende Inszenierung mit hervorragenden Darstellern fesselt das Publikum und sorgt für einen unvergesslichen Musicalabend, wie auch die minutenlangen stehenden Ovationen bei der besuchten Vorstellung bewiesen.

 

 

 

 

 

 

Antje Tiné und Sophie Berner

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 

 

Thomas Christ und Andrea M. Pagani

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 

  

 

Oben: Paul Przybylski und Petra Soltau                Petra Soltau und Andrea M. Pagani

Unten: Opernchor                                                      Foto: Rolf K. Wegst

 

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 

 

 

Thomas Christ und Eun-Mi Suk

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

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Foto (c) Jutta Missbach

 

Fetzig, frech und flott – „Kiss me Kate“ in Nürnberg

 

Der Musicalklassiker von Cole Porter aus dem Jahre 1948 feierte am 13.02. 2016 am Opernhaus Nürnberg Premiere.
Regisseur Thomas Enzinger bringt eine wunderbare Mischung aus Liebe, Eifersucht, Hass, Streit und Theater auf die Bühne des wunderschönen Nürnberger Opernhauses.
 
Fred Graham (Christian Alexander Müller) probt mit seiner Reisetheatertruppe Shakespeare´s „ Der Widerspenstigen Zähmung“. Star seiner Show ist Hollywoodstar und Exfrau Lilli Vanessi (Sophie Berner) – sie wird die Katharina geben. Graham selbst schlüpft in der männliche Hauptrolle des Pertrucchio.
Nicht nur Katharina und Pertrucchio bei Shakespeare, sondern auch Lilli und Fred haben einige Fehden auszutragen und verlagern ihren privaten Rosenkrieg kurzerhand auf die Bühne. Das Chaos wird perfekt als zwei Gauner einen falschen Schuldschein bei Fred eintreiben wollen...
 

Foto (c) Jutta Missbach
 
 
Enzinger zeigt in Nürnberg klassisches und doch heutiges Theater, gespickt mit Humor und Komik. Es wird hinter der Brandmauer geraucht, sich schon mal warm getanzt, die Solo-Garderoben von Lilli und Fred fahren von rechts und links herein, man befindet sich mal backstage und dann wieder auf der Shakespeare-Bühne. Die Zuschauer sind amüsiert, wenn Katharina mit der Kettensäge auf Barbies „Ken“ losgeht, die Hauptdarsteller einen Selfie-Stick rausholen oder Witze über Ebay oder aktuelle Landespolitiker machen und ein schriller Schlagzeuger für ordentlich Sound sorgt.
 

Foto (c) Jutta Missbach
 
 
„Premierenfieber“ präsentiert einen mitreißenden Auftakt der Show, dem Klassiker folgen „Wunderbar“, „Es ist viel zu heiß“; „Wann kann ich dir traun“; „Du bist mein Leben“; „Wär Dein nur dies Gesicht“ und natürlich „Schlag nach bei Shakespeare“. Unter der musikalischen Leitung von Volker Hiemeyer erklingt die neue Broadway-Orchestrierung von Don Sebesky.
Die jazzigen Rhythmen bieten den Tänzern die Möglichkeit, zu zeigen was sie können, in einer wunderbaren Choreografie von Kati Fakas.
Bemerkenswert auch die Ausstattung von Toto. Besonders die Kostüme sind ein Fest fürs Auge.
 

 

Foto (c) Jutta Missbach

 
 
Das Publikum erlebt einen kurzweiligen und sehr amüsanten Musicalabend mit einer hervorragenden Cast.
 
Sophie Berner gibt eine perfekte Lilli Vanessi / Katharina ab. Gesang und Schauspiel vom Feinsten. Vorzüglich performt sie ihre widerspenstige Katharina! Ebenfalls vorzüglich Christian Alexander Müller, authentisch meistert er die sehr anspruchsvolle Doppelrolle Fred Graham / Pertrucchio.
Antonia Welke und Manuel Dengler überzeugen als Lois Lane und Bill Calhoun.
 
Das Komikerduo „Heißmann und Rassau“ bleibt mit seinem Duett „Schlag nach bei Shakespeare“ etwas hinter den Erwartungen zurück – bringt aber sein Gangsterpaar witzig auf die Bühne.
 
Einziger Wermutstropfen des Abends ist die Textverständlichkeit – teilweise war das Orchester zu laut, was aber bei Premieren schon mal vorkommen kann und wohl leicht zu beheben ist.
 
Mein Fazit: Eine erstklassige und sehr sehenswerte Produktion des Musical-Klassikers von Cole Porter!
 
Sylvia Baierl
 
 
 
 
Musikalische Leitung:Volker Hiemeyer
Inszenierung:Thomas Enzinger
Bühne und Kostüme:Toto
Choreographie:Kati Farkas
Chor:Tarmo Vaask
Dramaturgie:Sonja Westerbeck
 
Christian Alexander Müller (Fred Graham / Petrucchio),
Sophie Berner (Lilli Vanessi / Katharina ),
Manuel Dengler (Bill Calhoun / Lucentio),
Antonia Welke (Lois Lane / Bianca),
Oliver Severin (Paul / Baptista ),
Annette Potempa (Hattie),
Richard Kindley (Harrison Howell),
Martin Rassau (1. Gangster),
Volker Heißmann (2. Gangster),
Frank Wöhrmann (Gremio ),
Johannes Kiesler (Hortensio),
Nina Baukus (Musicalensemble),
Yoko El Edrisi (Musicalensemble),
Sabrina Reischl (Musicalensemble),
Daniel Roces (Musicalensemble),
David Valls (Musicalensemble),
Felix Uttenreuther (Szenisches Schlagzeug),

 

 

 



 

2015

 

Januar-Februar März-Juni Juli-Dezember

 


 X

 

Chris Murray - Musical Christmas

 

Premiere: 04. Dezember 2015

 

Konzertsaal der Kirche St. Rochus, Köln-Bickendorf

 

 

 

 

 

 

Im wunderschönen Köln fing die Weihnachtstournee von Chris Murray an. Im ausverkauften Konzertsaal der Kirche St. Rochus spielte Philipp Polzin am Klavier ein stimmungsvolles Medley von Weihnachtsmusik. Dann betrat Chris Murray die Bühne und sang gefühlvoll "Paradise Café" von Barry Manilow. Nach einer kurzen Einführung, wie bei Murrays Weihnachten gefeiert wird, nahm uns Chris Murray mit auf die Winter- Weihnachtsreise ….... ach ja, Musical Hits kamen auch noch vor! Nach ein paar stimmungsvollen Weihnachtsliedern übernahmen Dracula und Jean Valjean die Bühne. Die Zuschauer, welche Chris Murray nicht kannten, waren überrascht von seinem Stimmvolumen! Dann erschien als Gast das sympathische Multitalent Florian Hinxlage. Er sang das traditionelle "Oh du Fröhliche". Es war eine Freude zu sehen, wie die beiden Sänger auf der Bühne gemeinsam harmonierten! Auf einmal holte Chris Murray eine junge Dame, Annekathrin Bach, auf die Bühne, die, wie sich herausstellte, im Chor der St. Rochusgemeinde singt. Ihr Können stellte sie gleich mit "I`II Be Home for Christmas" unter Beweis. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus. Die Zuschauer wurden von Chris Murray und Florian Hinxlage mit einem super lustigen Lied - von der Oma, die vom Rentier überrannt wird - in die Pause geschickt. Das Publikum ging lachend aus dem Saal!

 

 

 

  

 

 

 

 

Nach der Pause empfing Philipp Polzin das Publikum musikalisch mit Franz Liszt. Dann übernahm Chris Murray das Mikrofon und sang einfühlsam "Believe"! Gänsehaut pur! Und nun war das Musical wieder dran - er verwandelte sich stimmlich in Casanova, mit dem empfindsamen Lied "Schenk mir eine Stunde dein Leben" - ein wunder-wunderschönes Lied. Und wenn er schon mal in der Rolle war, bekamen die Zuschauer noch ein Lied aus Casanova - diesmal mit von der Partie: Florian Hinxlage. Beide lieferten sich einen stimmlichen Schlagabtausch. Chris Murray erzählte, dass er vor Jahren ein Weihnachtslied geschrieben hatte, welches nun alle drei Männer zusammen sangen. Augenblicklich ging es auf der Bühne ab mit "Just a Baby"! Der Funken sprang sofort über auf das Publikum und alle machten mit! Kurze Zeit später entführte uns Chris Murray in das weihnachtliche Schweden mit dem Lied "Koppangen". Auch ein kleines Juwel auf seiner Weihnachts-CD "A Very Murray Christmas". Dann erinnerte er an sein früheres Kölner Gastspiel mit "Vom Geist der Weihnacht", indem er in die Rolle des "Scrooge" schlüpfte und "Was habe ich getan" sang. Am Ende des Konzerts verwöhnten die beiden Gastgeber ihr Publikum passend zu "Die Weihnachtsbäckerei" mit leckeren Plätzchen. Stimmungsvoll beendeten alle das Konzert mit dem bekanntesten aller Weihnachtslieder - "Stille Nacht, Heilige Nacht". Das Publikum forderte mit Standing Ovations eine Zugabe, und so besang Chris Murray die "Sterne" aus "Les Misérables" und schuf damit dem wunderbaren Konzert einen krönenden Abschluss.

 

Heike Schmidt

 

 

 

 

 

Weitere Termine:

 

- 10.12., 19:00: Berlin, Wilde Oscar
- 11.12., 19:30: Hof, Studio des Theater
- 17.12., 19:00: Pforzheim, Schlosskirche St. Michael
- 18.12., 20:00: Moers, Bollwerk 107
- 19.12., 19:00: Dinklage, St. Catharina

 

Tickets & Informationen: www.chris-murray.de/musical-christmas.htm

 

Außerdem werden mehrere Konzerte gefilmt und noch vor Weihnachten wird eine Highlights-DVD erhältlich sein. Sicher das perfekte Weihnachtsgeschenk!

Vorbestellungen sind bereits bei den Konzerten möglich.

 

 

 

 

 

 

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Chess - Das Musical

 


 

 

 

Durch Übereinkunft mit Three Knights Limited The Shubert Organisation Inc Robert Fox Limited präsentiert von den Theatern Chemnitz

 

 

 

 

Benny Andersson -Tim Rice- Björn Ulvaeus
Die Originalversion wurde von Trevor Nunn inszeniert
Originalorchestrierung und -arrangements von Anders Eljas
Deutsch von Kevin Schroeder

 

 

 

 

Premiere: 10.10.2015

 

 

 

 

 

 

 

Die Handlung:

 

 

Merano 1979 – mitten im kalten Krieg treten die Herausforderer Frederick Trumper (Patrick Stanke) für die USA und Anatoly Sergievsky für die UdSSR (Matthias Otte) zur Schachweltmeisterschaft an. Doch geht es „nur“ um Schach? Zwischen den beiden Schachkönigen steht zunächst nur eine Dame (die andere kommt erst viel später zum Zug) – Florence Vassy (Roberta Valentini). Ihre Biografie ist eng mit dem „kalten Krieg“ verwoben und bietet beiden Seiten einen Angriffspunkt, macht sie verwundbar und zum Spielball der rivalisierenden Mächte.

 

 

 

 

 

Hintergründe:

 

 

Grundlage für dieses Musical ist „das Match des Jahrhunderts“ am 11. Juli 1972 in Reykjavík. Damals sa゚en sich Boris Spasski und Bobby Fischer als Kontrahenten am Schachbrett gegenüber. Die westlichen Kommentatoren erkannten früh, dass es hier nicht nur um Schach ging, sondern um der Krieg Ost gegen West. Das Schachbrett wurde zur Arena, in der der amerikanische Star gegen die sowjetische Maschinerie für Demokratie kämpfte.

 

 

Robert James „Bobby“ Fischer stand Pate für die Musicalfigur Frederick Trumper – ein launisches Genie, faszinierend, schockierend, anziehend und absto゚end zugleich.

 

 

Für die Musicalfigur Anatoly Sergievsky stand u.a. Viktor Kortschnoi Pate, der 1976 anlässlich eines Internationales Turniers in Amsterdam emigrierte. Er lie゚ Frau und Sohn in der Sowjetunion zurück.

 

 

 

 

 

Schauplätze:

 

 

Tim Rice nahm vermutlich die Weltmeisterschaft 1981 in Meran zum Anlass, den 1. Akt von „Chess“ dort spielen zu lassen, wohl weniger aus politischen oder historischen Gründen, sondern ganz schlicht und einfach aus musikalischen. Daraus erklärt sich auch, weshalb für den 2. Akt Bangkok gewählt wurde, obwohl dort nie eine Schachweltmeisterschaft stattgefunden hat. Historisch und topographisch wäre es das philippinische Baguio gewesen – was aber musikalisch nicht den selber Effekt gehabt hätte wie „Tauch ein in Bangkok“. Die englische Version „One Night in Bangkok“ wurde in Deutschland mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet und hatte sehr viele gute und sehr gute Chartplatzierungen Weltweit.

 

 

 

 

 

Die Musik:

 

 

Musikalisch ist „Chess“ ein sehr vielseitiges Musical, welches Pop- und Rockelemente mit symphonischer Musik verbindet. So lassen sich die Gegenspieler auch musikalisch unterscheiden- poppig und rockig kommt der Amerikaner daher, der Russe dagegen symphonisch- opernhaft. Verantwortlich dafür zeichnen die Männer der Popgruppe“ABBA“ Björn Ulvaeus und Benny Andersson. So ist der Sound von „ABBA“ auch immer wieder zu entdecken . Aus dem Gitarrensolo von „Our Last Summer“ kreierten sie die „Hymne“ und das Duett „Ich kenn ihn so gut“ geht zurück auf „I Am An A“.

 

 

Unter der Leitung von Tom Bitterlich wurde die Musik perfekt vom Orchester mit Rockband dargeboten.

 

 

 

 

 

 

Die Inszenierung:

 

 

Thomas Winter greift für seine Inszenierung in einen gro゚en Topf aus Operettenkitsch und Moderne. So erleben wir im ersten Akt das liebliche Merano mit Flüsschen und Schiffchen mit aufwändiger Heimatfilmidylle und Schwebebahn. Aber auch gut platzierte Videoeinspielungen bestimmen die Szenerie. Immer wieder entdecken wir die Themen der Konfrontation der Gro゚mächte USA und UdSSR. Teilweise wirkt das Bühnenbild zu überladen – dann aber wieder fast zu karg.

Die Kostüme (Ulv Jakobsen) sind schlicht und passen sich sehr gut in die Szenerie ein. Gut gewählt das Outfit von Frederick Trumper – ein roter Anzug mit dunkelrotem Hemd, welches unpassend wirkt, aber wohl bewusst gewählt, die anfängliche Zerrissenheit der Person darstellt. Mit seiner eigenen Entwicklung – entwickelt sich auch sein Outfit – er erscheint am Ende seriöser - im schlichten hellen Anzug.

 

Die Personen:

Besonders erwähnenswert Stefanie Köhm als Svetlana – Anatoly's Ehefrau. Die zweite Dame, die erst sehr spät ins Geschehen eingreift. Sie verleiht der Figur nicht nur ihre wundervolle Stimme, sondern auch eine Dynamik, die in anderen Inszenierung leider fehlt. Sie ist nicht nur die hausbackene russische Ehefrau und Mutter – sie hat Esprit und Willen, um ihren Mann und um ihr bisheriges Leben zu kämpfen.

 

 

 

 

Florence Vassy (Roberta Valentini), Svetlana (Stefanie Köhm)

 

Foto (c) Dieter Wuschanski

 

 

 

Immer eine sichere Bank, Roberta Valentini als Florence Vassy. Trotz tontechnischer Mängeln im ersten Akt überzeugt sie mit ihrer warmen Stimme und ihrem gekonnten Schauspiel. Hervorragend zeigt sie die Entwicklung der Florence Vassy, die sich nicht mehr demütigen lassen möchte und frei ihre Entscheidungen trifft. Leider wurde in Chemnitz der Titel „Nobodyエs Side“ gestrichen.

 

 

Stimmlich perfekt harmoniert sie mit Matthias Otte (Anatoly) in den Duetten der Berg- und Abschiedsszene.

 

 

 

 

 

 

Frederick Trumper (Patrick Stanke), Schiedsrichter (Mischa Mang), Anatoly Sergievsky (Matthias Otte)

 

Foto (c) Dieter Wuschanski

 

 

 

 

Matthias Otte kann als Anatoly Sergievsky nicht ganz überzeugen. Er bleibt unscheinbar aber mit guter Stimme. Besonders bei der „Hymne“ vermisst man Emotionen – der innere Kampf den Anatloy mit sich führt bleibt dem Zuschauer verborgen.

 

 

 

 

 

Frederick Trumper (Patrick Stanke), Florence Vassy (Roberta Valentini)

 

 

 

Foto (c) Dieter Wuschanski

 

 

 

 

 

 

 

 

Patrick Stanke – am Premierenabend gesundheitlich angeschlagen – könnte seinem Frederick Trumper noch ein wenig mehr Aggressivität verleihen. So ganz kommt sein Hass auf die Russen noch nicht über die Rampe. „Tauch ein in Bangkok“ verpufft ohne den gewöhnlichen Knalleffekt. Dennoch, im zweiten Akt erfährt „Frederick“ eine deutliche Steigerung – „Sei nie ein Kind“ (hier szenisch nicht gut platziert) – schauspielerisch und stimmlich (trotz Grippe) ganz stark! Der einzige emotionale Moment, den man an diesem Abend erleben konnte.

 

 

Eine solide Darstellung liefert Mischa Mang als Schiedsrichter ab. Der Pop-Chor, Elisabeth Markstein, Claudia Müller-Kretschmar, Michael Beck und Robert Schmelcher, zeigen bemerkenswerte und vielseitige Leistungen.

 

Interessant choreografiert – das Ballett als Schachfiguren. Leider wirkt die Bühne in diesen Szenen zu überfüllt.

 

 

Fazit:

 

 

Politik, Verschwörung, Liebe und Eifersucht – Zutaten für einen interessanten Musicalabend mit aufwendigen Bühnenbildern, tanzenden Schachfiguren und wundervoller, vielfältiger Musik.

 

 

Sylvia Baierl

 

 

Cast:

 

Musikalische Leitung : Tom Bitterlich

Inszenierung: Thomas Winter

Bühne, Kostüme: Ulv Jakobsen

Choreografie: Danny Costello

Choreinstudierung: Tom Bitterlich; Nikolaus Müller

Lichtgestaltung: Mathias Klemm

Ton: Gerald Kassube, Wilfried Albers

Dramaturgie: Jón Phillipp von Linden

 

Frederick Trumper Patrick Stanke

Anatoly Sergievsky Matthias Otte 

Florence Vassy Roberta Valentini

Schiedsrichter Mischa Mang 

Svetlana Stefanie Köhm

Molokov Matthias Winter

Pop-Chor Elisabeth Markstein, Claudia Müller-Kretschmer;

Michael Beck; Robert Schmelcher

 

 

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Chris Murray als Frederick Trumper

 

 

 

 

 

Am 21.11.2015 übernahm Chris Murray in Vertretung die Rolle des Frederick Trumper. Sein Frederick ist aggressiver. Während Patrick Stanke die Rolle etwas zu lieb und sanft anlegt, zeichnet Chris Murray hier ein überzeugenderes Rollenbild. Durch die größere Aggressivität zum Beginn wird die Zerrissenheit Fredericks im Verlauf des Stückes um einiges deutlicher. Zudem ist Chris Murray auch im Gesang um kraftvoller. So schaffte er es, obwohl die Rolle des Frederick Trumper in dieser Inszenierung reduziert erscheint, mit seinen Soli, das Publikum mitzureisen.

 

Chris Murray wird nochmals am 23.01.2016 als Frederick Trumper in Chemnitz zu erleben sein. Weitere Vorstellungen von CHESS sind aktuell noch bis Juni 2016 angesetzt.

 

 

 

 

http://www.theater-chemnitz.de

 

 


 

Jesus Christ Superstar“

Musical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice

 

Modernes Musicalspektakel mit Starbesetzung in Bad Gandersheim

 

Noch bis zum 16. August läuft bei den 57. Gandersheimer Domfestspielen eine moderne Inszenierung der Rockoper. Für die Regie zeichnet Achim Lenz verantwortlich, der nur wenige Tage vor der Premiere diese Aufgabe übernommen hat. Künstlerische Differenzen führten zur Trennung von Regisseurin und Choreographin Jean Renshaw.

In den Hauptrollen erleben wir Christian Alexander Müller als Jesus, Alexander di Capri als Judas und Julia Lißel als Maria Magdalena.

Ziel ist es, Jesus in die heutige Zeit zu transportieren. Christian Alexander Müller sagte dazu „ … diese Geschichte passiert heute einem Mann, der auch ganz anders heißen könnte“

So betreten Jesus Anhänger – neuzeitlich Follower – in Springerstiefeln die Bühne. Modernes Equipment wie Notebook und Smartphone sind immer im Einsatz.

Das Bühnenbild besteht aus einer Tafel mit fünf roten Rolltischen – welche am Ende auch das Kreuz darstellen -, stapelbaren Stühlen und einem großen Transparent auf dem „follow me“ zu lesen ist. Jesus Follower tragen T-Shirts mit derselben Aufschrift und auch auf Jesus Buch kann man diesen „Leitsatz“ lesen.

Wir sind angekommen im Zeitalter der sozialen Netzwerke. Die Kostüme erinnern jedoch teilweise an die achtziger Jahre z.B. das von Maria Magdalena.

Die Geschichte wird aus Sicht von Judas erzählt- Dieser, farblich in schwarz von den anderen Jüngern abgegrenzt, glaubt nicht mehr an die Botschaft Jesu. Jesus Verhältnis zu seinen Jüngern wird eher wie das zwischen Arbeitskollegen oder Freunden dargestellt – er hebt sich nur wenig ab. Judas Zorn steigt als Jesus eine Beziehung zur Prostituierten Maria Magdalena beginnt. Er befürchtet, dass Jesus die Situation aus den Händen gleitet und so verrät er ihn an die jüdische Priesterschaft.

Maria Magdalena und die weibliche Anhängerschaft werden in dieses Inszenierung sehr frivol dargestellt – eine „Hommage“ an die „Love-and-Peace“-Bewegung oder doch nur die Darstellung erotischer Männerträume? Es scheint als wenn die Damen weniger an Jesus Botschaft als an seinem Körper interessiert sind.

Julia Lißel überzeugt dennoch in der Rolle der Maria Magdalena. Ein Höhepunkt der Inszenierung ist ihre gefühlvolle Interpretation von „Wie soll ich ihn nur lieben“.

Alexander di Capri verkörpert einen charismatischen, verzweifelten aber auch stellenweise eitlen Judas – mit kraftvoller Stimme, die bei hohen Tönen manchmal kippelt und kikst.

Stimmlich überragend, sympathisch, fassbar und verletzlich – so stellt Christian Alexander Müller seinen Jesus dar. Zu Tränen rührt immer wieder sein „Gethsemane“.

Die Cast ist gut aufeinander abgestimmt. Erwähnenswert sind besonders die Tanzszenen (Choreographie Marc Bollmeier).

Ein sehr schönes Bild zeichnet Regisseur Achim Lenz in der „Pessach-Fest“-Szene, als Jesus das Brot teilt und den Wein segnet, umgeben ihn seine Anhänger in Form einer Freeze-Frame die das Bild „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci darstellt.

Ein wenig lau ist der Selbstmord von Judas. Es gibt zwar einen großen Knall – aber der verpufft recht schnell im Nichts.

Warum am Ende nur der Titel „Jesus Christ Superstar“ als einziger in Originalsprache belassen wurde eröffnet sich mir nicht. Hier wie auch schon in den Szenen der Geißelung Jesus braucht man gute Nerven. Die dargestellte Brutalität und die Erniedrigung, die Jesus erfährt sind für mich schon grenzwertig. Oft muss ich den Blick abwenden.

Das Ende ist versöhnlich und sehr gefühlsbeladen. Die fünf roten Rolltische stellen das Kreuz dar – Jesus Weg in den Himmel wird von LED-Lichtern begleitet die um ihn herum platziert werden – ein sehr schönes Bild.

Eine hervorragende Cast, welche perfekt von dem 10 köpfigen Orchester unter Leitung von Heiko Lippmann begleitet wird, ist mein Fazit für diese Inszenierung. Bei der Premiere gab es „Standing Ovations“ und „Zugabe“-Wünsche – die jedoch nicht erfüllt wurden. Aber noch hat man ja die Chance sich „Jesus Christ Superstar“ in Bad Gandersheim anzusehen.

 

Jesus von Nazareth: Christian Alexander Müller
Judas Ischariot: Alexander di Capri
Maria Magdalena: Julia Lißel
Pontius Pilatus: Daniel Ris
Kaiphas: Daniel Dimitrow
Annas: Oliver Polenz
Petrus: Jannik Nowak
Simon Zelotes: Tobias Berroth,
Herodes: Dirk Weiler
Ensemble: Tobias BerrothAlice HanimyanJohannes KieslerSilvio RömerJens SchnarreLuise SchubertDominika Szymanska, Bosse Vogt, Dirk Weiler 
Statisterie: Magnus Heitmann, Carsten Schneck

Musikalische Leitung: Heiko Lippmann
Regie: Achim Lenz
Ausstattung: Bernhard Niechotz
Choreographie: Marc Bollmeyer
Dramaturgie: Florian Götz
Technische Leitung: Kim Winkler
Licht: Dirk Bathe
Ton: Rolf Dressler (light-house Göttingen)

Regieassistenz: Denise Kiesow
Kostümassistenz: Svenja Lühr
Dramaturgieassistenz: 

 

Annemarie Schorcht

 

 

 

Sylvia Baierl

 

 

 

 

Jesus (Christian Alexander Müller) mit Dornenkrone, umringt von seinen Aposteln (v.l.n.r.: Tobias Berroth, Julia Lißel, Daniel Dimitrow, Jannik Nowak).

 

 

 

Judas (Alexander di Capri, Mitte) nach seinem Verrat von Jesus Christus an die Hohepriester Annas (Oliver Polenz, links) und Kaiphas (Daniel Dimitrow).

 

 

Fotos: Hillebrecht/Die Foto-Maus

 


 X

 

Sweeney Todd - Der Teufelsbarbier von Fleet Street

am Stadttheater in Pforzheim

Premiere: 23.04.2015

 

Zum Inhalt

Das Stück beschreibt die Geschichte von Benjamin Barker, der vom böswilligen Richter Turpin unschuldig in die Verbannung geschickt wurde, und 15 Jahre später unter dem Namen Sweeny Todd nach New London in die Fleet Street zurückkehrt, wo Mrs. Lovett immer noch ihren schlecht gehenden Fleischpasteten-Laden betreibt.
Todd erkundigt sich nach dem Zimmer im 1. Stock, wo er damals den Barbiersalon betrieben hatte und Mrs. Lovett schildert ihm die Geschichte, der von Richter Turpin begehrten, wunderschönen Barbiersfrau, die von ihm ausgenutzt und misshandelt wurde und darauf hin ihr Leben mit Gift beendete. Allerdings befindet sich die Tochter Johanna noch in den Fittichen von Turpin.
Mit diesem Wissen, dass Turpin Johanna sogar heiraten will, enthüllt Sweeny Todd seine wahre Identität und beschließt seinen Hass gegen die ganze Menschheit zu richten, wodurch Mrs. Lovetts Pastetenfabrikation auf einmal zu florieren beginnt und die Geschäfte der beiden zum Grusekabinett mutieren, da niemand weiss, was mit den Leichen passiert, die Todds Zorn fordert.

Eine wirklich gelungene Premiere von „Sweeny Todd- Der Teufelsbarbier von Fleet Street brachte das Stadttheater Pforzheim am 23.04.2015 auf die Bühne.

Die Inszenierung von Toni Burkhardt, unter der Musikalischen Leitung von Tobias Leppert und der Dramaturgie von Isabelle Bischoff nahm einen mit auf eine Reise nach New London in die Fleet Street.
Für Bühne und Kostüme war Wolfgang Rausching, für die Choreinstudierung Salome Tendies verantwortlich.

Thomas Christ als verbannter Benjamin Barker und zurückgekehrter Sweeny Todd überzeugt in dieser Rolle, stimmlich als auch schauspielerisch, allerdings war er optisch etwas zu brav ausgestattet. Er brachte die einzelnen Facetten von Sweeny Todd auf den Punkt und es machte Freude, ihm zuzusehen.

Aufgrund von Erkältungsproblemen war es Femke Soetenga nicht möglich die Rolle der Mrs. Lovett zu singen, trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, diese schauspielerisch, mit viel Mimik und Gestik zu verkörpern. Dies war so großartig, dass man erahnen konnte, mit wie viel Power sie diese Rolle nach ihrer Gesundung ausfüllen wird.
Die gesangliche Ergänzung, zu Femke Soetenga´s Darstellung bot am Premierenabend Tina Haas, die kurzfristig noch am Morgen der Premiere für diese Aufgabe gewonnen werden konnte. Sie meisterte das komplette Stück mit einer Leichtigkeit, dass man nur DANKE dafür sagen kann.




In der Rolle des Adolfo Pirelli erinnerte Andrea Matthias Pagani, optisch an einen Elvis-Verschnitt mit italienischem Einschlag, der beim Rasur-Contest gegen Sweeny Todd klar den Kürzeren zieht. Er erkennt in Sweeny Todd den früheren Benjamin Barker, versucht diesen zu erpressen und findet durch Sweeny´s Rasiermesser einen schnellen Tod.

Ben Savoie als Tobias Ragg, der anfängliche Gehilfe von Adolfo Pirelli und später Gehilfe von Mrs. Lovett bot wie immer eine solide Darstellung seiner Rolle. Man nahm ihm den etwas verpeilten Jungen bis zum Schluss vollkommen ab.

Jon Geoffrey Goldsworthy als böswilliger Richter Turpin füllte seine Rolle in gewohnter Art und Weise aus. Er ließ keinen Zweifel, dass er sein Mündel Johanna von allem und jedem fern halten und für sich behalten möchte. Jedoch fällt er ebenfalls Sweeny´s Rachefeldzug zum Opfer.

Edward Lee als Matrose Anthony Hope, der sich in Johanna Barker, gespielt von Franziska Tiedtke verliebt und diese aus den Fängen von Richter Turpin letztendlich befreit, ist für Augen und Ohren eine Bereicherung. Er tritt sicher und leichtfüßig auf und füllt die Rolle des „schock“-verliebten Matrosen Anthony mit Leben und Liebe aus.

Franziska Tiedtke, als Johanna Barker ist optisch genau so wie sie sein soll, lieblich und gutaussehend. Sie sing die Johanna Barker mit sehr schöner Stimme, ist mir allerdings etwas zu klassisch angehaucht.

Steffen Fichtner als Sheriff Bamford, ist wie in all seinen Rollen eine feste Konstante. Er spielt diesen Sheriff, der sehr zu Richter Turpin tendiert und für Recht und Ordnung steht grundsolide hat allerdings auch viele lustige Züge. Es macht Spaß ihm zuzusehen.

Zu guter Letzt wäre da noch Gabriela Zamfirescu hervorzuheben, die als Bettlerin einen super Job gemacht hat. Man hätte ihr am liebsten auch einen Penny oder zwei gegeben für Ihre super Darstellung auf der Bühne.

Ebenfalls hervorzuheben sind die Herren und Damen vom Opernchor des Theaters Pforzheim, Extrachor des Theaters Pforzheim, Badische Philharmonie Pforzheim und
Statisterie des Theaters Pforzheim, die an diesem Abend wieder mal gezeigt haben, dass ein kleines Stadttheater solch stimmgewaltige Menschen hat.

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass es ein rundherum gelungener Abend war, der zum lachen, nachdenken und gruseln angeregt hat und der nach Wiederholung ruft, denn man möchte ja u. a. Femke Soetenga als Mrs. Lovett als „Komplettpaket“ mit Stimme erlaben.

 

Musikalische Leitung: Tobias Leppert 
Inszenierung: Toni Burkhardt 
Bühne und Kostüme: Wolfgang Rauschning
Choreinstudierung: Salome Tendies
Dramaturgie: Isabelle Bischof





Besetzung:

Sweeney Todd: Thomas Christ
Mrs. Nellie Lovett: Femke Soetenga
Tina Haas (Gesang)
Anthony Hope: Edward Lee
Johanna Barker: Franziska Tiedtke
Tobias Ragg: Ben Savoie
Richter Turpin: Jon Geoffrey Goldsworthy
Sheriff Bamford: Steffen Fichtner
Bettlerin: Gabriela Zamfirescu
Adolfo Pirelli: Andrea M. Pagani
Mr. Fogg: Mathias Reiter

Opernchor des Theaters Pforzheim
Extrachor des Theaters Pforzheim
Badische Philharmonie Pforzheim
Statisterie des Theaters Pforzheim

 

Sonja Schuhmacher

 


 

 

Heartmade Productions präsentiert in der Simply-Konzertreihe

Feels Like Home“ - Christian Alexander Müller

Eine musikalische Entdeckungsreise

 

Das Licht im kleinen Kabarettkeller in Chemnitz wird gedimmt. Marina Komissartchik und Christian Alexander Müller betreten die Bühne – Stille zieht ein.

Es erklingt „Unexpressed “ von John Bucchino und es beginnt eine Reise zu neuen Ufern des Musicals und des Kunstliedes. Christian Alexander Müller entführt uns in die wunderschöne musikalische Welt von John Bucchino, Jason Robert Brown, Craig Carnelia, Scott Allen und William Finn.

Der zweite Titel „Feels like Home“ ebenfalls von John Bucchino schafft die perfekte Atmosphäre für das Anliegen des Künstlers - einen entspannten Abend zu gestalten bei dem sein Publikum viel neues Liedgut entdeckt.

 

Es folgen zwei Titel aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ - „Somthing´s coming“ und eigens für diesen Abend als Solonummer dargeboten „One hand – one heart“. Gefühlvoll und gekonnt setzt Christian Alexander Müller seine unverwechselbar schöne Stimme ein. Bewusst verzichtet er auf Mikrophon und Verstärkung – ein besonderer Hörgenuss! Bei jedem Ton spürt man die Liebe zur Musik.

Unterhaltsam führt er durch den Abend. Dabei ist die Moderation nicht bis auf das letzte Wort ausformuliert - kleine Spracheskapaden machen sie noch sympathischer. Da einige Titel in Originalsprache dargeboten werden gibt es vorher eine kurze, charmante Einweisung. Mühelos erreicht er sein Publikum ob nun durch Moderation oder Gesang.

 

Gast des Abends ist Angelina Biermann, Absolventin der Musikhochschule Leipzig und ehemalige Schülerin von Christian Alexander Müller. Beide bringen ein wunderschönes Duett aus „Lieder für eine neue Welt“ auf die kleine Bühne „Das alles gäb ich her“ - perfekt harmonieren ihre Stimmen. Mit ihrem sauber geführten Sopran singt sie anschließend „Ich hab nie Angst vor irgendwas“ aus dem selben Liederzyklus von Jason Robert Brown und kann das Publikum begeistern.

 

Mit einem Block von Titeln aus „Bridges of Madison County“, dem neusten Werk von Jason Robert Brown, beschließt der erste Teil. Sekundenlange Stille nach jedem Titel und der anschließend begeisterte Applaus zeigen wie sehr die Stimmen, die Musik und die Texte bei jedem innerlich ankommen.

 

Der zweite Teil beginnt mit einigen Songs aus „Les Miserables“. Amüsant erzählt der Gastgeber des Abends wie dieses Stück ihn nun schon seit Jahren begleitet und schlüpft innerhalb von 15 Minuten in verschiedenste Rollen. Ob nun Enjolras, Javert, Marius oder Jean Valjean – perfekt singt er jeden Titel. Durch dezente schauspielerischer Gestaltung verleiht er dem Gesungenen Nachdruck.

 

Mit dem Lied „Ein Mensch zu sein“ aus „Arielle“ verabschiedet sich Angelina Biermann für diesen Abend eindrucksvoll.

 

Was nun folgt sind 3 überwältigende Titel bei denen wohl kein Auge trocken bleibt.

„Marry me a little“ - aus „Company“ von Stephen Sondheim, „How did I end up here“ - von Scott Allen und „Flight“ - von Craig Carnelia. Jeder dieser Titel hat eine eigene Geschichte und berührt schon in seiner Aussage. Christian Alexander Müller trägt diese Titel so einfühlsam und sanft vor – das eine enorme Spannung im Raum entsteht. Einer der stärksten Momente dieses Abends.

 

Zum Abschluss erklingen 2 Titel des großen Andrew Lloyd Webber “ Till i hear you sing“ - aus „Love never dies“ und „Musik der Nacht“ - aus „Phantom der Oper“. Wieder brillant vorgetragen. Unglaublich wie Christian Alexander Müller nach so einem stimmlich sehr forderndem Programm selbst die größten Töne noch perfektionieren kann.

 

Marina Komissartchik begleitet die Künstler perfekt am Piano. Nicht ohne Grund wird ihr bescheinigt, dass sie ein ganzes Orchester ersetzen kann. Eine großartige Pianistin.

 

Es ist ein wunderbarere Abend voller gesanglicher Höhepunkte bei dem selbst die Zugaben „Always starting over“ aus „If/Them“ und „Anytime“ aus „Elegies“ von William Finn noch einmal Glanzlichter setzen.

Alle Beteiligten haben diesen Abend zu einem Besonderen werden lassen, zu einer besonderen Reise mit wunderbaren Melodien und Liedern die auf höchsten Niveau dargeboten wurden, umrahmt durch eine charmant-liebevolle Moderation. Der private Rahmen des Kabarettkellers in Chemnitz unterstützt die insgesamt sehr heimelige Atmosphäre. Jeder im Publikum hat wohl einige neue Titel gefunden und neue Komponisten für sich entdeckt – ich würde sagen – Ziel erreicht!

Sylvia Baierl

 

Titelliste

 

 

1. Teil

 

Titel

Komponist

Stück /Inhalt

Unexpressed

JOHN BUCCHINO

Ein Lied über unausgesprochene Gefühle

Feels like home

JOHN BUCCHINO

Im Kontext „ Auch wenn wir den falschen Weg gegangen sind - - wenn Du da bist fühlt es sich an wie Zuhause“

Something´s coming

Leonard Bernstein

WEST SIDE STORY

Tony ist auf der Suche nach etwas Großem – Riff kann ihn überreden mit zum Kampf zu kommen.

One hand - one heart

Leonard Bernstein

WEST SIDE STORY

Hochzeitsszene

If i loved you

Richard Rogers

CAROUSEL

Billi und Julie gestehen sich zögernd ihre Liebe zueinander

Lied vom Schmuel

Jason Robert Brown

DIE LETZTEN 5 JAHRE

Jamie schenkt seiner Freundin Cathy eine Geschichte zu Weihnachten ...

Das alles gäb´ ich her

Jason Robert Brown

LIEDER FÜR EINE NEUE WELT

Das Lied handelt vom Wiederfinden nach einer Trennung

Ich hab nie Angst vor irgendwas

Jason Robert Brown

LIEDER FÜR EINE NEUE WELT

Eine junge Frau erzählt das sie vor nichts Angst hat

Wondering

Jason Robert Brown

BRIDGES OF MADISON COUNTY

Es beschreibt den Moment in dem Robert erkennt, dass er Francesca liebt

Falling into you

Jason Robert Brown

BRIDGES OF MADISON COUNTY

Beide gestehen sich ihre Liebe – trotz der aussichtslosen Situation

Before and after you

One second and a million miles

Jason Robert Brown

BRIDGES OF MADISON COUNTY

Francesca entscheidet sich bei Ihrem Mann und den Kindern zu bleiben

 

2. Teil

 

Intro / Hört ihr wie das Volk erklingt

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

General Lamarque ist tot. Enjolras ruft die Studenten zur Revolution.

Wer bin ich

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

Jean Valjean fragt sich , ob ein anderer für seine Schuld in Ketten gehen soll

Sterne

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

Javert schwört den Sternen, dass er Valjean stellen wird

Dunkles Schweigen an den Tischen

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

Marius hat alle Freunde im Kampf verloren

Bring ihn heim

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

Kurz vor dem Kampf bittet Valjean um das Leben von Marius

Ein Mensch zu sein

 

ARIELLE

Arielle träumt davon ein Mensch zu sein

Marry me a little

Stephen Sondheim

COMPANY

Robert macht Amy den Vorschlag ihn zu heiraten – ein interessanter Ausblick auf eine Ehe

How did i end up here

Scott Allen

Eine Mann schaut zweifelnd auf sein Leben zurück und fragt sich „warum stehe ich hier wo ich jetzt stehe“

Flight

Craig Carnelia

Es handelt von der Sehnsucht wegzufliegen , gegen alle Widerstände

Till i hear you sing

Andrew Lloyd Webber

LOVE NEVER DIES

Nach 10jähriger Trennung ist es immer noch der Wunsch von Erik mit Christine vereint zu sein.

Musik der Nacht

Andrew Lloyd Webber

PHANTOM DER OPER

Erik singt im Kellergewölbe für Christine von seiner Liebe zur Musik

 

Zugabe

 

Always starting over

Tom Kitt

IF/THEN

Handelt vom immer wieder neu beginnen – vom neu anfangen ...

Anytime

William Finn

ELEGIES

Als eine gute Freundin des Komponisten im Sterben lag – bat sie ihn um ein Lied für Ihre Beerdigung. Es ist ein Lied für einen Abschied und trotzdem lebensbejahend.

 

 


 

 

Lieder für eine neue Welt“

von

Jason Robert Brown

Deutsche Texte – Wolfgang Adenberg

Orchestration- Brian Bestermann

Originalproduktion – WPA Theater N.Y.C. 1995

 

Mit dem Liederzyklus „Lieder für eine neue Welt“ von Jason Robert Brown wird nun die Musicalsparte der Hochschule für Musik und Theater Leipzig endgültig geschlossen.

 

Die Absolventen Angelina Biermann, Nathalie Parsa, Linda Rietdorff, Michael Beck und Michael Ehspanner bringen unter der Leitung von Christian Alexander Müller das Erstlingswerk des Komponisten als Abschlussprüfung des Masterstudienganges auf die Bühne der Black Box.

 

Dieser szenische Liederabend verbindet als Schauplätze ein spanisches Schiff von 1492 mit den Charakteren und Problemen des New York von heute. Alle Titel handeln von einer Reise – einer Reise in die „neue Welt“. Jeder der dargestellten Charaktere befindet sich an einem Wendepunkt im Leben. Der Komponisten selbst sagte einmal dazu : „Es geht um Momente , in denen man gezwungen ist, eine Mauer zu zertrümmern, Stellung zu beziehen oder sich umzudrehen und zurück zu gehen.“

 

Die ersten beiden Titel „Die neue Welt“ und „Auf dem deck eines spanischen Segelschiffs, 1492“ beschreiben die Aufbruchstimmung, aber auch die Angst vor den Gefahren, welche auf einer solchen Reise lauern.

Jeder der 17 Titel steht für sich selbst. Auf gesprochene Texte wird verzichtet und es gibt keine feste Rahmenhandlung.

 

Nathalie Parsa und Linda Rietdorff alternieren in der Rolle der Frau 2 und verkörpern die „Lebensmüde“, die wegen eines Nerzmantels mit Suizid droht - „Nur ein Schritt“ und die Weihnachtsfrau, die an Weihnachten nicht mehr länger allein sein will - „Surabaya Santa“. Beide überzeugen mit komödiantischen Talent und sehr guten Stimmen. Eine der stärksten Kompositionen „Die Flaggenmacherin,1775“ meistern beide mit Bravur – ich hatte Gänsehaut !

 

Angelina Bierman besticht mit ihrer glockenklaren Stimme und engelhaften Gesang - „Wiegenlied zur Weihnacht“. Das Duett mit Michael Ehspanner „Das alles gäb ich her“ ist einer der schönsten Momente des Abends – beide ziehen das Publikum in ihren Bann.

 

Michael Ehspanner kann mit seinem angenehmer Timbre und seiner schauspielerischen Stärke seine Wandlungsfähigkeit zeigen – ob als mittelloser Versager „Es sprudelt kein Fluss“ für mich oder als Ankläger der Frauen, die mit Tränen die Männerwelt willenlos machen, „Sie weint“.

 

Michael Beck besticht „Auf dem Deck eines spanischen Schiffs, 1492“ mit einfühlsamen Spiel und sanfter Stimme. Seine ganze Energie zeigt er bei „König der Welt“ und „Der Dampfzug“. Bei „Ich fliege Heim“ laufen mir die Tränen übers Gesicht, sicher ging es noch anderen im Publikum so.

 

Alle Solisten harmonisieren stimmlich und schauspielerisch einwandfrei.

 

Christian Alexander Müller führt die Charaktere perfekt, schlicht und für den Zuschauer gut nachvollziehbar. Starke Videosequenzen unterstützen einzelne Titel z.B. „König der Welt“ - der Adler stürzt sich auf die Beute in dem Moment geht der „König“ in seiner Zelle zu Boden. Er versteht es die Stärken seiner Absolventen hervorzuheben. Respekt für diese wundervolle Regiearbeit!

 

Die Band – bewusst in Originalbesetzung gewählt – begleitet die Absolventen hervorragend .

Auch Ton und Licht agieren makellos. Alle unterstützen das Projekt unentgeltlich!

Alles in allem ein vollkommen stimmiger und gelungener Abend – der die hohe Qualität der Ausbildung an der Hochschule dokumentiert. Bleiben die Frage offen, ob man an den Musiktheatern merken wird, dass keine Schüler mehr aus Leipzig kommen und ob es sich eine Hochschule leisten kann so einen zukunftsträchtigen Zweig wie die Musicalsparte zu schließen.

 

Sylvia Baierl

 

Cast:

 

künstlerische Gesamtleitung: Christian Alexander Müller

 

Frau 1: Angelina Biermann

Frau 2: Nathalie Parsa / Linda Rietdorff

Mann 1: Michael Beck

Mann2: Michael Ehspanner

 

Das Kind: Friedrich Baermann

 

Band: Jens Baermann, Sascha Hündermund, Hannes

Malkowski, Christoph Schütze, Fabian Werner

 

Regieassistenz / Inspizienz: Lena Wunder

 

Beleuchtung: Holm Querner

 

Ton: Davis Schwager

 

Akt 1

Akt 2

Die neue Welt

Die Welt tanzte

Auf dem deck eines spanischen Schiffs, 1492

Surabaya Santa

Nur ein Schritt

Wiegenlied zur Weihnacht

Ich hab nie Angst

König der Welt

Es sprudelt kein Fluss für mich

Das alles gäb ich her

Sterne und Mond

Die Flaggenmacherin, 1775

Sie weint

Ich fliege heim

Der Dampfzug

Die neue Welt

 

Hör mein Lied

 

 

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 X

 

UWE KRÖGER & PIA DOUWES

 

DIE GRÖßTEN MUSICALHITS ALLER ZEITEN“

 

 

100 Jahre!

Längst ist er nicht mehr nur „Der Tod“ und sie seine „Elisabeth“. Zwei x 50 Jahre, zwei große Stimmen, Uwe Kröger und Pia Douwes! Namen die jeder kennen dürfte, der sich im Genre Musical bewegt. Mit den „Größten Musicalhits aller Zeiten“ starteten sie am 27.03.2015 ihre Tournee im ausverkauften Leipziger Gewandhaus.

 

Jetzt und intensiv wollen sie leben. Dann passt es ja bestens, ihren runden Geburtstag gemeinsam auf der Bühne zu feiern. Mit einem umgetexteten Song aus der Addams Family (Bist du erst Fünfzig) sangen sie sich mit einem Augenzwinkern, gegen die nun anstehende Midlife-Crisis einander Mut zu und starteten somit mit einem fulminaten Auftakt. Begleitet wurden sie durch den Abend von der Herwig Gratzer Band, der Gruppe gudrun, sowie Tänzerinnen und Tänzern.

 

Zurück zu den Anfängen: Im folgenden Webber Medley ließen sie als u.a. träumende Lokomotive und klagende Katze, Erinnerungen an Starlight Express und Cats wach werden. Schön der Bezug von gestern zu Heute, visuell unterstützt per Videoprojektionen.

 

Aber auch Lieder aus aktuellen Stücken wie Next to normal und der Besuch der alten Dame prägten diesen Abend. Kleine überleitende Episoden, wie zum Beispiel die Vorhersage Uwes persönlicher Wahrsagerin: „Seine nächste Rolle würde in Stiefeln sein“, gaben dem Ganzen noch eine privatere Note.

 

Auch Pia lies nicht nur den Schleier, sondern sogar die Hüllen fallen. Unerkannt, mit einem imaginären Hund Gassi gehend sang sie als „Killer Queen“ vom Schicksal einer Diva des Musicals. Dass sie am Ende doch „nur Ihr“, ihrer Hündin Sansa gehört, macht sie noch liebenswürdig menschlicher.

 

Die Verbundenheit beider Künstler ist besonders bei „Liebe endet nie“ zu spüren.

Harmonisch verschmelzen ihre Stimmen in einem Augenblick, den man festhalten möchte.

 

Sein komödiantisches Talent konnte Uwe im Duett mit sich selber als Edna unter Beweis stellen. Eine Aufzeichnung und Übertragung per Leinwand, geschickte Zusammenschnitte und Uwes Interpretation machten „Du bist zeitlos für mich“ zu einem der vielen besonderen Höhepunkte des Abends.

 

In silbernen High Heels unter dem Anzug blitzend gestand Uwe singend „Ich bin was ich bin“ und genau so lieben ihn die Fans, so mag ihn Pia.

 

Freuen wir uns also auf die folgenden 120 Jahre Musicalhits. Denn sicher ist, nach diesem erfolgreichen Abend, dass die beiden auch noch bei ihrem 60sten mit ihren treuen Zuhörern rechnen können.

 

Autor. S.F.

 

 

 

 

 

 

PROGRAMM

 

Ouverture (THE ADDAMS FAMILY)

Bist du erst Fünfzig“ (THE ADDAMS FAMILY), Pia Douwes, Uwe Kröger, gudrun, Tänzer

Andrew Lloyd Webber Medley: GETHSEMANE / ERINNERUNG /STARLIGHT EXPRESS / BUENOS AIRES / PHARAOH`S SONG / WEIN NICHT UM MICH ARGENTINIEN / SUNSET BOULEVARD / NUR EIN BLICK / MUSIK DER NACHT / DAS PHANTIM DER OPER , Pia Douwes, Uwe Kröger, gudrun, Tänzer

Jesus Christ Superstar” (JESUS CHRIST SUPERSTAR), gudrun

Was hat sie nur an sich?” (THE WILD PARTY) , Uwe Kröger, Tänzer

Mir fehlen die Berge” (NEXT TO NORMAL), Pia Douwes

Ich hab die Angst besiegt“ (DER BESUCH DER ALTEN DAME), Uwe Kröger

Die Welt gehört mir“ (DER BESUCH DER ALTEN DAME), Pia Douwes, dudrun

Liebe endet nie“ (DER BESUCH DER ALTEN DAME), Pia Douwes, Uwe Kröger

Leb jetzt uns intensiv“ (DIE ADDAMS FAMILIY), Pia Douwes, Uwe Kröger

Tango De Amor“ (THE ADDAMS FAMILY), Pia Douwes, Uwe Kröger, gudrun, Tänzer

 

 

Bandopener (CHICAGO), Tänzer

All that Jazz” (CHICAGO), Pia Douwes, Tänzer

La cage aux Folles” (LA CAGE AUX FOLLES), Uwe Kröger, Tänzer

Life is just a bowl of Cherries” (FOSSE), Pia Douwes

Money, Money” (CABARET), Pia Douwes, Uwe Kröger

Du bist zeitlos für mich” (HAIRSPRAY), Uwe Kröger

Ich war noch niemal in Newe York Medley - (UDO JÜRGENS), gudrun

Killer Queen“ (WE WILL ROCK YOU) Pia Douwes, gudrun

Ich bin was ich bin” (LA CAGE AUX FOLLES), Uwe Kröger

Michael Kunze / Sylvester Levay Medley: GOTT; WARUM? / REBECCA / WIE KANN ES MÖGLICH SEIN? / GOLD VON DEN STERNEN / DER LETZTE TANZ / ICH GEHÖR NUR MIR / WENN ICH TANZEN WILL , Pia Douwes, Uwe Kröger, gudrun, Tänzer

 

 

 

 

 

 


 

 

Let's Do The Time Warp Again!

 

Richard O'Brien's The Rocky Horror Show

Theater Hof

 

Am 14. Februar 2015 feierte die Rocky Horror Show ihre Premiere in Hof.

Wie es sich für dieses Stück gehört, wurden bereits vor Vorstellungsbeginn im Foyer Mitmach-Utensilien verteilt und Anweisungen gegeben. Um die Illusion zu verstärken erfolgte die Einlasskontrolle durch die Darstellerinnen der Magenta (Cornelia Löhr) und Columbia (Susanna Mucha), welche später auch die Show stilecht in Form eine Kinovorführung eröffneten.

Die Story ist schnell erzählt. Die Verlobten Brad und Janet haben eine Autopanne und geraten auf der Flucht vor dem Unwetter und der Suche nach einem Telefon in das Schloss von Dr. Frank'n'Furter, welcher gerade in dieser Nacht eine seiner berüchtigten Soireen mit seinen seltsam anmutenden Mitbewohnern gibt und dabei auch noch seine neueste Schöpfung, den Muskelmann Rocky enthüllt. Das unschuldige junge Paar gerät in einen Strudel aus Sex, Horror und Rock'n'Roll.

 

 

 

 

Chris Murray (Riff-Raff), Julia Leinweber (Janet), Susanna Mucha (Columbia), Jörn Bregenzer (Brad),

Cornelia Löhr (Magenta), Ensemble

 

Foto: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

 

Diese Show lebt entscheidend von der Partizipation (dem Mitmachen) des Publikums. Und dies funktionierte zur Premiere in Hof ausgesprochen gut.

So hatte der Erzähler, Thomas Hary, es wirklich schwer. Er wurde ständig von „Langweilig“- und „Boring“- und ähnlichen Rufen unterbrochen - was ihm sichtlich Spaß bereitete.

Der „Regen“ aus unzähligen Wasserpistolen prasselte lange herunter, bevor Brad und Janet das Auto verließen. Bei den Hochzeitsszenen wurden Unmengen an Reis und Konfetti geworfen, sodass wohl jeder Besucher noch entsprechende Souvenirs in der Nacht daheim fand. Ebenso fanden unzählige Rollen Klopapier eine neue Verwendung an diesem Abend.

 

 

 

 

Chris Murray (Riff-Raff), Susanna Mucha (Columbia), Stefan Reil (Rocky), Léon van Leeuwenberg

(Dr. Frank’n’Furter), Cornelia Löhr (Magenta), Ensemble

 

Fotos: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

 

Die Kostüme und das Bühnenbild (beides von Annette Mahlendorf) orientieren sich stark an dem Kinofilm der 70er Jahre. Die Bühne selbst ist quasi eine große Filmrolle und es werden während der Vorstellung verschiedene Filmsequenzen live gezeigt.

In den Hauptrollen erleben wir Léon van Leeuwenberg, der als transsexueller Dr. Frank'n'Furter in Strapsen und High Heels über die Bühne stöckelt und Chris Murray, der als schrulliger Diener Riff Raff die Fäden im Hintergrund zieht, bis er am Schluss sein wahres Wesen und seine Macht demonstriert. Besonders Chris Murray überrascht das Publikum hier mit seiner Wandlungsfähigkeit - in Hof kennt man ihn bereits als Judas in Jesus Chris Superstar und Houdini im gleichnamigen Musical. Das junge Paar spielten Jörn Bregenzer als verklemmter Brad und Julia Leinweber, die die sittsame Janet zu einer Frau mit sexuellen Sehnsüchten heranwachsen lässt. Das schöne Retortenwesen Rocky, mit goldenem Körper und goldener Unterhose, wurde dargestellt von Stefan Reil, Jonathan Agar überzeugte mit seinem Kurzauftritt als Eddie und später als Dr. Scott.

Alle Darsteller hatten sichtlich Spaß an ihren Rollen und verkörperten diese mit tollen Stimmen und vollem Körpereinsatz.

So endete die Show in einer großen Party zwischen Publikum und Ensemble - mit Standing Ovations und zwei Zugaben.

Ein Mitmach-Abend der definitiv gute Laune schafft!

 


 

 

Best of Musical StarNights

 

Leipzig, 13.02.2015

 

 

 

Als vorletzte Station ihrer Tour präsentierte World Wide Event im Leipziger Gewandhaus funkelnde Sterne am Musicalhimmel. Durch das abendliche Programm entertainte Christian Peter Hauser. Er bewies massives astrologisches Fachwissen und stellte Vergleiche zwischen Sternenhimmel und fremden Galaxien in Bezug auf einzelne Musicals und Songs auf.

Das Publikum befand sich im -Planetarium- auf einer musikalischen Sternenreise, welche von der französischen Revolution („One Day more“) aus Le Miserable bis in die tiefe Wildnis Afrikas reichte („Hakuna Matata“) aus dem König der Löwen. Die Produktion stammt aus England, doch es wurden auch deutsche Stars unter den Künstlern gesichtet, so Tobias Bieri (der für einen verhinderten Kollegen die Tour übernahm). Mit seiner Interpretation des Riff Raffs konnte er beim „Time Warp“ die Zuschauer aus den Sesseln reißen.

Am Udo Jürgens Medley, aus dem Musical „Ich war noch niemals in New York“ lies der Applaus erkennen, dass dieser Künstler einen tiefen Platz auch im Herzen von vielen Musicalfans für immer haben wird und somit eine gute Programmauswahl war.

Ein finales Feuerwerk wurde nochmals entfacht mit Liedern aus dem - Abba - Musical („Waterloo“) und dem - Queen - Musical „We will rock you“.

Leider war die Musik vom Band, was den vielen guten Stimmen der Künster/innen nicht immer gerecht wurde.

Das Tanzensemble zeigte raffiniert choreographierte Darbietungen (Choreogafie Claire Cassidy) von steppenden Schornsteinfegern aus - Mary Poppins - bis schnurrend, schleichenden Katzen aus - Cats-

Über 250 Kostüme und ein abwechslungsreiches Maskenspiel sorgen für die Unterstreichung der einzelnen Charaktere. Besonders hervor traten liebevoll angefertigte Großstabpuppenkostüme von Timon und Pumba aus dem König der Löwen, welche die Darsteller singend und agierend führten und die grüne Hexe aus Oz.

Spezielle Lichteffekte u.a. die beleuchtete Showtreppe in den Farben der französischen Flagge ließen einzelne Szenen noch wirkungsvoller erscheinen.

Trotz wenigen Bühnenrequisiten, aber dank imposanten 3 D Projektionen setze die Show wirkungsvolle Effekte, z.B bei beim „Cell Block Tango“ aus dem Musical Chicago.

 

Zusammengefasst:

Ein rasant, interessanter Streifzug durch altbekannte und neuere Musicalsongs sowie beliebte Evergreens, welcher eingefleischte Fans in Erinnerungen schwelgen lässt und neuen Besuchern Appetitanregungen bietet, um ein Stück im Ganzen zu erleben.

 

S. Finger

 

 

 

Songauswahl

Teil 1

 

OU CAN`T STOP THE BEAT Hairspray

HAKUNA MATATA Der König der Löwen

CAN YOU FEEL THE LOVE TONIGHT Der König der Löwen

Medley: ES GRÜNT SO GRÜN May Fair Lady

ICH HÄTT`GETANZT HEUT`NACHT

BRINGT MICH PÜNKLICH ZUM ALTAR

TONIGHT West Side Story

AMERIKA West Side Story

TOTALE FINSTERNIS Tanz der Vampire

STEP IN TIME Mary Poppins

SUPERCALIFRAGILISTICEXPIALIDOCIOUS Mary Poppins

BEAUTY AND THE BEAST Die Schöne und das Biest

HOT HONEY RAG Chicago

BRING HIM HOME Les Miserables

I DREAMED A DREAM Les Miserables

ONE DAY MORE Les Miserables

 

 

Teil 2

JELLICAL BALL Cats

MEMORY Cats

PHANTOM OF THE OPERA Das Phantom der Oper

CELL BLOCK TANGO Chicago

STARLIGHT SEQUENCE Starlight Express

PINBALL WIZARD The Who`s Tommy

GOLD VON DEN STERNEN Mozart!

Medley: ABER BITTE MIT SAHNE Ich war noch niemals in New York

MIT 66 JAHREN

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW York

TIME WARP The Rocky Horror Show

FREI UND SCHWERELOS Wicked - Die Hexen von Oz

WATERLOO Mamma Mia!

 

 

Cast

Markus Krenek, Anne- Katrin Böhm, Gerard McGrath, Linda Koprowski, John Henry, Sophie Phillips, Christopher Cameron, Megan King, Matt Pasmore, Francesca Benton- Stace, Christopher Black, Grace Erika, Tobias Bieri, Rebecca Lauren

 

 

Regie: Karl Davies

Musikalische Direktion: Charlotte Fane-Barnett

Choreografie: Claire Cassidy

Make Up. Teresa Chodorska

Kostüm: Martyna Chylinska

Sounddesign: Domenico Schneider

Lichtdesign / Videoprojektion: Martin Pech

Skript: Hubertus Röder

Technische Ausstattung: M - und Veranstaltungstechnik GmbH - Events

 

 

 


 

 

 

Sekretärinnen

 

Liederabend von Franz Wittenbrink

 

PREMIERE 31. Januar 2015

 

Musikalische Arrangements für die Musikalische Komöde von Frank Nowicky

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Acht singende Sekretärinnen, ein Bürobote, neun Musiker – ein Abend!

Ist die MuKo jetzt Gaga?

 

Die offene Werksatt zum Stück gibt einen Blick auf eine graue Bühne mit sterotypischen Büroeinrichtungen frei. Angekündigt wird, das diese Reveue, die eigentlich ein Liederabend ist, keine erklärende Dialoge benötigt und aufweist. Man ist neugierig, kann dies funktionieren?

 

Ja es kann!

 

Der Regieführenden Anna Eveans gelingt es, in Frank Schmutzler`s fabelhaft erbarmungswürdigem Bühnenbürograu, Augenblicke entstehen zu lassen, welche Einblicke in die Fluchtmomente der tippenden Zunft eines monotonen acht Stunden Arbeitsalltages geben.

Hinter die Fassade geschaut, werden durch akustische und optische Präsentation Wünsche, Träume und Sehnsüchte der Akteurinnen gezeichnet. Von den 70ern bis zur Neuzeit erklingen Lieder von Hildegard Knef, Katja Ebstein, Eros Ramazotti bis hin zu Lady Gaga.

Die einzelnen, gesanglich Agierenden treten dramaturgisch gekonnt aus der Szene hervor, Oliver Viehweg`s individuelle Kostüme unterstreichen dabei ihr Wesen. Die vielen wuselnden Blickfänge im Hintergrund wirken auf den ersten Blick dabei ein wenig unruhig, lassen aber auf den Zweiten immer wieder viele liebenswürdige klischeebeladene Details erkennen.

Kleine Accessoires möbeln die glatt polierten Schreibtische z. B durch Keksdosen, Bonsaibäume, Chucky die Mörderpuppe und Familienfotos optisch auf. Sie geben ihren Benutzerinnen damit gewollt persönliche Noten, die wirkliche keiner Dialoge bedürfen.

 

Zu den Charakteren

Einzeln sind sie schon toll, zusammen eine richtig schrullige Großraumbürofamilie, mit liebevollen Eigenschaften und Neigungen.

Sämtlich ausgespielte Emotionen werden erlebbar, von tragisch / komischen Szenen, wie der würdigen Beisetzung, der von Claudia Schütze erschossenen heißbegehrten Schreibmaschine ERIKA, welche im besamtet, bekreuzten Tragekoffer bestattet wird („Without you“ – Sabine Töpfer) bis zu sentimental, in freudiger Erwartung einer zeitnahen Niederkunft, ergreifenden Vortragsweise („Sind so kleine Hände“ - Anne-Kathrin Fischer).

 

Mit 16 hatte man noch Träume-, doch Rote Rosen regnet es für die übereifrige, noch vor dem Stück beginnende, Kaffeekochende und Flachmannliebende Sekretärin nicht, dafür umso mehr Zwischenapplaus für Sabine Töpfer`s mit aller Inbrunst gelebte Rockröhre, die diese gibt.

 

"Ein Schiff wird kommen"! Mit schmachtender Liebe für Seemänner mimt Carolin Masur eine rothaarige, griechische Schönheit, welche trotz orthopädischer Rückenprobleme, bei brüllend komischer Gesichtsakrobatik, gesanglich einwandfrei punktuell intoniert. Auch hier tragen Mitklatschmomente die Szene.

 

Heike Fischer, heimliche Dramagöttin des Abends. Die Seelenpein ihrer lyrischen Büropoetin nimmt man nicht nur durch dunkles Timbre ihrer Stimme, sondern auch durch ihr wunderbar eingefrorenes Mimenspiel wahr.

 

Publikumsliebling Angela Mehling zeigt, das auch eine akkurat bekleidete Bürodame, unter ihren Hüllen auf den zweiten Blick ein doch ängstliches Wesen haben kann. Sie ist aber "Zu geil für diese Welt" wie sie gekonnt betont, aber zur vollen Hochform läuft sie in ihrem Part des Gaga Songs "Bad Romance", stakato rappend, auf dem Schreibtisch stehend, auf.

Nora Lentner reiht sich als Krawattensammelnder, Männerfressender, immer durch scheinbaren Drogenkonsum verpeilter Vamp in den Büroalltag ein. Herrlich erfrischend „spielt“ sie sich zum unsichtbaren Chef nach oben, um am Ende dann doch wieder alles verpasst zu haben.

 

Der „Computer Nr. 3“ zeigt zwar den richtigen Boy, aber leider, trotz ausgefeilter, Beineschwingender Choreografie oder gerade deswegen, findet Verena Barth-Jurca nicht die richtige Intonation. Die Büroblondine kann sie dennoch mit naiv gespieltem Charme überzeugend in dieser Bürogemeinschaft geben.

 

Bei acht Sekretärinnen hat es der schüchterne Bürobote nicht leicht. Ihn begehren sie alle und fallen trotz Überwachungskamera regelmäßig über ihren "Casanova" her. Jeffery Krueger packt seine verführerischen Kenntnisse stimmlich souverän in

englisch- („It`s a man`s world“) und französischsprachige („Se bastase una canzone“) Songtexte, sein durchtrainierter Body tut das Übrige.

 

Interessante choreografische Leistungen erbrachte Corinna Dehne beispielsweise bei "The Typewritter", "Bad Romance" und "Respect" - es entstand ein stimmiges Zusammenspiel der einzelnen Charaktere in verschieden Interaktionen.

 

Durch Special-Effects, wie grell zuckende Blitze, laut beim Sterben explodierende Schreibmaschinen, aufleuchtende Startbildschirme mit original Modemgeräuschen oder leise klappernde Joghurtbecher wird die Wahrnehmung einzelner Momente noch verstärkt.

 

Die Musiker des MuKo Orchesters unter der Leitung von Susanne Fiedler begleiten rhythmisch den Büroalltag mit verschiedenen Genres. Arrangiert wurden die Nummern von Frank Nowicky. Der anhaltende Applaus am ausverkauften Premierenabend zeigt, dass dieses beim Publikum super ankommt.

 

Ja es funktioniert auch ohne den gesprochenen Dialog!

Die MuKO hat mit diesem Liederabend..........Entertainment auf höchst unterhaltsamem Niveau in ihr Repertoire eingegliedert.

Hingehen lohnt - Lachfalten garantiert!

 

 

S. Finger

 

 

 

 

Angela Mehling, Sabine Töpfer, Verena Barth-Jurca, Jeffery Krueger, Claudia Schütze, Anne-Kathrin Fischer & Carolin Masur

© Kirsten Nijhof

 

 

SONGLISTE

FÜR MICH SOLL`S ROTE ROSEN REGENEN - Hildegard Knef

THE TYPEWRITER Leroy Anderson

ICH BIN STARK Gitte Haenning / Nino de Angelis / Michael Kunze

ZU GEIL FÜR DIESE WELT Die Fantastischen Vier

SITTING ON THE DOCK OF THE BAY Ottis Redding

UNTERDRÜCKEN Nina Hagen

SIND SO KLEINE HÄNDE Bettina Wegner

ICH HABE EINE STARKE UND EINE SCHWACHE SEITE Fita Benkhoff

EIN SCHIFF WIRD KOMMEN Manos Hadjidakis / Fini Busch

DIAMONDS ARE GIRL`S BEST FRIEND Jule Styne / Leo Robin

BEI MIR BIST DU SCHÖN Sholom Secunda / Jacob Jacobs

ZUSAMMENLEBEN Mikis Theodorakis / Milva

FAHR MICH IN DIE FERNE Jacob Pfeil

AN DER SCHÖNEN BLAUEN DONAU Johann Strauß

TIPITIPITIN Mexikanisches Volkslied

ICH ZIEH MICH AN UND LANGSAM AUS Hildegard Knef

WENN DIE BESTE FREUNDIN Mischa Spoliansky / Marcellus Schiffer

DAS GLÜCK IS A VOGERL Karl Kratzl / Alexander von Biczo

DANN HEIRAT ` DOCH DEIN BÜRO Katja Ebstein

ICH BAU MIR EIN HAUS AUF EINER INSEL Katja Ebstein

EINE KLEINE SEHNSUCHT Friedrich Hollaender

SE BASTASSE UNA CANZONE Eros Ramazotti

PAUSE

THE TYPEWRITER Leroy Anderson

CASANOVA Heinz Gier / Kurt Feltz

BAD ROMANCE Nadir Khayat / Stefani Germanotta

I WANNA BE LOVED BY YOU Herbert Stothart

RESPECT Otis Redding

SCHWARZER PANTHER Mario Consiglio / Hans Werner

IN EINEM KÜHLEN GRUNDE Friedrich Glück / Joseph von Eichendorff

WHITOUT YOU Thomas Evans / Pete Ham

COMPUTER NR: 3 Christian Bruhn

HEY TRÄUME Maryla Rodowicz

IT`S A MAN`S WORLD James Brown / Betty Jean Newsome

 

Besetzung

Sekretärinnen: Verena Barth-Jurca, Anne-Kathrin Fischer, Heike Fischer, Nora Lentner, Carolin Masur

Angela Mehling, Claudia Schütze, Sabine Töpfer

 

Bürobote:, Jeffery Krueger

Musikalische Leitung: Susanne Fiedler

Inszenierung: Anna Evans

Bühne: Frank Schmutzler

Kostüme: Oliver Viehweg

Choreografie: Corinna Dehne

Dramaturgie: Christian Geltinger

 

Orchester der Musikalischen Komödie

 

Nächste Termine:

Sonntag, 01.02. 2015, 15:00; Samstag, 07.02.2015, 19:00 ;

Sonntag, 08.02.2015, 15:00; Freitag, 20.02.2015, 19:30; Samstag, 07.03.2015, 19:00;

Sonntag, 08.03.2015, 15:00; Samstag, 02.05.2015, 19:00; Sonntag, 03.05.2015, 15:00

 

 

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2014

 

Januar-Juni  Juli-September  Oktober  November-Dezember

 


X

 

CHESS – Das Musical

Pforzheim - Premiere 31.12.2014

 

Meran, 1966, Schachweltmeisterschaft: Der Amerikaner Frederick Trumper versucht, seinen Titel zu verteidigen. In seiner Skandalsucht und seinem Hass auf die Russen beleidigt er seinen Gegner Anatoly Sergievsky öffentlich und die angespannte Athmosphäre gipfelt in seinem Abbruch der ersten Partie. Seine Assistentin und Freundin, die in Ungarn geborene Engländerin Florence Vassy, organisiert ein geheimes Treffen zwischen den beiden Kontrahenten, damit die Partie zu Ende gespielt werden kann. Da Trumper sich verspätet, kommt es zu einer romatischen Begegnung zwischen Florence und Anatoly, bis Frederick doch noch erscheint. Er rastet aus und gibt Florence die Schuld an seinem schlechten Spiel. Letztlich verliert er seinen Titel und seine Freundin. Florence und Anatoly werden ein Liebespaar. Da Anatoly in Russland nicht mehr glücklich ist, flieht er gemeinsam mit Florence und lässt seine Frau in Russland zurück.

Bangkok, 1967: Frederick Trumper ist nun Berichterstatter von der Schachweltmeisterschaft. Es kommt zu einem erneuten Treffen mit seinem letztjährigen Kontrahenten, Anatoly Sergievsky, welcher nun für die USA antritt und seinen Titel verteidigen will. Begleitet wird dieser nun von Florence Vassy. Die Situation spitzt sich zu, als Sergievsky's Ehefrau Svetlana eingeflogen wird und der KGB anbietet, bei einer Niederlage Sergievskys den Vater von Florence aus russischer Gefangenschaft zu entlassen. Letztlich schlägt Frederick sich auf die Seite seines größten Feindes Anatoly, da seine einzig wahre Liebe dem Schach gilt und er vermeiden will, dass Mittelmaß siegt.

 

Die beiden Gegner Frederick Trumper und Anatoly Sergievsky werden verkörpert von Chris Murray und Andrea M. Pagani. Chris Murray zeigt einen egoistischen, selbstverliebten, vollkommen von sich überzeugten Widerling, der es dem Publikum schwer macht, ihn zu mögen. Bis er an den Punkt kommt, als Florence ihn verlässt und er mit „Arm ist das Kind“ einen Blick in die Abgründe seiner Seele ermöglicht. In diesem Song zeigt sich die Zerrissenheit von Frederick, man erfährt von der unglücklichen Kindheit, geprägt durch einen Mangel an Liebe und Zuneigung und versteht, warum aus dem armen Kind dieser eiskalte Mann geworden ist. Im Laufe des Songs steigert sich Chris Murray von der Rolle des zu Bemitleidenden in eine Aggression, in der er alle Wut auf die Ungerechtigkeit der Welt heraus lässt. Chris Murray glänzt in dieser Rolle sowohl stimmlich als auch schauspielerisch.

Sein Gegenspieler ist ein völlig gegesätzlicher Charakter. Andrea M. Pagani verleiht Anatoly ein ruhiges, zurückhaltendes Wesen. Er zeigt deutlich, dass ihm die Machtkämpfe zwischen Ost und West zuwider sind und er nur die Menschen sieht, welcher Nationatität sie auch angehören. In seinem Solo am Ende des 1. Aktes sinniert er stimmgewaltig und voller Gefühl über sein Heimatland und entlässt ein ergriffenes Publikum in die Pause.

Florence Vassy wird dargestellt von Femke Soetenga. Sie harmoniert stimmlich und schauspielerisch perfekt mit den beiden Männern. Sie ist zu Beginn die starke Frau an der Seite von Frederick und ihm absolut ebenbürtig, vor allem, als die beiden sich gemeinsam über die negative Presse amüsieren. Sie steht hundertprozentig hinter ihrem Liebhaber - bis sie einen anderen Mann trifft und spürt, dass es nicht immer nur um Macht und Politik und Siegen geht. Trotz ihrer negativen Erfahrungen hofft sie darauf, dass Anatloy immer zu ihr steht und wird am Ende doch wieder verlassen.

Als Svetlana Sergievsky ist Yvonne Luithlen zu sehen. Sie holt das Maximale aus dieser relativ kleinen Rolle heraus und überzeugt sowohl mit ihrem Solo als auch im Duett mit Femke Soetenga.

Nicht zu vergessen sind auch Klaus Gerber als Alexander Molokov, Aykan Aydin als Walter de Courcy und Benjamin Savoie als Arbiter. Sie alle liefern eine überzeugende und stimmlich perfekte Interpretation ab.

 

Chess ist viel mehr als ein Musical über Schach! Es ist eine Geschichte über Liebe, Intrigen und Politik - verpackt in den Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges - mit ohrwurmverdächtiger Musik und einem tollen Ensemble.

 

 

 

Klaus Geber (Alexander Molokov), Andrea M. Pagani (Anatoly Sergievsky), Benjamin Savoie (Arbiter), Aykan Aydin (Walter de Courcy), Chris Murray (Frederick Trumper) und Femke Soetenga (Florence Vassy), von links

 

Foto: Sabine Haymann

 

 

 

Chris Murray (Frederick Trumper), Femke Soetenga (Florence Vassy) und Andrea M. Pagani (Anatoly Sergievsky), von links

Foto: Sabine Haymann

 


 

 

 

"An Evening In Dezember“

 

 

 

 

Das ganz besondere Weihnachtskonzert

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie schon im letzten Jahr lud Heartmade Productions zu einem besonderen Abend in die Markuskirche Chemnitz ein – und es wurde ein ganz besonderer Abend, mit besonderen Gästen.

 

 

 

 

Martina Kommissartschik am Flügel, Maike Switzer, Judith Lefeber, Zodwa Selele, Volkan Baydar und Christian Alexander Müller sorgten für einen rundum gelungenen Abend mit bekannten und weniger bekannten Melodien.

 

 

 

 

Titelliste:

 

 

 

 

I`ll be home for christmas
Take me to heaven
Kleiner weißer Schneemann
Oh holy night
Someday at christmas
Xmas/ War is over
I am changing
When i first saw you
Gott sieht uns zu
Better than i
Someone like you
Endlich sehe ich das Licht
For good
Wer kann schon ohne Liebe sein

 

 

 

 

PAUSE

 

 

 

 

Eine neue Welt
Wiegenlied zur Weihnacht
Das alles gäb ich her
Everything must change
Aradim
Save the best for last
Vivo per lei
Somewhere over the rainbow
Du liebst wen du liebst
Wenn ich sing
Christmas Medley:

 

 

 

 

Leise rieselt der Schnee

 

 

 

 

Rudolf
The christmas song
Stille Nacht

 

 

Nadine Wagner und Christian Alexander Müller von Heartmade Productions haben einen Abend gezaubert der das Publikum verzaubert und perfekt auf die Weihnachtstage eingestimmt hat. Dafür gab es am Ende stehende Ovationen.

 

 

 

 

Wir freuen uns schon sehr auf das nächsten Heartmade-Konzerte !

 

 

27.03.2015 - 20:00 Uhr & 29.03.2015 – 18:00 Uhr

 

 

 

 

Solokonzert Christian Alexander Müller „Feels Like Home“ im Chemnitzer Kabarett

 

 

Sylvia Baierl

 

 

 


 

 

 

CASANOVA

 

 

Musical in drei Akten

Musik von Stephan Kanyar

Buch und Gesangstexte von Andreas Hillger

 

Anhaltinisches Theater Dessau

 

 

Nachtrag - Castwechsel

 

 

 

 

 

 

Am 20.11.2014 übernahm Chris Murray die Rolle des an diesem Tag verhinderten Patrick Stanke. Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten für eine Charakterrolle - den Frauenversteher Casanova.

An diesem Abend wird Im Theater erlebbar, dass sich das Stück seit seiner Uraufführung in der vergangenen Spielzeit positiv weiterentwickelt hat. Murray fügt sich mit seiner Art der Darstellung des Casanovas sehr gut in das Dessauer Ensemble ein.

 

 

Entschlossen, Mantel und Degen schwingend (Was kostet die Welt), fällt ihm die lüsternde Damenwelt zu Füßen, sein Giacomo ist ein Genießer.

Gesang und Minenspiel zeichnen Murrays Unverwechselbarkeit und lassen ausdrucksstarke Gänsehautmomente entstehen. Besonders im Duett mit Henriette (Roberta Valentini) - die Stimmfarben beider Akteure finden in Harmonie zueinander und spiegeln dies im Bühnenspiel wieder.

Konditionell gut in Form, zeigt er vollen Körpereinsatz in den Fechtszenen und beim Erklimmen der Gefängnismauern - seine Spielfreude wird spürbar.

Die Sterbeszene am Ende des zweiten Aktes erinnert ein wenig an die des Friedrich dem Großen. Aber auch das ist eine Murraysche Stärke: Emotionen auch in der Stille zu greifen.

 

 

Zusammengefasst:

Auch dieser Casanova steht dem Theater Dessau gut zu Gesicht!

Nächster geplanter Spieltermin für Murrays Casanova: 30.04.2015.

 

Autor: S.F.

 „

 

 

 

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Zum 6. Mal wurde es „Spürbar“ im Theater Pforzheim - A Night With Femke And Chris


 

Diesmal in Form eines Duett-Konzertes mit den beiden Hauptprotagonisten aus dem Pforzheimer Kassenschlager „Dracula“ und dem an Silvester Premiere feiernden „Chess“ - Femke Soetenga und Chris Murray.

 

Am Freitag, den 14. November 2014 öffnete das Theater Pforzheim seine Türen erneut für ein „Spürbar“-Konzert – bereits das vierte Konzert dieser Art mit der Beteiligung von Femke Soetenga und Chris Murray.

 

Diesmal durften die Zuschauer im Vorfeld Fragen an das Theater senden, um den Abend besonders „spürbar“ zu machen – denn eine zufällige Auswahl dieser Fragen wurde von Femke und Chris im Verlauf des Konzerts beantwortet. So erfuhren wir u.a., dass Femke gern zum Fernsehen gehen würde und Chris kürzlich Heino in der Bahn begegnet ist.

 

Im Vordergrund stand jedoch natürlich das musikalische Programm. Hier gab es einen Rückblick in Dracula's blutiges Leben mit „Je länger ich lebe“ von Chris und „Ich leb nur weil es dich gibt“ als Duett – auf spontane Veranlassung von Chris und zu Femkes Überraschung in Englischer Version. Außerdem diente das Konzert als Vorausschau auf die diesjährige Silvester-Premiere von „Chess“. So eröffnete Chris das Konzert stimmgewaltig mit „Rock-Merano“ und überraschte später gemeinsam mit Femke im Frauenduett „I know him so well“ als Svetlana Sergievsky.

 

Wie gut Femke und Chris stimmlich miteinander harmonieren konnte man auch in den Duetten „Jung, schön und geliebt“ (Evita), „Gefährliches Spiel“ (Jekyll & Hyde) und „Dunkel der Welt“ (Aida) erkennen.

 

Insgesamt war die Songauswahl sehr interessant und abwechslungsreich. So gab es wunderschöne gefühlvolle Balladen wie „Radames' Brief“ (Aida), „Zauberwelt“ (Houdini) und „Mädchen von früher“ (Scarlet Pimpernel), die die Vielseitigkeit von Chris zeigten sowie das weitestgehend unbekannte, obwohl besonders schöne „Inspiratie“ (Joe) von Femke. Stimmung ins Publikum brachten schwungvolle Nummern wie „Der Sieger hat die Wahl“ (Mamma Mia) und Ina Müller's Song „Schuhe“ - beides mit Augenzwinkern gesungen von Femke.

 

Ein besonderes Highlight war die Konfrontation zwischen Jesus und Judas in „Last supper“ (Jesus Christ Superstar) – grandios zweistimmig intoniert von Chris. Diese stimmliche und schauspielerische Meisterleistung sorgte für spontane Standing Ovations im Saal.

 

Das Publikum war derart begeistert von der Leistung der beiden Künstler, dass das Konzert noch ewig hätte weitergehen können und sie mit Standing Ovations zwei Zugaben einforderten - „We will rock you“ und „Jamaica Farewell“.

 

Da die Zuschauer einfach nicht loslassen wollte, gab es im Anschluss an das Konzert noch eine Autogrammstunde im Foyer für die ganz „spürbaren“ Momente.

 

Es bleibt zu hoffen, dass die „Spürbar“-Konzerte eine Fortführung erfahren.


 

 


 


 

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Mamma Mia! Berlin-Premiere Roter Teppich

 

26. Oktober 2014 - Theater des Westens Berlin

 

 

 

 

 


Premiere, 25. Oktober 2014

Im Weissen Rössl

 

 

Singspiel in drei Akten

 

Musik von Ralph Benatzky

Text von Hans Müller und Erik Charell /

nach dem Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg

 

 

Foto © Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

 

Das Rössl wiehert wieder! Weiss und voller Swing fliegt es über die Bretter der MuKo-Bühne. Diese erfrischende Inszenierung von Volker Vogel macht Lust auf Bergwanderungen und die tiefblauen Wellen des Wolfgangssees, welche sonnenbestrahlt zum Reisezauber einladen.

 

Zum Stückinhalt

Hauptsaison im weissen Rössl, die Sonne lacht, der Wolfgangsee funkelt strahlenblau, der Reisezauber blüht – schöne heile Welt. Doch der verliebte Zahlkellner Leopold hat nur Augen für die Rösslwirtin Josepha Vogelhuber., diese wiederum versucht das Herz ihres Gastes Dr. Siedlers zu gewinnen, welcher aber seine Augen schon an Otilie, die Tochter des Textilfabrikantenbesitzers Wilhelm Gieseke geheftet hat. Turbulenzen vorprogrammiert! Als auch noch Siegesmund, seinerseits seines Zeichens Sohn von Siedlers Mandanten Sülzkeimers auftaucht, frisch verliebt in die neue Reisbekanntschaft Klärchen, ist das Chaos perfekt. Verkupplungsgeschäfte via "vorne oder hinten zu knöppen" werden ausgehandelt, wer darf wen lieben und die Ankunft des Kaisers macht die Frage auch nicht einfacher : Wird Leopold doch noch engagiert als - Lebemann auf Ehezeit -?

 

Szeneneinblicke aus der Premiere

Nora Lentner, die wohl jüngste Rösslwirtin der MuKo, agiert bezaubernd, mit klarer, ausdrucksstarker Stimme. Perfekt. Trotz Flirtanfällen, gerichtet an besagten Dr. Siedler behält sie in der gastronomischen Alltagshektik die Zügel fest in der Hand. Doch als Leopold ihr seine Liebe gesteht "Einmal nur, ach bittschön einmal nur" entlässt sie diesen mit schlagenden Argumenten.

Andreas Rainer, als Leopold Brandmeyer, wie gewohnt voll in seinem spielerischem Element singt er sich mit Wiener Schmäh, und herrlichem Tenor nicht nur in das Herz der Rösslwirtin, sondern direkt in die Herzen des Publikums. Rainers Können überzeugt in sämtlichen Emotionen. Leidend schmachtend „Es mus was Wunderbares sein“, wütend, oder entschlossen "Zuschaun kann i net" Zurecht belohnt durch wiederkehrenden, begeisterten Zwischenapplaus des Publikums.


 

Volker Vogel, brilliert mit wahrer Spielfreude als Wilhelm Gieseke. Auf den Punkt ist seine Situationskomik mit Ur Berliner Schnautze, dem der Müggelsee lieber ist, -jawoll er ist ihm lieber-! Kurze Lederhosen, Aalbeck liebend und murrend-grummlig zeichnet er seine Figur so wunderbar natürlich, und symphatisch.


 

Dr. Otto Siedler, Radowslwa Rydlewski , allseits im Kampf gegen Hemdhose vorne zu knöppen, widersetzt sich den Wünschen des Textilfabrikantenbesitzers Gieseke und verkuppelt sich selbst, statt Sülzheimer mit Ottilie (Lilli Wünscher). Beide geben ein spritzig, erfrischend dynamisches, gesangliches Duett "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein". Begleitet von einer riesigen, tanzenden Tasse Wiener Melange mit Schlagobers. Was für ein Hingucker!


 

Fabian Egli „Was kann der Siegesmund dafür das er so schön ist“ beweist mit der Darstellung seines Siegesmund Sülzheimers Mut zur eigenen Persönlichkeit. Mit Glatze und stilvoll im Herrenbadeanzug versucht er die Liebe des schüchernen Klärchens (Verena Barth- Jurca) für sich zu gewinnen.. Ein Bravo für Jurca, die ihre Rolle, konsequent lispelnd, durch den gesamten Abend zieht. Wie einst schon B. Baumann und A.K.Fischer, ein perfekt besetztes Buffopaar für diese Rollen.


 

Michael Raschle - das schaff ich schon, das schaff ich schon-, glaubhaft liebevoll spielt und singt er den sparsamen Professor Dr. Hinzelmann, den nichts aufregt, und der das Leben in vollen Zügen oder in kleinen Bimmelbahnen, dann auch genießen kann.


 

Kaiser Franz Josef (Milko Milev), der die Rösslwirtin in –Herzensaffären versteht. Schließlich ist man Kaiser, und nur a Mensch. Man stimmt melancholische Töne an „Es ist einmal im Leben so, allen geht es ebenso“. Diese treffen nicht nur die Rösslwirtin mitten ins Herz, sie lassen auch so manchen Zuschauer zum Taschentuch greifen.

Das Ballett der Musikalischen Komödie untermalt viele Szenen visuell. So z.B. "Himmelblau" mit Enzianblüten behüteten Köpfen wiegen es sich im Takt der Musik mit federleichten Sprüngen und unterstreicht somit tänzerisch ausdrucksvoll die Stärke des Moments. Wunderbare Choreografie von Susanne Kirnbauer, Leiterin des Ballettes der Wiener Staatsoper, welche die MuKo für das Stück engagieren konnte. In Chorszenen wie "Im Salzkammergut" zeigen sie, dass sie ebenso die Kunst des Schuhplattelns beherrschen, und man im Salzkammergut gut lustig sein kann. Der Chor der musikalischen Komödie reiht sich in dieTänze gekonnt ein. Zusammen entsteht für den Zuschauer, sowohl gesanglich als auch optisch, ein Bild voller Lebensfreude. Dieses kommt sehr gut an.

 

 

Foto © Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

Zum Bühnenbild

Der Gasthof weisses Rößel bemalt auf Wände, dessen Fenster sich aufklappen lassen, wirkt wie ein aufklappbareres Märchenbuch, das zum gemütlichen Verweilen einlädt. Man erwartet geradezu den singenden Zahlkellner Leopold, der vom Schnürlregen, seinem Liebesleid und alten Paprikahühnern parliert.

Ein Lob an den Bühnenbildner (Alexander Mudlagk), die ausgewählte 3D Optik versetzt hier eindrucksvoll Berge.

Mit Bergen wurde es übrigens gut gemeint. Man kann sie besteigen, bejodeln und sich hinter ihnen verstecken. Ob es aber Sinn macht dazu einen überdimensionalen Hut, ähm Verzeihung Berg, ständig durch`s Bild zu schieben, um ihn in einzelne Szenen einzupassen - darüber lässt sich streiten.

 

Musikalisch führte der neue Erste Kapellmeister Tobias Engeli, in seiner ersten Einstudierung von Walzermelodien bis hin zum Radetzky-Marsch, die Musiker der MuKo schwungvoll durch den Abend.

 

 

Zusammenfassend: Spaß und Spielfreude in einer Kulisse von nickenden Pferdeköpfen und pullernden Engeln überträgt sich spielend auf das Publikum. Und so soll es ja auch sein "Im weissen Rössl am Wolfgangsee"

Und wenn nicht gerade Dr. Siedler das Balkonzimmer besetzt, gibt es sicherlich noch Platzkapazitäten an Zimmern, äh Plätzen im Theater. ;)

 

 

Abschließend möchte sich das Redaktionsteam den zur Premierenfeier gesprochenen Worten des Betriebsdirektors Torsten Roses anschließen und Mathias Paarsch, welcher seit 30 Jahren Mitglied im Chor der Musikalischen Komödie ist und zum Aufführungszeitpunkt im Krankenhaus verweilte, alles Gute wünschen. Wir denken an ihn und senden viel Kraft.

 

 

Sabine Finger

 

 

Foto © Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

Weitere Spieltermine:

22.11.2014 19:00

23.11.2014 15:00

25.11.2014 19:30

25.12.2014 18:00

21.03.2015 19:00

22.03.2015 15:00

04.05.2015 19:00

05.04.2015 15:00

 

Besetzung am Premierenabend

Josepha Vogelhuber Nora Lentner, Leopold Brandmeyer Andreas Rainer, Wilhelm Gieseke Volker Vogel, Ottilie Lilli Wünscher, Dr. Otto Siedler Radowslw Rydlewski, Sigesmund Sülzheimer Fabian Egli, Proffesor Dr. Hinzelmann Michael Raschle, Klärchen Verrene Barth-Jurca, Kaiser Fran Josef Milko Milev, Bürgermeister Georg Führer, Oberförster Stefon Dittko, Lehrer Tobias Latte, Fräulein Weghalter Konstanze Haupt, Kellner Franz Samuell Hoppe, Reiseführer Roland Otto, Kathi Briefträgerin Heike Fischer, Hotelier Post Jens Lützner, Hotelier Wilder Mann Uwe Strötzel, Hotelier Alpenrose Holger Mauersberger, Kellenerin beim Heurigen Martina Wugk-Kratz, Piccola Sven Wieckhorst (Kinderchor Oper Leipzig)

 

Chor der Musikalischen Komödie

Ballett der Musikalischen Komödie

 

Musikalische Leitung Tobias Engeli

Inszenierung Volker Vogel

Bühne, Kostüme Alexander Madlagk

Choreografie Susanne Kirnbauer

Choreinstudierung Mathias Drechsler

Dramaturgie Susanne Mangold


 

 

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How to succeed in Business without really Trying

Musical von Frank Loesser

Staatsoper Hannover

25.10.2014

 

Sehr bekannt ist der amerikanische Traum „Vom Tellerwäscher zum Millionär“... oder wie in diesem Fall „vom Fensterputzer zum Konzernchef“. Wie das geht, erlebten wir sehr eindrucksvoll und vergnüglich am Premierenabend im Opernhaus Hannover.

 

Der Fensterputzer J. Pierrepont Finch (Matthias Schlung) erklettert mit Hilfe des Ratgebers „How to succeed in Business Without really trying“ die Karriereleiter.

Wie ihm sein Ratgeber empfiehlt, bewirbt er sich bei einem großen Konzern, der WWW- World Wide Woppel Company und bekommt eine Job in der Poststelle.Von dort aus kann er seinen Aufstieg planen. Schon bei der ersten Begegnung verliebt sich die Sekretärin Rosemary Pilkington (Lisa Antoni) in ihn.

Als die Stelle des Poststellenleiters frei wird und Finch diesen Job zu Gunsten des Neffen von Firmenchef J.B. Biggley (Roland Wagenführer) ausschlägt, erhält er wegen seiner Bescheidenheit eine Beförderung in die Abteilung Planung und Systeme. Mit Geschick, List und seinem treuen Ratgeber schafft es Finch bis zum Werbechef – dem Schleudersitz der Firma. Auf Anraten seines Ratgebers kann er das Konzept eines Kollegen und Neffe des Firmenchefs Bud Frump (Daniel Drewes) durchsetzen und eine Fernsehshow mit Schatzsuche ( der Schatz 50.000 Aktien der Firma, die in den Firmengebäuden versteckt sind) veranstalten. Doch die Sache gerät aus den Fugen. Das Schatzmädchen, und gleichzeitig Geliebte der Firmenchefs, Hedy Larue (Natacza Soozie Boon) plaudert das Versteck in der Show aus …. Finch droht nach diesem Desaster die Entlassung...

 

 

Heiter-bissig und sehr unterhaltsam erlebten wir das Musical von Frank Loesser aus dem Jahre 1962, welches schon am Broadway ein echter Publikumsmagnet war.

Besonders das Kreativteam um Reggisseur Matthias Davids ist hier hervorzuheben. Mit Liebe zum Detail und gewürzt mit etwas Satire wird das Publikum in die World Wide Woppel Company entführt.

Mathias Fischer-Dieskau baute dafür das Bühnenbild: ein riesiges Bürofenster lässt sich zügig und durch wenige Versatzstücke und rollendes Mobiliar in ein Großraumbüro, einen Flur mit Liften, einen Raum für Meetings, das Chefbüro und sogar in den Waschraum der Vorstandstoilette verwandeln. Unterstützt wird die Szenerie durch die passenden Kostüme der 60er Jahre, entworfen von Judith Peter und die 3D- Projektionen an der Rückwand.

 

Die musikalische Leitung lag bei Joseph R. Olefirowicz. Der typisch amerikanische Sound wurde schon von den ersten Klängen an klar. Die Spielfreude des Orchesters übertrug sich rasch auf das Publikum.

 

Matthias Schlung als Finch erinnerte mich sehr an Fred Astaire, elegant zeigt er seine Tanzszenen. Gesanglich und schauspielerisch war es eine Freude ihm zuzuhören und sehen.

 

In der Rolle der Rosemary sehr überzeugend Lisa Antoni. Amüsant stellt sie den Traum der Frauen der 60er Jahre dar, einen Mann zu ergattern (am besten den Chef) und alles aufzugeben für ein Häuschen im Grünen. „Gern halt ich ihm sei Essen warm“ singt sie mit ihrer unverwechselbar sanften und warmen Stimme und lässt uns an ihrem Traum von der großen Liebe teil haben.

 

Sehr komödiantisch Daniel Drewes, als Neffe vom Chef, der nur eins will und das ganz nach oben.

 

Das typische Männerbild einer Sekretärin wird von Natacza Soozie Boon dargestellt, die etwas naive und mit Reizen nicht geizende Geliebte des Chefs Hedy Larue. Ihr Piepsstimme unterstützt die Naivität der Rolle sehr.

 

Roland Wagenführer verleiht mit seiner kräftigen Stimme dem Firmenchef J.B. Biggley Charisma. Entzückend stellt er seine kleinen Schwächen zu Schau.

 

Die Rolle der Chefsekretärin wird sehr witzig von Bettina Menske ausgefüllt. Mit schöner Stimme und tadellos Mareike Morr als Smitty.

 

Atemberaubend waren die Tanzszenen des hervorragenden Balletts (Choreographie: Melissa King).

 

Klanglich in die 60er Jahre versetzt der Chor der Staatsoper Hannover, was man sehr eindrücklich bei der witzigen Kaffeepause ohne Kaffee erleben darf.

 

Begeistert gab es dann am Ende standing ovations und minutenlangen Applaus für eine rundum gelungene Vorstellung, bei der wohl Alle sehr viel Spaß hatten.

 

 

S.B.

 

 

 

TERMINE

25.11.14

Di

19:30

 

04.12.14

Do

19:30

 

31.12.14

Mi

19:30

 

18.01.15

So

18:30

 

21.01.15

Mi

19:30

 

04.02.15

Mi

19:30

 

13.03.15

Fr

19:30

 

05.04.15

So

18:30

 

19.04.15

So

18:30

 

17.05.15

So

16:00

 

22.05.15

Fr

19:30

 

 

 

 


 

 

Ein fesselndes Musical - Der große Houdini in Hof

Premiere 24.10.2014

 

Der Vorhang öffnet sich und von der Decke hängt ein Mann, kopfüber in Zwangsjacke - der große Houdini!

So beginnt das Musical über den „König der Handschellen“. Dann gehen wir zurück zur Kindheit eines der größten Zauberkünstler überhaupt. Wir sehen, wie der junge Ehrich Weiss mit kleinen Tricks Geld verdient, um sich, seine geliebte Mutter sowie seine Brüder Dash und Leopold über Wasser zu halten, nachdem der Vater die Familie verlassen hat. Mit Dash geht er später zum Zirkus und lernt dort seine zukünftige Ehefau Bess kennen und lieben. Gemeinsam verdienen sie ihr Geld u.a. mit Wahrsagerei, bis der Theatermanager Martin Beck auf Houdini's Handschellentricks aufmerksam wird und ihm Auftritte sowie sogar eine Europatournee organisiert. Nun kann Harry endlich das Versprechen gegenüber seiner Mutter erfüllen und ihr Goldstücke zu Füßen legen.

Zwischenzeitlich holt ihn immer wieder die Vergangenheit ein in Gestalt des Abschied nehmenden Vaters. Mit der Zeit werden die Entfesselungstricks immer spektakulärer und lebensbedrohlicher. So sehen wir Houdini, der gefesselt kopfüber in ein Wasserbassin hinabgelassen wird oder sich zum Beweis, dass keine Schlüssel an seinem Körper versteckt sind, nahezu nackt fesseln lässt.

Der unerwartete Tod seiner geliebten Mutter stürzt Houdini in eine depressive Phase und stellt eine starke Belastungsprobe für seine Ehe dar. Aber Bess bleibt bei ihm, selbst als er sich auf eine Affäre mit der Wahrsagerin Madame Charmian einlässt. Obwohl er Wahrsagerei immer für faulen Zauber hielt, gelingt es Madame Charmian durch einen Trick, Harry für sich einzunehmen.

Am Ende verliert er sein Leben durch eine private Wette. Zeit seines Lebens bewies er die Kraft seiner Bauchmuskulatur, indem er jeden einlud, ihn so heftig wie möglich in den Bauch zu schlagen. Das letzte Mal endete dies jedoch aufgrund einer vorliegenden Blinddarmreizung tödlich.

 

 

 

Chris Murray (Harry Houdini) und Ensemble

Foto: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

 

Harry Houdini (Ehrich Weiss) wird überzeugend verkörpert von Chris Murray.

Ob in den ruhigen, lieblichen Szenen, wie der ersten Begegnung mit der zukünftigen Mrs. Houdini (Zauberwelt), mit viel Witz beim Entfernen aller morbiden Einrichtungsgegenstände, gefühlvoll und verletzlich oder auch energisch, aggressiv und immer voller Ehrgeiz - Murray überzeugt in jeder Szene mit der Vielfältigkeit seines Spiels und der Wandelbarkeit seiner Stimme.

Besonders atemberaubend ist es, wenn er mit Ketten gefesselt, kopfüber von der Bühnendecke hängt und mit kraftvoller Stimme „Nichts hält mich auf“ intoniert.

 

 

 

Chris Murray (Harry Houdini)

 

Foto: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

 

Neben ihm und immer ein bisschen in seinem Schatten steht sein Bruder Dash, gespielt von Christian Venzke. Die beiden harmonieren perfekt miteinander. Venzke verkörpert glaubhaft den großen Bruder, der immer alles zum Wohl seiner Familie tut und sein eigenes Glück vor allem hinter den Erfolg von Harry zurückstellt. Bess Houdini wird dargestellt von Cornelia Löhr. Sie verleiht Mrs. Houdini ein zartes, zurückhaltendes Wesen und zeichnet eine Frau, die in ihrer Ehe unzufrieden ist und immer hinter der Karriere ihres Mannes zurückstehen muss, es aber trotzdem nie schafft, sich zu emanzipieren.

In den weiteren Rollen sehen wir Janelle Groos und Karsten Jesgarz als die Eltern, Cecilie und Samuel Weiss sowie Stefanie Rhaue als Madame Charmian.

 

 

 

 

Andreas Bühring (Elian Weiss), Christian Venzke (Dash Weiss), Chris Murray (Harry Houdini), Janelle Groos (Cecilie Weiss),

Cornelia Löhr (Bess Houdini), Karsten Jesgarz (Samuel Weiss) und Ensemble

 

Foto: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

Der Große Houdini ist ein zauberhaftes Märchen mit entfesselnden Augenblicken und wunderschönen Melodien. Auch wenn es biografisch nicht vollkommen dem Leben des wahren Harry Houdini entspricht, so bleibt doch ein kurzweiliger Abend mit tollen Künstlern, wunderbaren Stimmen und großem Live-Orchester.

 

 

 

 

 


 

The WYLD - Premiere Roter Teppich

23. Oktober 2014 - Driedrichstadtpalast Berlin

 

 

 

 

 

 


 

 X

 

LINZ/ Musiktheater: Les Misérables . Premiere am 27.9.2014

 

 

 

Musical von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg nach dem Roman von Victor Hugo; Originalbuch von Alain Boublil und Jean-Marc Natel, Gesangstexte von Herbert Kretzmer, Zusätzliches Material von James Fenton, Orchestrierung von John Cameron

 

 

 

Deutsch von Heinz Rudolf Kunze

 

 

 

Bilder: Barbara Palfy

 

 

 

 

 

 

Das auf dem Roman von Victor Hugo basierende Musical, wurde nach seiner Uraufführung 1980 schnell zum Erfolg.Seither läuft es ununterbrochene 29 Jahre auf Londoner Bühnen und hatte 60 Millionen Besucher in 38 Ländern. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 15. September 1988 im Raimundtheater Wien statt.

 

 

 

20 Jahre, rund 30 Charaktere, mehrere Handlungsstränge und Großereignisse wie die Pariser Revolution von 1832 in eine dramatische Einheit und zumutbare Aufführungsdauer unterzubringen ist eine gewaltige Herausforderung für Regie und Ausstattung. Mit viel Gefühl und wenig Kitsch inszeniert Matthias Davids das fast 3stündige Musical und wurde dramaturgisch von Arne Beeker unterstützt.

 

 

 

 

Das Bühnenbild stammt von Matthias Fischer-Diskau. Die dunklen Türme, die später auch als Barrikaden dienen, lassen einen Blick zur Rückwand zu, an der durch Projektionen die Szenerie gekonnt unterstützt wird. Durch die Lichtgebung (Michael Grundner) wird die jeweilige Stimmung verdüstert (der Selbstmord von Javert) oder auch erhellt (Lichtblicke der Armen in den Gossen).

 

 

 

 

Liebevoll gestaltete Kostüme (Susanne Hubrich) zeichnen ein gelungenes Bild der Epoche. Die Choreographie ist von Melissa King.

 

 

 

 

Jean Valjean (Christian Alexander Müller), der wegen Diebstahl eines Brotes und mehrerer Fluchtversuche schlussendlich 19 Jahre in Haft verbrachte, erfährt nach seiner Entlassung nur Ablehnung und Missgunst. Nur die Güte des Bischof von Digne (Ulf Bunde) bringt ihn zum Umdenken und führt ihn auf den Weg des Guten.

 

 

 

 

Christian Alexander Müller bringt überzeugend alle Lebensepochen eines Mannes auf die Bühne, der durch das Straflager verbittert, durch die Güte des Bischofs geläutert und durch die Polizei ständig gejagt wird. Mit seinem unverwechselbaren Tenor singt er diese große Partie perfekt. „Das Gebet“ wird zum echten Gänsehautmoment !!!

 

 

 

 

 

 

Konstantin Zander verleiht Inspektor Javert als pflichtbewussten und verbissenes Jäger des Gesetzes schauspielerisch und stimmlich Gestalt.

 

 

 

 

 

In der Rolle der Fantine konnte Kristin Hölck, die am Premierenabend Stimmverbot hatte, die Verzweiflung und Sorge einer Mutter um ihr todkrank geglaubtes Kind sehr gut umsetzen. Carin Filipčić sang aus dem Graben und hat sich makellos in das vorzügliche Ensemble eingefügt.

 

 

 

 

Mit wohlklingender Stimme und viel Liebreiz verkörpert Barbara Obermeier die Rolle der Cosette. Ihr junger Verehrer Marius, Alen Hodzovic, agiert mit guter Tenorstimme und schauspielerisch ebenfalls sehr eindrücklich. Die in ihn unglücklich verliebte Éponine wurde von Ariana Schirasi-Fard dargestellt und schafft mit ihren zwei großen Auftritten ( „Nur für mich“ und ihrer Todesszene) packende Emotionen zu erzeugen.

 

 

 

 

Komödiantisch und nicht übermäßig komisch punkten Rob Pelzer und Danilea Dett als die Wirtsleute Thénardier.

 

 

 

 

Riccardo Greco verleiht dem Anführer der Studentenrevoluzzer Enjolras revolutionäres Feuer.

 

 

 

 

Verena Emelie Trahan hatte als kleine Cosette einen bemerkenswerten Auftritt. Gavroche wurde von Dennis Mojsilovic gekonnt dargestellt.

 

 

 

 

Untadelig das Bruckner-Orchester unter Leitung von Kai Tietje.

 

 

 

 

Am Ende gab es einen großen Applaus mit standing ovations für alle Beteiligten hinter, vor und auf der Bühne !

 

 

 

 

S.B.b:

 

 

 

Valjean Christian Alexander Müller
Javert Martin Achrainer
Konstantin Zander
Fantine Kristin Hölck
Cosette Barbara Obermeier
Marius Alen Hodzovic
Konstantin Zander
Éponine Ariana Schirasi-Fard
Thénardier Rob Pelzer
Madame Thénardier Daniela Dett
Enjolras Riccardo Greco
Sven Hjörleifsson
Courfeyrac / Ensemble Christian Fröhlich
Combeferre / Bamatabois / Ensemble Steven Klopp
Lesgles / Ensemble Philip Ranson
Feuilly / Montparnasse / Ensemble Stefan Schmitz
Grantaire / Ensemble Michael Souschek
Bagatelle-Lady / Ensemble Jil Clesse
Haar-Lady / Ensemble Cheryl Lichter
Ensemble Suzana Novosel
Cindy Walther
Joly / Ensemble Marius Mocan
Prouvaire / Ensemble Csaba Grünfelder
Bischof von Digne / Claquesous / Ensemble Ulf Bunde
Ville Lignell
Vorarbeiter / Brujon / Ensemble Jochen Bohnen
Vorarbeiter / Babet / Ensemble Bonifacio Galván
Fauchelevant / Ensemble Joschko Donchev
Gavroche Johannes Herndler
Dennis Mojsilovic
Kleine Cosette Verena Kitzler
Ricarda Landl
Angelika Matscheko
Emelie Trahan

Éponine Isabel Davies
Tamali Fischer
Katharina Klinger

Musikalische Leitung Kai Tietje
Marc Reibel
Inszenierung Matthias Davids
Choreografie Melissa King
Bühne Mathias Fischer-Dieskau
Kostüme Susanne Hubrich
Chorleitung Georg Leopold
Lichtdesign Michael Grundner
Dramaturgie Arne Beeker

 

 

 

 

 

Weitere Termine:

 

 

 

FREITAG, 03. OKTOBER 2014
19:30 - 22:30 UHR Ausverkauft

 

 

 

MITTWOCH, 08. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

DONNERSTAG, 16. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

FREITAG, 17. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

FREITAG, 24. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

SONNTAG, 26. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

DIENSTAG, 04. NOVEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

MITTWOCH, 03. DEZEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

FREITAG, 05. DEZEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

SONNTAG, 21. DEZEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

DIENSTAG, 30. DEZEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

FREITAG, 20. FEBRUAR 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

SONNTAG, 22. FEBRUAR 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft

 

 

MONTAG, 23. FEBRUAR 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

 

FREITAG, 27. FEBRUAR 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

 

DIENSTAG, 10. MÄRZ 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

 

FREITAG, 13. MÄRZ 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

 

SONNTAG, 15. MÄRZ 2015
Geschlossene Vorstellung

 

15:00 - 18:00 UHR

 

Ausverkauft

 

 

MONTAG, 16. MÄRZ 2015

 

11:00 - 14:00 UHR

 

Ausverkauft

 

 

SAMSTAG, 04. APRIL 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

 

MONTAG, 06. APRIL 2015

 

15:00 - 18:00 UHR

 

 

SAMSTAG, 18. APRIL 2015

 

17:00 - 20:00 UHR

 

Ausverkauft

 

 

SONNTAG, 03. MAI 2015

 

17:00 - 20:00 UHR

 

 

 

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Chris Murray - Musical Times 5

Zu zweit singt man weniger allein

 

 

Dies beweist Chris Murray, einer der renommiertesten und derzeit bekanntesten Musicaldarsteller im deutschsprachigen Raum, indem er verschiedensten Charakteren stimmlich Leben einhaucht.

„Der doppelte Schwur“ raffiniert arrangiert – doppelt mit sich selbst besetzt - zeigt vielfältige Nuancen Murray's unterschiedlichster Stimmbreite und bleibt dem Hörer als Überraschungsmoment im Ohr. Hier interpretiert er sowohl den Ex-Sträfling Jean Valjean als auch seinen erbitterten Gegner, Inspektor Javert. Somit entsteht ein gesangliches Duell auf höchstem Niveau. Demgegenüber steht die „Konfrontation“ aus „Jekyll & Hyde“, bei welcher der Künstler den zwei Seelen ein und der selben Person Stimme verleiht – die Timbres von Gut und Böse miteinander kontrastieren lässt.

 

Im Sommer 2014 veröffentlichte Chris Murray mit Musical Times 5 sein zweites Solo-Album als Doppelpack. Diese etwa 160-minütige Reise durch die Vielfältigkeit der Musicalwelt verspricht ein Treffen mit alten Bekannten und neue Begegnungen.

 

In Zusammenarbeit mit den erfolgreichsten Musical-Komponisten Deutschlands hat er hier geschickt die schönsten bekannten Musicalsongs mit neuen, teilweise bisher unveröffentlichten Kompositionen verbunden.

 

Er überzeugt mit seiner Stimme nicht nur in Klassikern wie „Bring him home“, sondern auch in neuen Schöpfungen wie „Aline“ aus „Der Fliegende Holländer“.

 

Man nimmt ihm Emotionen ab, ohne ihn zu sehen. Ob als trauriger, verlangender Dracula ("Ich leb' nur, weil es dich gibt") oder als kriegerischer Feldherr Radames, der auch die Fähigkeit besitzt, Gefühle zu zeigen („Radames' Brief“).

 

Ein sehr emotionaler Song ist "Arm ist das Kind" aus Chess. Es drückt den Seelenschmerz des Charakters aus und weckt empathische Gefühle beim Zuhörer.

 

Auch das Wandelbare zeigt sich im Ausdruck unterschiedlicher Werke und Komponisten. So befinden sich von Komponist Frank Nimsgern neben dem schwungvollen „Can you see the light“ auch überraschend hämmernde Beats aus „Der Ring“ auf dem Sampler. Chris Murray's Stimme verstärkt unterstützend die inhaltliche Entschlossenheit und Kraft des Titels „Macht“.

 

Ein cleverer Kontrast ist das Spiel mit der englischen und französischen Sprache, gemischt zwischen deutschen Titeln. So fühlt man Quasimodo in „Dans, mon Esmeralda“ aus „Notre Dame de Paris“ um seine Esmeralda leiden und Inspektor Javert schickt seinen Schwur zu den „Stars“ hinauf.

 

Lust auf Paul Graham Brown's „Houdini“, welches im Herbst in Hof zur Uraufführung kommt, macht die Einladung in die „Zauberwelt“ des Magiers.

 

 

Chris Murray's Töne zaubern Bilder, nicht nur visuell auf der Bühne, sondern auch akustisch im Ohr!

 

Entstanden ist eine CD mit vielfältigen Momenten der Emotionen. Es bleiben Klänge, die ins Ohr gehen und im Herzen verweilen.

 

 

s.f.u.b.l.

 

 

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FRIEDRICH – Mythos und Tragödie – Das Musical

 

Am 21. Juli 2014 feierte das spotlight-Musical „FRIEDRICH – Mythos und Tragödie“ seine umjubelte Premiere im Schlosstheater Fulda. Für Musik, Liedtexte und Libretto zeichnet Dennis Martin verantwortlich, unterstützt von Marc Schubring (Musik) sowie Wolfgang Adenberg und Christoph Jilo (Liedtexte/Libretto).

 

Das Stück erzählt die Lebensgeschichte von Friedrich II. von Preußen, auch genannte Friedrich der Große. Die Geschichte wird rückblickend aus der Sicht Friedrichs erzählt und in zwei Ebenen – zeitweise sind der alte und der junge Friedrich gemeinsam auf der Bühne. Der „Alte Fritz“ (Chris Murray) schaut zurück auf seine Jugend in Brandenburg, welche geprägt ist vom Drill seines Vaters, des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I (Claus Dam). Der junge Kronprinz (Tobias Bierei) ist jedoch mehr der Kunst zugetan, spielt hervorragend Flöte und verbringt eine glückliche Zeit mit seiner Schwester Wilhelmine (Sabrina Weckerlin) und seinem Freund Hans Hermann von Katte (Maximilian Mann) in Dresden am Hof von August dem Starken (Andreas Goebel).

Nach ihrer Rückkehr an den preußischen Hof spitzen sich die Konflikte zwischen Friedrich und seinem tyrannischen Vater zu. Der Kronprinz beschließt, mit seinem Vertrauten Katte über Frankreich nach England zu fliehen, wird jedoch verraten und zu Festungshaft in Küstrin verurteilt. Katte wird als Mitwisser entlarvt und vor den Augen des Kronprinzen enthauptet.

Der Vater verheiratet Friedrich mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern. Friedrich schließt seine ungeliebte Frau jedoch aus seinem Leben aus.

Nach dem Tod des Vaters besteigt Friedrich den preußischen Thron und nimmt umfassende Reformen vor. Er lässt Schloss Sanssouci bauen und umgibt sich dort mit intellektuellen Gesprächspartner, allen voran seinem großen Vorbild, Voltaire.

Allerdings führt er auch Kriege ohne jegliche Rücksicht und am Ende seines Lebens muss er einsehen, dass er sich zu genau dem entwickelt hat, was er immer verabscheute – einem Ebenbild seines Vaters...

Regie führte Holger Hauer, der nicht nur Regisseur, sondern auch Schauspieler, Sänger und Autor ist und bereits selbst in zahlreichen Musicals auf der Bühne stand. Die Wiederaufnahme-Regie für den Musicalsommer Fulda lag in den Händen von Christoph Jilo. Dem Regieteam ist es gelungen, den umfangreichen Stoff erfolgreich umzusetzen.

Das große Plus der Inszenierung sind die Darsteller. Hier findet man viele Namen der Potsdamer Uraufführung wieder, aber auch einige neue Gesichter. Dem Stück erhalten geblieben sind die Protagonisten, Tobias Bieri als junger Kronprinz und Chris Murray als Alter Fritz. Ersterer spielt den jungen, unschuldigen, Kunst interessierten Regenten, welcher letztlich fast an der Brutalität seines Vaters zerbricht, sehr überzeugend. Hinter ihm quält sich Chris Murray immer wieder, zitternd und auf seinen Stock gestützt, als vom Leben gezeichneter alter König, über die Bühne und hadert mit seinem Schicksal im Rückblick auf sein Leben. Im zweiten Akt tritt er dann als Friedrich der Große allein auf, umgibt sich mit Intellektuellen in Sanssouci und ist unbarmherziger Feldherr im Siebenjährigen Krieg. Absoluter Höhepunkt des Stückes ist sein Song „Ebenbild“. Es ist faszinierend, wie Chris Murray es schafft, allein durch Schauspiel, Stimme, Gestik und Mimik innerhalb eines Liedes Friedrich um Jahre altern zu lassen. Leider hat er nicht viele Gesangsparts, aber bei seinen wenigen Songs reist er das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Ebenso wie in der Uraufführung mit dabei ist Maximilian Mann als Hans Herrmann von Katte, welcher seine Rolle des besten Freundes von Friedrich sowie des heimlichen Liebhabers von Friedrich's Schwester Wilhelmine überzeugend spielt. Wilhelmine wird in Fulda dargestellt von Sabrina Weckerlin. Sie gibt eine erwachsene junge Prinzessin, welche sich bewusst über die Einschränkungen ihres Vaters hinweg setzt und das Leben genießen möchte. Stimmlich kann sie absolut überzeugen und gibt auch im Duett mit Chris Murray (Wo sind deine Träume hin) eine ebenbürtige Gesangspartnerin ab. Ebenfalls neu ist Claus Dam als Friedrich Wilhelm I. Ihm fehlt leider ein wenig die Strenge und Unbarmherzigkeit des unerbittlichen Vaters. Leon van Leeuwenberg stellt als Voltaire ebenso wie bereits in Potsdam einen lustigen Moment im Stück dar.

In weiteren Rollen sind zu sehen Larissa Windegger als Gräfin Orczelska, welche den jungen Friedrich am Hofe August des Starken in die Liebe einführt, Dietmar Ziegler als Graf von Seckendorff, kaiserlicher Gesandter am Hofe Friedrich Wilhelm I. sowie Andrea Pagani als Minister Grumbkow, welcher sich von allen Seiten bestechen lässt und letztlich den Kronprinzen und Katte verrät. Das gesamte Ensemble liefert überzeugende Leistungen ab.

Das Bühnenbild ist sehr spartanisch, es gibt jedoch interessante Projektionen und unterstützende Lichtspiele sowie eine überdimensionale Uniform im Hintergrund. Die wunderschönen Kostüme unterstützen die Reise in die Geschichte.

Die Musik ist sehr abwechslungsreich und reicht von berührenden, ergreifenden Nummern wie „Sanssouci“ über herrliche Ensemblenummern wie „Sieben Jahre Krieg“ bis hin zu Tanznummern mit Showstopper-Potential wie „Bienvenue in Sanssouci“.

Das gesamte Stück ist in sich stimmig und weißt keine unnötigen Längen auf. Der Zuschauer wird mitgenommen auf eine abwechslungsreiche Reise durch das Leben Friedrich des Großen und lässt ein bewegtes und begeistertes Publikum zurück. Gerade die Begeisterung äußerte sich in dem nicht enden wollenden stehenden Applaus am Premierenabend.

 

Das Schlosstheater Fulda gibt dem Stück einen weitaus gebürtigeren Rahmen als dies die Metropolis Halle in Babelsberg zur Uraufführung konnte.

 

Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte sich das Stück ansehen. Dies ist aktuell noch möglich in Hameln vom 21. bis 24. August 2014.

 

Es bleibt zu hoffen, dass Friedrich auch in Zukunft immer wieder mal aufgeführt wird, vielleicht schon (über)nächstes Jahr?!?

 

 

 


 

 

CASANOVA

 

Musical in drei Akten

Musik von Stephan Kanyar

Buch und Gesangstexte von Andreas Hillger

Weltpremiere 04.07.2014, Anhaltisches Theater Dessau

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

04.07.2014 - auf den Straßen Public Viewing, Menschenmassen schauen sich den Kampf um den Einzug der deutschen Mannschaft ins Halbfinale zur Fussballweltmeisterschaft an. Die Reihen des Dessauer Theaters sind trotzdem fast ausverkauft. Harlekine laden sitzend am Bühnenrand ein, am lüsternen Leben des Casanova Anteil zu nehmen.

 

Du bist mein ein und mein Alles“

 

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

 

Buntes Treiben auf den Straßen Venedigs, doch der Casanova des 21. Jahrhunderts hat andere Sorgen. Das vergnügungssüchtige venezianische Volk will mit seinen Liebeskünsten verführt werden. Jede will ein Treffen. Er genießt die Lust an der Lust. Sein Diener Leporello (Andre`Eckert) muss Strichlisten führen und bedauert glaubhaft, dass die Aufmerksamkeit nicht ihm zuteil wird (Was hab ich nur verbrochen). Doch Casanova, seinerseits Frauenheld und Herzenbrecher, wird von seinen Liebeleien, von nach Lust verzehrenden Nonnen bis lüsternen Bräuten verfolgt, denn diese wollen ihm ganz gehören. Tief im Innern, ist er auf der Suche nach der Liebe seines Lebens. Gekonnt vermischen Komponist (Stephan Kanyar) und Autor (Andreas Hillger) in ihrem Auftragswerk Fiktion mit historischen Fakten und bringen die weiche Seite des Casanovas zum Vorschein.

 

Besonders stark zu Beginn, der ermordete Vater einer Geliebten, welcher von Casanova im Duell getötet wird. Ausdrucksstark Alexander Dubnov's „Fluch“. Hier und auch bei der Figur des Leporellos werden Parallelen zu Mozart's „Don Giovanni“ sichtbar.

 

Im Kernpunkt des Geschehens aber stehen Casanovas Liebe zu der Französin Henriette, welche vor ihrem anständigen Leben fliehen will und die Lebensfreude genießen. Ihre wahre Identität mag sie dabei nicht preisgeben. Sie ist fasziniert von der Freiheit Casanovas. Ihm begegnet sie zum ersten Mal in Männerkleidern und rettet ihn mit der Kunst ihres Degens vor den Schergen des Conte. In dieser Szene zeigt die überdimensionale Leuchtreklame wirkungsvollen Einsatz, vom Schriftzug „ Venice“ blinken die Buchstaben N I E. Ein gut eingesetztes Wortspiel mit dem Effekt, szenische Momente zu unterstützen, auch an andern Stellen findet dies Einsatz. Er erkennt hinter ihrer Verkleidung eine Frau.

Schön wäre es, wenn es im -Real Life- auch so einfach wäre, einmal gefochten „Ein Mann – eine Frau“ und schon ist es Liebe. Patrick Stanke und Roberta Valentini glaubt man in diesem Moment aber jedes Wort des gefühlvoll dargebotenen Musicalsongs (Schenk mir eine Stunde dein Leben), beide ziehen mit Stimme und Auftreten das Publikum in ihren Bann.

 

Henriette gibt seinen Avancen nach und lässt sich auf eine Affäre ein. Sie kostet von der Freiheit, die er sich Zeit seines Lebens nahm und es gefällt ihr. Nur so will sie ihm gehören. Doch als Casanova bereit ist, sein freies Leben für eine Zukunft gemeinsam mit ihr aufzugeben, beendet sie die Affäre. Sie nimmt ihr Geheimnis mit (Ich darf dich nicht lieben). Sehr dramatisch von Roberta Valentini gespielt und intoniert.

 

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

 

Aus Trauer und Verzweiflung nimmt Casanova seinen alten Lebenswandel wieder auf. Das Übermaß der Gier und das Verlangen wurden durch übergroße, riesenartige, nackte männliche und weibliche Figuren in Fatsuit dargestellt. Diese Art der Umsetzung ist eine gut gelungene Provokation.

 

Wäre da nicht der Auftritt des Conte Querini, der gefürchtete Anführer der venezianischen Inquisition und zugleich Henriette's Mann (ja, ein bisschen Drama muss schon für eine gute Story sein), hätte das Stück an dieser Stelle beendet werden können. Er will aber das karnevalistische Treiben verbieten, lässt Casanova verhaften und hofft somit, Sitte und Anstand wiederherzustellen zu können.

Kraftvolle Chorszenen in den Bleikammern. Singend, kletternd und rüttelnd unterstreicht das Ensemble das Leid und die Auswegslosigkeit der Gefangenen.

Conte Querini bietet Casanova die Freiheit an. Er soll schwören, ein anständiges Leben zu führen. Diesen Schwur kann und will Giacomo nicht geben.

Henriette ist es, die ihm den Weg in die Freiheit aus den Bleikammern weisst. Er wird sie nie wiedersehen.

 

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

 

Die Alterung auf offner Bühne mitten in der Arie stattfinden zu lassen, war für den Zeitsprung ein gut gewählter Prozess. Patrick Stanke, gebeugt am Stock gehend, singt mit sehnsuchtsvoller Stimme, die Einsamkeit erkennend, die ihn bedrückt, von „Der Einen die bleibt“. Mitfühlendes Schweigen, dann begeisterter Zwischenapplaus.

 

Jahre später, Casanova, mittlerweile Bibliothekar auf Schloss Dux, wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Henriette hat ihm neben einer Tochter auch einen Brief hinterlassen. „Der Brief“, vom sterbenden Casanova, der schwangeren Constanze und der im Spiegelbild erscheinenden Henriette expressiv im Terzett gesungen (Patrick Stanke, Karen Helbig, Roberta Valentini). Auch hier hat der Bühnenbildner Gänsehautmomente zaubern können. „Schenk mir noch einmal mein Leben“, bittet er flehend Constanze. Sie kann ihm nicht helfen.

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

 

 

 

Die Spitze eines Degens teilt die Szene. In einer Vision erscheint ihm die Gestalt des Vaters einer Geliebten, den er einst im Duell tötete. Er symbolisiert den Boten der Hölle. Auch Henriette, ganz in weiß, kann ihn nicht vor dem Höllenfeuer retten. So wird er sterbend, begraben unter dem blutend, nackten Körper eines jungen Mädchens, in die Flammen gezogen.

 

 

 

Eine große Grabplatte, Schrift leuchtet auf, Constanze bricht zusammen:

 

Giacomo Casanova 02.04.1725 -04.07.1798.

 

 

Mit Casanova ist Hillger und Kanyar ein Werk gelungen, welches anderen Dramamusicals in keinem nachsteht. Das Dessauer Theater hat wieder einmal bewiesen, das es mit Solisten/innen, Ensemble, Chor und Ballett eine harmonische Einheit bildet und nicht gekürzt oder wegrationalisiert werden darf.

Dem Stück ist zu wünschen, dass es seinen Weg noch auf viele Theaterbühnen dieser Welt schafft.

Autor: S.Finger

 

 

Casanova Patrick Stanke

Henriette Roberta Valentini / Karen Helbig

Leporello,Casanovas Diener Andre`Eckert

Constanze, Henriettes Tocher Karen Helbig / Anne Weinkauf

Conte Querini Adam Fenger

Der Vater einer Geliebeten Alexander Dubnov

Zwei Nonnen Alexandra Joel, Anne Weinkauf

Zwei Schwestern Kristina Baran, Graz`yna Fenger

Die Junge Jagna Rotkiewicz

Die Alte Constanze Wilhelm

Braut Gerit Ada Hammer

Brautmutter Ines Peter

Koch Stephan Biener

Zwei Zoofen Jeannette Spexa`rd, Noriko Kishida

Graf Christian Most

 

Opernchor, Ballett und Statisterie des Anhaltischen Theaters Dessau

Anhaltinische Philharmonie Dessau

 

Musikalische Leitung Dabiel Carlberg

Inszenierung Christian von Götz

Bühne und Kostüme Ulrich Schulz

Choreografie Carlos Matos

Kampfchoreografie Sebastin Müller-Stahl

Chorleitung Helmut Sonne

Casting, Dramaturgie Felix Losert

 

 

Weitere Vorstellungen

12.09./13.09. 2014 / 02.11.2014 / 20.11./21.11.2014 / 01.12./02.12.2014 / 07.12.2014 / 31.12.2014 / 12.03.2015

19.04.2015 / 30.04.2015 / 24.05.2015

 

 


 X

 

Rocky Horror Show – Open Air

Premiere, Magdeburger Domplatz Festspiele am 20.06.2014

Buch, Musik und Texte von Richard O`Brien

 

Wenn Frank `n Furter in sein Schloss lädt, erwartet der dem Kult frönende Besucher vor allem die ihm bekannten Szenen, inklusive der etablierten Mitmachaktionen von geworfenem Reis, um den Brautleuten Glück mit auf den Eheweg zu geben. Allseits gut gefüllte Wasserpistolen, um spritzend den Regen zu simulieren, sowie den Einsatz von Leuchtmitteln, um die Ergriffenheit bei einigen Liedern zu unterstreichen.

 

Ist Rocky Horror nur Trash?

 

Zur Story:

Brad und Janet, ein frisch verliebtes Pärchen, lassen sich auf der Hochzeit ihrer Freunde vom Eheglück anstecken und verloben sich. Während sie sich auf den Weg machen, ihren alten Professor zu besuchen, um ihm dies freudige Ereignis mitzuteilen, landen sie mit einer Reifenpanne ihres Auto vor einem gruseligen Schloss, welches den Master Frank`n Furter samt seiner Dienerschaft Magenta, Riff Raff, Columbia und zahlreiche Phantome, beherbergt. Sie bitten triefend vor Nässe (ja die Wasserpistolen taten ihr Werk) um ein Telefon zwecks Reparatur ihres Autos, und werden vom Diener Frank`s herein gebeten.

In dieser Nacht erweckt der Master sein selbst erschaffenes Geschöpf Rocky zum Leben. Gehirne werden aufgeteilt, alte Liebhaber beseitigt und neue Spielgefährten erschaffen. Versuchung und Verführung in allen Facetten menschlicher Konstellationen treffen auf das jungfräuliche Pärchen, welches sich schon halbnackt mitten im Geschehen befindet. Das Abenteuer nimmt seinen Lauf!

 

 

 

Tobias Bieri, Dominik Hees und Ensemble                                            

Foto: Nilz Böhme

 

 

Musikalische Leitung Sebastian de Domenico

Inszenierung Ulrich Wiggers

Bühne/ Kostüme Christoph Weyers

Choreografie Danny Costello

Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg

 

Besetzung

Janet Weiss Jeannine Michele Wacker

Brad Majors Maximilian Mann

Fran N Furter Dominik Hess

Riff Raff Marlon Wehmeier

Magenta/ Platzanweiserin Lucy Scherer

Columbia Christina Patten

Rocky Tobias Bieri

Eddie/Ralph Hapschatt Tobias Regner

Betty Monroe Katharina Deschler

Dr. Evrett Scott Wolfgang Klose

Erzähler Peter Wittig

 

Es spielen Mitglieder der Magdeburgischen Philharmonie und Gäste.

 

 

 

Christina Patten, Dominik Hees

 

Foto: Nilz Böhme

 

 

Hingeschaut

Am ausverkauften Premierenabend eroberten sich die Darsteller den Raum, welchen die großen Flächen einer Open Air Bühne bieten, Gänge und Zuschauerreihen wurden bespielt, bewusst konnte so der Spiegelmoment gesetzt werden: Schaut her, schaut hin und reflektiert!

Die Outfits der Bühnenrollen entstammen der Gothic -Szene, bestehend aus Lack, Leder, Latex und somit nicht mit den Originalen vergleichbar, was aber ihrem Liebreiz keinen Abbruch tut.

Das Bühnenbild erinnert mit vielen silbern glitzernden Kugeln, welche von der Decke herab hängen und den pinkfarbenen Lichteffekten an einen Empfang beim Wiener Lifeball. Ja, so könnte der Frank `n Furter seine Gäste 2014 auf seinem Schloss empfangen.

 

Dem Kultfilm entnommen, baut Christoph Weyers echte Fahrzeuge in das Geschehen, in die Kulisse mit ein. Besonders beim Publikum kommt das Vorfahren eines (n)ostalgischen Trabbis - dem Brautauto, sowie Eddies Motorrad als dessen Gefährt gut an.

In der Schlafzimmerszene lässt eine überdimensionale Hüpfburg, in Form zweier Betten aufreizende Ein- und Ausblicke in die sexuellen Spielvarianten Frank `n Furters zu. Ob die eingebaute Rutsche den Sündenfall visuell unterstreichen sollte, bleibt spekulativ, frei dem Motto: “Kann denn Liebe Sünde sein?“

Viele Szenen sind bekannt, andere in der Umsetzung überraschend neu inszeniert. So schwebt

Rocky, alias Tobias Bieri, bei seiner Geburt in einer Art Kokon von der Decke herein. An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, warum man Reis und Konfetti werfen darf, nicht aber Klopapier? Bieri verbringt am Premierenabend anerkennende, akrobatische Höchstleistung. Frei hängend und ungesichert absolviert er singend Klimmzüge an einer Stange. Respekt! Allerdings hätte man ihm keinen orangefarbenen Badeanzug verpassen sollen.

Den Namen Jeannine Michele Wacker sollte man sich merken. Sie gestaltet ihre Janet von schüchtern bis verlangend, sowohl mimisch als auch im gesanglichen Ausdruck mit voller Hingabe. Wogegen Maximilian Mann, als Brad Majors, leider stellenweise im bunten Gewirbel unterging.

 

Optisch hätte mehr Wert auf den visuellen Unterschied zwischen Magenta und Columbia gelegt werden können. Soll doch grad Columbia die Fanliebe zu Eddie symbolisieren. Dies wurde teilweise, aufgrund der sehr ähnlichen Kostüme, etwas verwirrend. Riff Raff und Frank polarisierten dagegen sehr in Ihren Outfits. Bei Letzterem wurden oft durch knappe Bekleidung reizvolle Stellen freigelegt, welche wiederum Bewunderungspfiffe im Publikum auslösten.

Die, zum größten Teil junge Cast, zeigte ihr Können und enttäuschte stimmlich keineswegs. Mit Dominik Hees, Maximilian Mann, Tobias Bieri, Lucy Scherer um nur einige zu nennen, konnte das Magdeburger Theater auch dieses Jahr wieder für ihren Open Air Sommer Bühnengrößen verpflichten. Aber auch Peter Wittig, seit über 40 Jahren Solist am Magdeburger Theater, wird den Zuschauern als Erzähler in guter Erinnerung bleiben.

 

 

 

vorne: Jeannine Michele Wacker, Tobias Regner, Christina Patten, Dominik Hees, Tobias Bieri

 

Foto: Nilz Böhme

 

 

Mehr als Trash!

Die RHS hat tatsächlich auch eine Geschichte die im 21. Jahrhundert spielen könnte. Wiggers zeigt Bilder, welche im Alltag doch Manchen zum Wegsehen veranlassen.

Heimliche sexuelle Sehnsüchte öffnen die Empfänglichkeit zu Verführungen. Die Befreiung von Fesseln, in der Erlösung lebend, sein Selbst gefunden zu haben. Dies sollte wohl auch die Wandlung des Erzählers, Beginn des zweiten Aktes zur Frau, symbolisieren. Bravo für den Mut!

So sind Drogensucht, Mord, die Suche nach dem perfekten Gegenstück, das Befassen mit gleichgeschlechtlicher Liebe alles Themen unserer Zeit, die viele Gedanken aufwerfen.

Die Gefährlichkeit, sich in Allmachtsphantasien zu verlieren, mit der Erkenntnis am Ende des Weges doch allein zu sterben.

Was Liebe, Sünde und Macht sind, und wer entscheidet wie man damit umgeht, diese Fragen bleiben am Ende der Show für den Zuschauer offen. Und das ist gut so.

Einziger Anstoß des Abends (Auszug aktuelles Programmbuch, Gespräch zwischen Regisseur Ulrich Wiggers und dem Theologen Guido Erbrich, pädagogischer Leiter des Magdeburger Roncalli-Hauses)

Theologe, Guido Erbrich: „Für den Christen liegt diese Sinnbeziehung in Gott. Andere sehen ihren Sinn in einem andern größeren Zusammenhang. In der -Rocky Horror Show- zeigt sich das in ganz verschiedenen Bildern von Liebe, in irregeleiteter Liebe wie der Franks zu Rocky,….“

Irregeleitete Liebe? Herr Theologe! Wer bitte bestimmt, wer wen liebt? Was ist richtige Liebe, welche ist falsch?

Wünschenswert wäre diesbezüglich ein Statement seitens des Gesprächsführenden gewesen, gerade im Jahr 2014!

 

 

 

Dominik Hees, Maximilian Mann

 

Foto: Nilz Böhme

 

 

 

Zusammengefasst

Die Zusammenstellung der Cast ist sehens- und hörenswert. Die RHS ist als Open Air Show vor der Kulisse des Magdeburger Doms schon ein besonderes, provozierendes Erlebnis und eine Reise wert. Also „Let‘s do the time warp again!“

 

S.Finger

 

 


 

 

RICHARD HEUBERGER

Der Opernball

Operette in drei Akten

Text von Victor Léon und Heinrich von Waldberg nach der Komödie »Les Dominos roses« von Delacour und Hennequin

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Als ich zum ersten Mal die Noten am Klavier durchspielte, fand ich die Klänge seltsam wie Micky Mouse klingend“, so berichtet Vogel in der vorgeschalteten Werkstatt zum Stück.

Ob das wohl eine Vorwarnung war, zweifelt er gar am Erfolg des Stückes?

 

Heubergers (1850 – 1914) Opernball feierte am 10.05.2014, unter der Inszenierung von Volker Vogel in Leipzig Premiere. Somit steht diese Operette nach 39 Jahren wieder im Repertoire der Musikalischen Komödie.

 

Zur Vorankündigung

„…….Nicht Wien, sondern Paris ist der Schauplatz des Opernballs, auf dem man sich gern maskiert in ein erotisches Abenteuer stürzt. Doch wenn vergnügungssüchtige Ehemänner dort in die Falle ihrer Angetrauten hineintappen, dann ist Schluss mit lustig. Oder der Spaß fängt gerade erst an, denn auf dem Ball sorgen zwei rosa Dominos für Verwirrung bei den Herren, von denen jeder eine Verabredung mit einer unbekannten Schönen in eben dieser Verkleidung getroffen hat. Was sie nicht ahnen, ist, dass unter der Maskierung ihre Ehefrauen stecken. Als auch noch ein dritter rosa Domino auftaucht, ist das Chaos komplett. Verwechslungen, die findigen Ausreden der Männer und die Lebenslust aller Beteiligten treiben das Geschehen wie eine Lawine voran.“1

 

 

 

Paul Aubier (Patrick Rohbeck) und Hortense (Verena Barth-Jurca)

Foto Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

Zur Umsetzung des Stückes

Die Operette wurde als Dreiakter im Stile einer Boulevardkomödie klassisch aufgebaut, in derer laut Definition, Überraschungen und Verwechslungen dramaturgisch wichtiger als inhaltlicher Gehalt ist.

1 Akt: Zwei befreundete Ehefrauen lassen vom Stubenmädchen Briefe schreiben um ihrer lüsternen Gatten Treue zu testen. Selbige wiederum spinnen Intrigen um mittels fingierter Geschäftsreise zum Stelldichein mir rosaummantelten Versuchungen entschwinden zu können. Ohne Versuchung - keine Verwirrung! Briefverteilung: Zuspitzung des „Dramas“ durch eine Dritte in rosa auftretungswillige und vergnügungssuchende Person in Form des Stubenmädchens.

2 Akt: Beim Opernball: Philippe der Ober beschafft sündigungswilligen Paaren Séparées, die Ehegatten verschwinden unwissender Weise mit den eigenen Frauen im Liebesnest, der Betrug scheint aufgedeckt, doch NIX passiert! Sowohl Onkel als auch Neffe frönen auswärts, mit einer Chansonnette und dem Stubenmädchen, der Lust bei der Lust am Opernball.

3 Akt: Windige Ausreden, angedrohte Duellierungen, doch dann Auflösung und Erleichterung: Man(n) hat doch nicht der eigenen Gattin den Domino verbrannt oder zerrissen und somit war man(n) dann ja auch brav!

 

Was bleibt ist (leider) viel warmer Wind um Nichts!

 

 

 

 

Angèle (Lilli Wünscher), Hortense (Verena Barth-Jurca) und Marguérite (Angela Mehling)

Foto Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

 

Zusammengefasst:

Treu sein oder nicht treu sein? Wiedersteht man(n) der Versuchung? Das ist die Frage, welche sich auch im 21. Jahrhundert noch am Leben hält. Obwohl alle Beteiligten ihr Bestes gaben plätschert das Stück seichte an der Oberfläche vor sich hin.

Sangestechnik wird versucht herauszuholen was die Partitur hergibt. Stefan Diederich leitet sein Orchester einsatzbereit und voller Elan durch den Abend. Zwischenapplause bei »Man lebt nur einmal in der Welt, je toller, desto lieber« und »Gehen wir ins Chambre séparées«.

Das Publikum verspürt an einigen Stellen wie man sich bemüht, das Stück mit Situationskomik durch die Szenen zu tragen. Die besten Leistungen des Abends werden von Patrick Rohbeck und Andreas Rainer auf die Bühne gebracht. Die Besetzung des Paul Aubier mit Patrick Rohbeck erweist sich als eine gute Wahl. Er begeisterte in seiner Rolle nicht nur gesanglich einwandfrei, sondern zeigt in ständiger Bühnenpräsenz auch sein komödiantisches Talent in Mimik, Gestik und spontanen Tanzeinlagen. Als Ober Philippe, Herrscher über die Chambre séparées und somit Verteiler zugewiesener Verlustierungen, brilliert Andreas Rainer auch in dieser kleineren Rolle mit viel Esprit, Witz und seinem original Wiener Charme. (Auf der Premierenfeier wurde er als wandelbare Kunstfigur angesagt, wir dürfen also auf die neue Spielzeit gespannt sein!).

Für einen großzügigeren Einsatz des Ballettes sowie für den Chor des Hauses bietet dieses Stück leider keine Möglichkeit. Einen Auszug ihres Könnens, zeigte das Ballet in einer kurzen Sequenz mit der Darbietung eines Cancans.

Als Bühnenbild gestaltete sich im ersten und dritten Akt eine Häuserfront mit großen Fenstern und weit geöffneten Vorhängen. Diese Kulisse wurde bis auf 2 Meter an den Orchestergraben heran bespielt. Ein cleverer Schachzug dem Publikum so die Möglichkeit zu bieten am Leben der Familien voyeuristisch teilnehmen zu können. Jedoch wurde wohl dramaturgisch befürchtet das einzelne Lieder ohne Requisite nicht wirken? Warum wurden die Liegestühle am bespielten linken Bühnenrand gefühlte 15 mal hin und her transportiert, aufklappt, zuklappt, anschaut, einklemmt, daraufgesetzt etc.? Hatte man vielleicht mit Ikea einen Werbevertrag geschlossen?

Kostüme und Frisuren entsprachen dem Stil der 50ziger Jahre und passten sich somit gut ins Bild ein.

Ob das Thema zukunftsorientiert Zuschauer zum Kartenkauf aktivieren kann wird sich zeigen. Wünschen wir es unserer MuKo, der Kultstätte der Operette in Leipzig!

 

 

 

Philippe (Andreas Rainer) und Chor der Musikalischen Komödie

Foto Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

 

Leitung

Musikalische Leitung Stefan Diederich | Inszenierung Volker Vogel | Bühne, Kostüme Norbert Bellen | Choreografie Mirko Mahr | Choreinstudierung Mathias Drechsler | Dramaturgie Marita Müller

 

 

Théophile Beaubuisson (Michael Raschle), Palmyra (Anne-Kathrin Fischer), Angèle (Lilli Wünscher), Paul Aubier
(Patrick Rohbeck), Philippe (Andreas Rainer), Hortense (Verena Barth-Jurca), Henri (Jeffery Krueger), Marguérite (Angela Mehling) und
Georges Deménil (Radoslaw Rydlewski)

Foto Tom Schulze / Musikalische Komödie


 

Premierenbesetzung

Théophile Beaubuisson Michael Raschle | Palmyra, seine Frau Anne-Kathrin Fischer| Henri, Neffe der Beaubuissons Jeffery Krueger / Paul Aubier Patrick Rohbeck | Angèle, seien Frau Lilli Wünscher | Georges Duménil Radoslaw Rydlewski | Marguérite, seine Frau Angela Mehling | Hortense, Stubenmädchen Verena Barth-Jurca | Féodora, Chansonette Sabine Töpfer | Philippe, Ober Andreas Rainer | Eugéne, Kellner Stefan Dittko

Damen des Balletts, Chor und Orchester der Musikalischen Komödie

 

Weitere TERMINE:

Samstag, 31.05., 19:00 Uhr

Sonntag, 01.06., 15:00 Uhr

Dienstag, 03.06., 19:30 Uhr

Dienstag, 08.07., 19:30 Uhr

 

Foto (c) Sabine Finger

Text: Sabine Finger

 

1 http://oper-leipzig.de/musikalische-komoedie/veranstaltung/details/der-opernball/

 


 

 

Die Nacht der Musicals

Der Tourneeveranstalter „ASA Event“ gastierte mit seiner Show „Die Nacht der Musicals“ am 30.03. 2014 im Leipziger Gewandhaus. Im Programheft wird diese Show mit der erfolgreichsten Musicalgala Europas, die im Showbereich neue Maßstäbe setzt beworben. Zur Nachmittagsshow waren bereits alle Karten restlos ausverkauft, die Spannung steigt. Die Techniker werfen die ersten Nebelmaschinen an und die Zuschauer sind voller Erwartungen. Nach altbewährtem Regie-Konzept beginnt sie, die Reise durch die Musicals dieser Welt.

 

Zur Stückauswahl

1. Teil

LES MISERABLES

Am Ende vom Tag / Nur für mich / Morgen schon

ROCK OF AGES

Juke Box Hero / We`re not gonna take ist / We built this city / Livin in paradise / Nothin but a good time / Here I go again

PHANTOM OF THE OPERA

Think of me / Phantom of the Opera

FALCO MEETS AMADEUS

Falco Medley

CATS

Memory

TARZAN

Medley

JEKYLL & HYDE

This is the moment

MAMMA MIA / ABBA

Medley

2. Teil

ROCKY HORROR PICTURE SHOW

Sweet Transvestite

EVITA

Don`t cry for me Argentina

KÖNIG DER LÖWEN

Er lebt in Dir / Kann es wirklich Liebe sein / Schattenland

ELISABETH

Der letzte Tanz / Ich gehör nur mir / Wenn ich tanzen will

WE WILL ROCK YOU

Somebody to love / we are the champions / We will rock you

CABARET

Cabaret

SISTER ACT

Medley

 

Bühne

Die Bühne incl. Dekoration wurde einer Tour entsprechend praktisch gestaltet. Es wäre zu überlegen, ob die drei Bildschirme, welche in einigen Szenen den Gesang visuell mit Bildern begleitenden, auch für die Übertragung der Darsteller genutzt werden könnte. Die Zuschauer in den oberen Rängen würden es sicher dankend annehmen.

 

Kostüme und Maske

Die Kostüme wurden von Sissis Sternenkleid über 80 ziger Jahres Style bis hin zum Jungleoutfit passend gewählt und unterstrichen die einzelnen Szenen markant. Vom Makeup lies sich leider von unsern Plätzen aus nicht viel erkennen, deshalb ist zur Arbeit der Maske nicht viel zu sagen.

 

 

 

 

Technik

Mit Nebelmaschinen und Scheinwerfern waren die Techniker beide Teile der Show über beschäftigt stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen. Grünschimmernde farbige Lichteffekte kamen besonders im Tarzanmedley gut zur Geltung.

 

Darsteller

Kommen wir zu den wichtigsten, den Akteuren, die Sänger und Sängerinnen - jene die ihren Teil dazu beitragen, ob eine Show steht oder fällt.

Cast vom Nachmittag

Alexander Kerbst , Jonas Hodacs, Martin Markert, Karolin Konert, Elvira Kelev Cattaneo, Adrien Szegoe

 

Alle Darsteller singen live“, so kündigt es uns eine Stimme aus dem Lautsprecher zu Beginn der Show an. (Davon gehen wir bei den Preisen doch aus, aber manchmal wäre es zu wünschen gewesen, wäre dies nicht so, doch dazu später.) Der eine oder andere Einsatz war nicht ganz synchron mit dem Orchester, was aber zu verzeihen ist, denn die musikalische Begleitung kam vom Band.

 

Das bekannte Lieder, wie z.B. „This is the moment“ aus Jekyll & Hyde konzertant anders wirken ist allgemein bekannt, aber ein lispelnder Dr. Jekyll lässt die Szene an diesem Abend leider etwas gewöhnungsbedürftig klingen oder lag es nur am schlechteingestellten Mikro?

 

In den schnelleren poppigeren Nummern aus ROCK OF AGES, FALCO, MAMMA MIA, ROCKY HORROR PICURE SHOW und WE WILL ROCK YOU gelingt es den Darstellen sehr gut die Stimmung auf die Zuschauer zu übertragen. Es zuckt in Händen und Füßen, die Stimmung schwappt über, steckt an und animiert zum Mitklatschen. Es wirkt fasst so als haben die Darsteller/innen an diesen Genre mehr Freude.

Eine starke Eröffnung bringt Alexander Kerbst zu Beginn des zweiten Teiles auf und vor die Bühne. Kerbst spielt gekonnt mit den Zuschauern, besonders mit denen in der ersten Reihe. Er weiss es seine männlichen Reize bewusst einzusetzen und sie mit seinen stimmlichen verschmelzen zu lassen. Ein „Sweet Transvestite“ eben, wie Man(n) sich ihn wünscht.

Die Darsteller /innen geben sich Mühe ihre Figuren mit Leben zu erwecken. Nur leider nimmt man einer Katze, welche zweifelsohne eine glockenklare Stimme hat, aber die Arie in einer opiumähnlichen Art vorträgt, ihr unerträgliches Leiden nicht so ganz ab. Und ob ein Phantom wie ein einsamer Eintänzer verzweifelt um seine Christin herumschwänzeln sollte, sei Inszenierungsmäßig zu diskutieren. In beiden Fällen passten die Darstellung und der gesanglicher Ausdruck so gar nicht zusammen. Dies ist schade, denn leider verlieren dann solche doch so starken Lieder an ihrer Gesamtqualität.

Das Highlight des Abends und somit auch die Rettung selbigens, war Martin Markert, sowohl stimmlich als auch körperlich. Seine Sanges-und Spielfreude, ob als fordernder Tod oder als verspielter Tarzan war zu jedem Zeitpunkt seines Auftrittes zu merken. Seine Töne kamen klar und treffsicher im Publikum an.

Fazit

Wenn Sie in die Welt des Musicals, unvorbelastet der größeren Inszenierungen eintauchen wollen, dann können Sie sich in dieser Show ein paar erste Einblicke verschaffen.

Und wie die Darsteller in ihrer Zugabe schon sangen: „The Show must go on“

Sind wir gespannt auf nächstes Jahr!

 

 

 

S.Finger

 

 

 

 

 

  

Les Miserables, Ensemble                                                       Rock of Ages, Ensemble

 

 

 

   

Tarzan, Martin Markert                                                                 FALCO, Alexander Kerbst

 

 


 

 

Foto (c) Oper Halle

 

 

 

Märchenhaftes auf der Opernbühne

„Peter Pan“- Musical Premiere am 21.03.2014

 

„Werde groß und mündig, aber bleibe in deinem Innersten immer ein Kind“ Worte von James Matthew Barrie, der die Vorlage für das Musical „Peter Pan „ geschaffen hat. Worte die genau das ausdrücken, was wir am Freitag Abend auf der Opernbühne Halle erleben durften.

 

Mit der deutschsprachigen Erstaufführung des Musical von Willis Hall (Buch) und Georg Stiles (Musik) geht das Opernhaus ein Wagnis ein, welches sich voll und ganz gelohnt hat.

Das Stück besticht durch ein fantasievolles und sehr beeindruckendes Bühnenbild, detailreiche Kostüme ( Bühnenbild und Kostüme von Karin Fritz) und herausragende Darsteller.

Zwei hohe weiße Türen, die das Bühnenbild einrahmen, führen den Zuschauer fantasievoll in die Märchenwelt des Peter Pan. Im Verlauf des Stückes rahmen sie immer wieder die verschiedenen Welten ein, das Kindenzimmer von Wendy und ihren Brüdern, den immergrünen Urwald mit wuchernden Pflanzen, die Piratenwelt oder die spektakuläre Nixenlagune mit Meeresrauschen und Videowasserfall.

Ein dünner transparenter Vorhang am vorderen Bühnenrand wird zur dreidimensionalen Projektion der Flugszene von Peter Pan, Wendy und ihren Brüdern nach Nimmerland genutzt. An Flugseilen schweben die 4 so durch die Sphären , eine atemberaubende und verzaubernde Szene.

 

Als alt gewordene Wendy führt Gabriele Bernsdorf durch das Stück. Sie erzählt die Geschichte mit warmer Stimme und sehr viel Charme. Eine Rolle die ihr auf den Leib geschrieben scheint.

 

Angela Mehling überzeugt als Mrs. Darling schauspielerisch. Auf Grund einer Erkältung fehlte es aber an gesanglichen Höhepunkten.

 

Cusch Jung, wird 4-fach tätig, als Vater Darling, Captain Hook und vor allem als Regisseur und Choreograph – eine wirklich herausragende Leistung. Er überzeugt bei allem was er tut – einfach großartig, was auch der tosende Applaus am Ende der Vorstellung und zur Premierenfeier zeigte. Er sagte „In dir muss brennen, was Du in anderen entfachen willst“. Er hat ein wahres Märchenfeuer auf der halleschen Bühne entfacht, in allen die auf und neben der Bühne arbeiten und auch im Publikum.

 

Wieder sehr überzeugend in der Titelrolle des Peter Pan , Björn Christian Kuhn. Mit Pfiff und der dazugehörigen Kindlichkeit verleiht er seinem Peter Charakter. Besonders zu erwähnen die klare Stimme bei so akrobatischen Körpereinsatz am Flugseil.

 

Ines Lex, die junge Wendy, besticht durch ihren lieblichen Gesang und ihr kindliches Spiel. Ein Volltreffer für diese Rolle.

 

Gesanglich sehr gut eingestellt von Peter Schedding, der Kinder- und Jugendchor. Die Jugendlichen übernehmen die Rollen der verlorenen Jungs und der Indianerinnen. Gute Stimmen, Spieltalent und viel Power bringen die Jugendlichen auf die Bühne. Es macht Spaß ihnen zuzusehen. Hier zahlt sich das Konzept der Oper aus auf die Jugend zu setzen und Talente zu fördern.

 

Die Herren des Opernchores stehen Captain Hook als herrlich naive Piratenbande zu Seite. Jede einzelne Nebenrolle wurde perfekt besetzt.

 

Dieses Musical muss ohne große Ohrwürmer auskommen, was dem Stück keinen Abbruch tut. Die kleine Band liefert unter der Leitung von Kay Stromberg einen guten Sound, teilweise etwas elektronisch aber rhythmisch klangvoll.

Die Tontechnik hatte an diesen Abend nicht ihren besten Tag, ständig verspätete Einsätze bei der Mikroportverstärkung dürfen in dieser Vielzahl nicht passieren. Teilweise war der Ton blechern und mit zu viel Hall belegt.

 

Dennoch war es ein perfektes Bühnenerlebnis und für die Oper Halle wieder ein Musical, welches vom Publikum mit sehr viel Applaus und Jubel bedacht wurde.

Dieses Musical ist ein Muss für alle großen und kleinen Kinder und für alle die Märchen lieben.

 

Sylvia Baierl

 

 

 

Foto (c) Oper Halle

 

 

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